Weg-Gemeinschaft

 

Perlen des Glaubens

„Im Hauskreis bin ich nicht mehr - ich gehe jetzt in eine Weg-Gemeinschaft.“ - „Was ist das denn?“ - „Ganz einfach, eine bunte Mischung aus verschiedenen, traditionellen Elemente der Kleingruppenarbeit.“

  • Wie bei einem Hauskreis kommen bei uns Singen, persönlicher Austausch, Gebet, Bibel und Gespräche über aktuelle Themen vor.
  • Von der Kleingruppe haben wir die zeitliche Begrenzung übernommen: für ein ½ Jahr. Danach wird die Zeit ausgewertet, besprochen und entschieden, ob und wie es weitergeht.
  • Beiträge sind teilweise sehr persönlich, dicht und bewegend, so dass eine gewisse Nähe zu einer Seelsorge-Gruppe besteht.
  • Lebenswortgruppen suchen nach der Arbeit an einem Bibeltext aus diesem gemeinsam einen Vers aus, mit dem sie dann bis zum nächsten Treffen leben. Sie „kauen und schmecken“, bewegen und erleben die Worte in ungewohnter Tiefe. An diesen Erfahrungen geben sie einander beim nächsten Mal Anteil.
  • Die Teilnehmenden bei Exerzitien im Alltag wollen lernen, Gott in allen Dingen zu entdecken und „Da-sein“ einüben. In einer gewissen geistlichen Ordnung stimmen sie sich (in der Stille, mit einem Bibelwort und im Gespräch mit Gott) auf den Tag ein und schließen diesen am Abend mit dem „Gebet der liebenden Aufmerksamkeit“ ab - sie nehmen wahr, was geschehen ist und bewerten nicht, sie lassen alles in Gottes gute Hände los.
  • In unserer ersten Weg-Gemeinschaft haben wir (An-)Fragen Jesu aus den Evangelien ausgewählt und als Lebenswort (auf Kärtchen) mitgegeben. Sie leiten wie von selbst ein Zwiegespräch/eine Auseinandersetzung mit Jesus ein. Zu einer persönlichen Beziehung wollen wir ermutigen.
    Was willst du, dass ich für dich tun soll? (Lk. 18, 41)
    Wer sagt denn ihr, dass ich sei? (Mt. 16, 15)
  • In der „Anhörrunde“ berichten wir einander, was wir mit diesem Wort und mit Gott in den vergangenen Wochen (nicht) erlebt haben, woran wir uns reiben, worüber wir uns freuen, wonach wir uns sehnen, was uns umtreibt. Es wird dabei nicht diskutiert und kommentiert, sondern der Beitrag des Einzelnen bleibt stehen.
  • Wir rechnen damit, dass der Heilige Geist an uns und in uns und durch uns und mit uns und unter uns wirkt.
  • Sehr oft gehen die Gespräche beim gemütlichen Abendessen weiter. Brot, Butter und Getränke werden gestellt, alles andere mitgebracht. Es herrscht bunte Vielfalt. Hier ist viel Zeit, noch ausführlicher zu erzählen, was gerade erfreut oder bedrückt, hier lachen und teilen wir die Sorgen miteinander. Offenheit und Vertrauen wachsen stetig, zumal wir nach außen Verschwiegenheit vereinbarten.
  • Das Gebet füreinander wird ganz organisch etwas Normales.
  • Wir treffen uns in einer Single-Privatwohnung, um ungestört zu sein. Wir sind Frauen in der „Midlife-Chance“ - Singles aller Art und Verheiratete mit Familie. Einige sind teilzeitbeschäftigt und wieder Berufseinsteiger, die meisten in einer Phase der Neuorientierung. Die Verbindung zur Kirchengemeinde ist ganz verschieden - einige arbeiten mit, andere nehmen an Veranstaltungen teil, andere sind eher distanziert; wir alle beschreiben uns in Sachen Glauben - auf dem Weg.
  • Die Arbeit an und mit der Bibel ist ganzheitlich ausgerichtet und will alle Sinne ansprechen: ein Gang durch die Dunkelheit, einander führen und geführt werden (Blindenheilung; Lk. 18, 35-43); eine Fußwaschung; eine Bildbetrachtung; eine Perle in der Hand, dazu eine Meditation, daneben „Bibel-Teilen“, „Vesterås-Methode“, „Stilles Gespräch“ etc.
  • Es gibt kein gemeinsames Liedgut unter den Teilnehmenden, so dass wir einige wenige, allen bekannte Lieder singen, ab und an neue einüben (Anhang zum EG „Wo wir dich loben wachsen neue Lieder“) und immer wieder auf einen leicht lern- und singbaren Chorus aus Taizé zurückgreifen. So entsteht eine eigene Mappe.
  • Bei den Gebeten wählen wir Psalmen (gemeinsam oder im Wechsel oder erst eine und anschließend jede „ihren“ Vers, der angesprochen hat) und/oder das Vaterunser, daneben auch gedruckte Gebete, oder wir Leiterinnen beten frei.
    Viel Raum bekommt die Stille und das Da-sein vor Gott.
  • Wir sind ein Zweierteam in der Leitung der Weg-Gemeinschaft. Bei der Durchführung der Abende teilen wir uns die Aufgaben auf und treffen uns zwischendurch einmal, um das vergangene Treffen auszuwerten und das kommende vorzubereiten. Wir haben kein fertiges Konzept, sondern entwickeln - gemäß unserem Motto „Der Weg wächst im Gehen wie ein Wunder unter deinen Füßen“ (Paul Schneider) - die Abende jedes Mal Schritt für Schritt weiter. Wir haben Ideen und Wünsche, aber achten genau darauf, was jetzt passend und dran ist.
  • Sehnsucht nach Leben, Wert(en), Heil(ung) und „mehr“ … so hatten die Frauen ihr Anliegen in der Weg-Gemeinschaft beschrieben - und diesem „Mehr“ kommen wir langsam, immer mehr auf die Spur.
  • Inzwischen sind wir in der zweiten Weg-Etappe; 2/3 sind weiter mitgegangen, Neue sind unkompliziert dazugekommen. Wir arbeiten mit den „Perlen des Glaubens“ und suchen zur jeweiligen Perle/zum jeweiligen Thema ein entsprechendes Lebenswort aus.
    Stille - schweigend unterwegs zur Kirche, dort: Stille pur - Ps. 62, 2+3
    Taufe - Was verbinde ich mit ihr? Bilder gestalten/Austausch/Jesu Taufe - Tauferinnerungsfeier - Lk. 15, 31

„Wie ich darauf gekommen bin?“ - „Kollegen aus der Hannoverschen Landeskirche und aus der Katholischen Kirche haben mir begeistert von ihren Erfahrungen in einer Weg-Gemeinschaft (mit Männern) erzählt - und dann begannen eine Freundin und ich zu träumen, zu planen, zu entwickeln …

Haben Sie Lust bekommen und brauchen Beratung, dann nehmen Sie Kontakt mit mir auf: Evelyn Brusche

Einen ausführlichen Artikel über die Weg-Gemeinschaft finden Sie im neuesten, kostenlosen Probeheft des Hauskreis-Magazins beim Bundes-Verlag.

       

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