Computer und Kirche

 

Gutachten zu den Auswirkungen des Vernetzungsprojektes auf die Kommunikationskultur der Evangelischen Landeskirche in Baden

Kirche und Medien

Kirche und Medien
Die christliche Kirche ist die Kirche des gesprochenen Wortes. Zur Verbreitung des Wortes hat die Kirche allerdings schon immer die verfügbaren Medien genutzt: 

  • Handschriftliche Texte, z.B. in Form der Briefe des Paulus
  • Liturgische Gesänge und Musik, 
  • Visuelle Darstellungen in der Form von Zeichnungen und Gemälden, 
  • Animierte audiovisuelle Darstellungen, z.B. in Form von Passionsspielen.
  • Die Kirche hat sich durch die Nutzung von Medien immer wieder selbst verändert, ohne die Basis des gesprochenen Wortes zu verlassen. Dies wird nirgendwo deutlicher als am Beispiel des Buchdrucks, der zur Zeit seiner Erfindung ein "Neues Medium" war. Erst dieser technologische Durchbruch erlaubte die Verbreitung des Wortes in der Sprache der Gemeindemitglieder und ermöglichte auf diese Weise die Reformation.

    Ein Drittel der gesamten deutschsprachigen Buchproduktion in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts entfiel auf die Schriften Martin Luthers (Angabe lt. [NSUB]). Er selbst sagte dazu: "Die hohen Wohltaten der Buchdruckerei sind mit Worten nicht auszusprechen. Durch sie wird die Heilige Schrift in allen Zungen und Sprachen eröffnet und ausgebreitet, durch sie werden alle Künste und Wissenschaften erhalten, gemehrt und auf unsere Nachkommen fortgepflanzt. Die Truckerey ist summum et postremum donum, durch welches Gott die Sache des Evangelii forttreibet. Es ist die letzte Flamme vor dem Auslöschen der Welt." (Martin Luther, Tischreden)

    Auch das Internet hat die Verbreitung des Wortes bereits revolutioniert - und zwar für einen großen Teil der Menschheit. Die Menschen in den Industrienationen haben mit seiner Hilfe Zugriff auf die größte Informationsbibliothek, die jemals existiert hat - und dies zu einem vernachlässigbaren Bruchteil des Preises, den sie für gedruckte Bücher bezahlen müssten. Dies führt unter anderem dazu, dass auch weniger bekannte kirchliche Texte eine weite Verbreitung erfahren, z.B. findet man die Werke Martin Luthers unter den im Rahmen des "Projekt Gutenberg" frei verfügbaren Texten. Mit Hilfe des Internet lässt sich auch die Verbreitung des Wortes in Weltgegenden erreichen, in denen dies sonst nicht möglich wäre, etwa in islamischen Ländern. Insofern kann das Internet auch einen wesentlichen Beitrag zum Dialog zwischen Kirchen und Religionen stiften.
    Unsere Landeskirche ist auf einem guten Weg, die missionarischen Herausforderungen und Chancen des Kircheseins neu zu entdecken und in ein entsprechendes Handeln umzusetzen. (Landesbischof Dr.Ulrich Fischer)

    Auch die Katholische Kirche sieht diese Aspekte der kirchlichen Internet-Nutzung. Das Projekt "Vernetzung in der Landeskirche" der Evangelischen Landeskirche in Baden soll die Technologie des Internet hauptsächlich für die interne Kommunikation und Arbeitsorganisation verwendbar machen. Es zielt also nicht darauf, neue Wege der Verkündigung zu finden. Trotzdem wird sich die Landeskirche durch die Nutzung dieses neuen Mediums verändern.

    Im Folgenden sollen deshalb die wahrscheinlichen Auswirkungen dieses Vernetzungsprojektes auf die Kirchenverwaltung und die Gemeinden dargestellt werden, und zwar unter den vier Aspekten

        * Kommunikation
        * Gemeinschaft
        * Vertrauen
        * Gestaltungsraum

    Weitere Informationen finden Sie im vollständigen Dokument.

       

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