Kirche des Friedens werden
Bericht auf ekiba.de von Judith Knöbel-Methner klick
Die Predigt zu Jesaja von Pfarrer Habib Badr (Beirut/Libanon) als pdf-Datei gibt es weiter unten als Download.
Frieden ins Zentrum rücken – Dekadeabschluss in Baden
„Wenn ich bei uns in Kroatien in einer Gemeinde von meinem Friedensengagement erzähle, dann habe ich das Gefühl ganz am Rand zu stehen. Dabei gehört das Friedenszeugnis doch zur Mitte unseres Glaubens,“ sagt Otto Raffai und erntet bei seinen Gesprächspartnern im „Weltcafé“ zustimmendes Nicken. Er ist vom Verein RAND ("Regionale Adresse für gewaltfreies Handeln") für den Dekadetag „Kirche des Friedens werden“ nach Karlsruhe gekommen. An diesem Tag steht die „Friedensfrage“ im Zentrum: Erfahrungen und Impulse aus 10 Jahren Dekade zur Überwindung von Gewalt sollen ausgelotet werden. Gemeinsam haben die badische Landeskirche, die methodistische Kirche, Pax Christi und das Ev. Missionswerk in Südwestdeutschland (EMS) diesen Tag vorbereitet. Und so feiern fast 200 Menschen aus vielen Gemeinden und aus den Partnerkirchen des EMS zusammen.
Im Gottesdienst stehen die Erfahrungen von Christen aus Ghana oder Indonesien neben denen von Menschen, die sich bei uns für Gewaltprävention bei Jugendlichen oder für die Bewahrung der Schöpfung einsetzten. Der Austausch zeigt, dass es viel voneinander zu lernen gibt: So haben Christen in Indien oder auch in Südafrika jahrzehntelange Erfahrung in der interreligiösen Zusammenarbeit. Viele Kirchen in Südasien sind dafür sehr am hiesigen „Umweltmanagement“ interessiert.
In seiner Predigt erinnert Pfr. Habib Badr aus Beirut an die biblische „Vision des Friedens“, die die Quelle allen christlichen Engagements ist, gerade dann wenn - wie im Nahen Osten - Gewalterfahrungen den Alltag prägen.
Prof. Konrad Raiser stellt in seinem Vortrag das Konzept für eine „Ökumenische Erklärung zum Gerechten Frieden“ vor, die vom Ökumenischen Rat der Kirchen zum Abschluss der Dekade für die Friedenskonvokation 2011 geplant ist. Die Dekade habe dazu beigetragen, "die dramatische Präsenz von Gewalt und ihrer vielfältigen Gesichter" in vielen Regionen der Welt erkennbar zu machen, so Raiser. Gewalt sei auch dort sichtbar gemacht worden, wo sie von kulturellen und gesellschaftlichen Konventionen verdeckt sei – etwa Gewalt gegen Frauen. In der Vorbereitung der Friedenskonvokation stehe nun nach den Jahren der Analyse von Gewaltphänomenen "die Vision des gerechten Friedens" im Mittelpunkt. Der Weg zum gerechten Frieden sei ein vielschichtiger Prozess, auf dem Feindschaft, Ausgrenzung und Unterdrückung überwunden werden müsse.
Dass auf diesem Weg viele sehr unterschiedliche Schritte nötig, aber auch möglich sind, zeigen in der Erlöserkirche die Infostände von Gruppen und kirchlichen Arbeitsbereichen. Vom Verein „Amica“, der Flüchtlingsfrauen in Krisensituationen unterstützt, über ein Projekt zum Interkulturellen Training bis hin zu verschiedenen ökumenischen Friedensdiensten gibt es viele Möglichkeiten, sich für Schritte zum Frieden zu engagieren.
Wenn solche Anregungen aufgenommen werden, dann rückt das Ziel der Dekade näher, „das Streben nach Frieden und Versöhnung vom Rand ins Zentrum des Lebens und Zeugnisses der Kirchen zu rücken.“
Anne Heitmann
Internationale Ökumenische Erklärung zum gerechten Frieden - Erster Entwurf findet viel Resonanz
In der Vorbereitung zur Friedenskonvokation, auf der eine „ internationale Erklärung zum gerechten Frieden“ verabschiedet werden soll, hat der erste Entwurf auch in Deutschland ein breites Echo gefunden. Rund 60 Stellungnahmen aus Gruppen und Kirchen sind in Genf eingegangen.
Unten finden Sie die Stellungnahme der Fachgruppe „Konziliarer Prozess“ unserer Landeskirche sowie die „Ökumenische Agenda“ der sog. Freisinger Konsultation zur Friedenskonvokation, die begonnen hat den Dekadeprozess in Deutschland auszuwerten. Weitere Stellungnahmen aus dem Bereich unserer Landeskirche u.a. auf der Seite des Forum Friedensethik.
Die „ Ökumenische Centrale“ (ACK Deutschland) hat zum Diskussionsprozess zwei Broschüren veröffentlicht:
Die „Erklärung zum gerechten Frieden“ enthält den ersten Entwurf der Erklärung in sprachlich leicht geglätteter Form, die es Gemeinden und interessierten Gruppen erleichtern kann, sie zu lesen und zu diskutieren. Am Ende von jedem Kapitel finden sich Fragen, die weiter führen können.
Die zweite Broschüre „Gerechter Friede - Handreichung zum Diskussionsstand“ stellt die friedensethische Diskussion in Deutschland aus ökumenischer Perspektive dar und enthält Zusammenfassungen wichtiger Texte aus dem Bereicht der EKD, der katholischen Bischofskonferenz, der Ev. Methodistischen Kirche und der Basisgruppen.
Die Broschüren erhalten Sie bei der ACK (www.oecumene-ack.de) oder für sich selbst und für Gruppen in der Gemeinde bei der Dekadekoordination der Landeskirche. Bitte bestellen Sie bei sonja.meier@ekiba.de , Tel.: 0721-9175-515 oder per Fax: 0721917525515.

Predigt zu Jesaja von Pfarrer Habib Badr, Beirut / Libanon am 13.06.2010