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Armut wahrnehmen, Ursachen erkennen, Spielräume nutzen

 

 

Allianz für den freien Sonntag

 

Wir über uns...       
„Seit Jahren vollzieht sich eine schleichende Aushöhlung des Sonn- und Feiertagsschutzes. Immer mehr Wirtschaftsbereiche werden für die Arbeit an diesen Tagen vereinnahmt. Dieser Entwicklung zur „Rund-um-die-Uhr-Gesellschaft“ stellen wir uns entgegen. Wir fördern den freien Sonntag als gemeinsamen Zeitanker für die Menschen.“
 
Mit diesem Ziel wurde die bundesweite „Allianz für den freien Sonntag“ im Jahr 2006 gegründet. Ihre Trägerorganisationen sind: •Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB)
•Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di
•Bundesverband Evangelischer Arbeitnehmerorganisationen (BVEA)
•Katholische Betriebsseelsorge
•Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt der EKD (KDA)
Die „Allianz für den freien Sonntag“ ist ein bundesweites Netzwerk vielfältiger Akteure aus Kirchen und Gewerkschaften, Familienverbänden, Nichtregierungsorganisationen und anderen gesellschaftlichen Bereichen. In vielen Bundesländern und Kommunen engagieren sich selbständige Allianzen. Sie verstehen sich als politisch unparteilicher Zusammenschluss im Engagement für den arbeitsfreien Sonntag.
 

     

    Aufruf für den Arbeitsfreien Sonntag

     

    anlässlich der Ersten europäischen Konferenz zum Schutz des arbeitsfreien Sonntags im Europäischen Parlament in Brüssel, 24. März 2010

    Wir, die Unterzeichner, glauben, dass - im Prinzip - allen Bürgern der Europäischen Union das Recht auf einen arbeitsfreien Sonntag zukommt. Selbstverständlich schließt dies nicht Ausnahmen für die Bereitstellung notwendiger Dienste aus, noch berührt es die wichtige Rolle der Sozialpartner beim Aushandeln von Tarifverträgen.

    Der Schutz des arbeitsfreien Sonntags ist von überragender Bedeutung für die Gesundheit der Arbeitnehmer, die Vereinbarkeit von Beruf und Familienleben sowie für das Leben der Zivilgesellschaft insgesamt. Dieser gemeinsame wöchentliche Ruhetag stärkt den sozialen Zusammenhalt in unseren Gesellschaften - ein Zusammenhalt, der durch die gegenwärtige Wirtschaftskrise ernsthaft gefährdet ist.

    Wir appellieren deshalb an die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Mitgliedstaaten, die sich morgen zu ihrem Frühjahrsgipfel treffen, dem wachsenden ökonomischen Druck zu widerstehen, Gesetze zum Schutz des arbeitsfreien Sonntags zu liberalisieren. Wir rufen sie auf, sich für den Schutz und die Förderung des arbeitsfreien Sonntags als eines Pfeilers des Europäischen Sozialmodells im Rahmen der jeweiligen nationalen Rechtsordnung einzusetzen.

    Wir appellieren an die Europäische Kommission, das Europäische Sozialmodell, welches von Millionen von Bürgern in ganz Europa herbeigesehnt wird, wirksam zu stärken. Insbesondere richten wir an die Gesetzgebung der EU und die Regeln des Binnenmarktes den zentralen Stellenwert des arbeitsfreien Sonntags im Leben der Arbeitnehmer und der Gesellschaft als Ganzes garantieren und dass das Prinzip des arbeitsfreien Sonntags keinem neuen Druck ausgesetzt wird.

    Wir appellieren an die Mitglieder des Europäischen Parlamentes zu gewährleisten, dass jegliche relevante EU-Gesetzgebung den Schutz des Sonntags als wöchentlichen Ruhetag für alle EU-Bürger respektiert und fördert.

    Schließlich rufen wir alle europäischen Bürger dazu auf, eine künftige Bürgerinitiative zum Schutz des arbeitsfreien Sonntags zu unterzeichnen.

    Wir sind zuversichtlich, dass die erste Europäische Konferenz zum Schutz des arbeitsfreien Sonntags der Startschuss für ein ständiges Kooperationsnetzwerk zwischen den Organisationen und Unterstützern der Konferenz sein wird. Wir erwarten, dass diese Kooperation den Weg für die Gründung der ersten Europäischen Allianz für den Freien Sonntag ebnen wird.

    Brüssel, den 24. März 2010

         

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