Öffentlichkeitsarbeit ist ein Fenster in Ihre Gemeinde/ Ihren Kirchenbezirk

 

Was ist kirchliche Öffentlichkeitsarbeit?

„Wer in einer komplexen Gesellschaft wahrgenommen werden will, muss Wege finden, seine Anliegen und Positionen öffentlich zu kommunizieren. Die Öffentlichkeitsarbeit soll deshalb als eine Aufgabe angesehen werden, der sich die Kirchen- und Gemeindeleitung verantwortlich annehmen.“ (Mandat und Markt, 1997)
Kirchliche Öffentlichkeitsarbeit hat die Aufgabe, Informationen über die Kirche für Journalisten aufzubereiten und als Gesprächspartnerin zur Verfügung zu stehen. Darüber hinaus gehört es zu den Aufgaben der Öffentlichkeitsarbeit, mit den Mitteln der PR und Werbung das Vertrauen der Öffentlichkeit zur Institution Kirche zu pflegen.
Kirchliche Öffentlichkeitsarbeit ist auch eine Form der Verkündigung und gehört daher zu den Grundaufgaben der Kirche, der Gemeinde.


Was sind die Aufgaben kirchlicher Öffentlichkeitsarbeit?

Öffentlichkeitsarbeit sucht Mittel und Wege, bestimmte Zielgruppen oder breite Öffentlichkeit zu erreichen. Sie nutzt dabei kalendarische, lokale und aktuelle Gelegenheiten (kirchliche Feste, Ältestenwahlen, Tag des Ehrenamts etc.).

Öffentlichkeitsarbeit kann Sie nicht nur in der Außenwirkung, sondern auch in der internen Kommunikation und den Zielen des Gemeindaufbaus unterstützen. Öffentlichkeitsarbeit fördert die interne Kommunikation von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und die externe Kommunikation mit nicht-kirchlichen und kirchlichen Medien, mit bestimmten Zielgruppen oder allen Mitgliedern.

Öffentlichkeitsarbeit ist darum

  1. Medienarbeit (sie wirkt nach außen) 
  2. Projektarbeit (sie wirkt nach innen, Gewinnen neuer Mitarbeiter) 
  3. eine Form des Gemeindaufbaus (mit Hilfe einer Corporate identity wird ein Gemeinschaftsgefühl erzeugt, eine Gemeinde gibt sich ein Profil).


Öffentlichkeitsarbeit ist eine Leitungsaufgabe
Öffentlichkeitsarbeit nach innen und nach außen gehört zu den Leitungsaufgaben einer Kirchengemeinde und ist keine „Randbeschäftigung“. Für die Öffentlichkeitsarbeit einer Kirchengemeinde muss sich nicht nur der Pfarrer/die Pfarrerin und/oder ein Öffentlichkeitsbeauftragter verantwortlich fühlen, sondern der Ältestenkreis und alle weiteren Leitungsgremien einer Kirchengemeinde.  Denn für gute Öffentlichkeitsarbeit braucht es klare Zielsetzungen, klare Zuteilungen, klare Absprachen – und auch Geld.
Doch dabei realistisch bleiben: "Wir wollen nicht alles machen, was machbar ist." (Leitsätze der Landeskirche)


Was Öffentlichkeitsarbeit für Sie tun kann?

  1. Bestärken im „Gemeinschaftsgefühl“ der Gemeinde 
  2. Die Menschen wissen lassen, dass Sie aktiv sind (was macht denn meine Kirchengemeinde vor Ort für Kinder, Senioren, Hilfsbedürftige, Neuzugezogene …) 
  3. Ein spezifisches Projekt oder einen Event publizieren 
  4. „Selbstverständlich“ in der Öffentlichkeit werden (Ihre Kirchengemeinde gewinnt mit guter Öffentlichkeitsarbeit an Gewicht, Ihre Stimme wird auch in anderen Zusammenhängen gehört) 
  5. Vielfalt der eigenen Aktivitäten entdecken (Gemeindeaufbau!)


Die eigene Öffentlichkeitsarbeit unter der Lupe

  1. Recherche der eigenen Ressourcen und Möglichkeiten für den Planungsprozess (nichts von sich verlangen, was nicht leistbar ist).
  2. Ziele der eigenen Pressearbeit festlegen (Was wollen wir vermitteln, was nicht?).
  3. Über ein Budget für die Öffentlichkeitsarbeit entscheiden. 
  4. Aktionen für die Öffentlichkeit planen bzw. bei Veranstaltungen immer die Öffentlichkeitsarbeit in die Planung mit einbeziehen (nicht erst die Planung und als „Sahnehäubchen“ die Öffentlichkeitsarbeit.


Recherche der eigenen Ressourcen 

  1. Wer ist wo für die Pressearbeit verantwortlich? (Ältestenkreis)
  2. Welche Informationswege gibt es, wo laufen Informationen zusammen? (Das wäre zum Beispiel ein Thema einer Gemeindebeiratssitzung) 
  3. Welche Informationen kommen nicht in den Kirchenbezirk oder in die Presse? (Haben Sie schon mit Ihrer Lokalredaktion Kontakt aufgenommen, dort einen Besuch gemacht? Was ist ihnen wichtig, was nicht? Kennen Sie alle Medien in Ihrer Umgebung, z.B. Lokalradio, Anzeigenblätter …)  
  4. Welche Kontakte zur Presse bestehen? Wer kann als Ansprechpartner für Medien etc. fungieren?  
  5. Wie ist der Kontakt zur Presse geregelt? (Regelmäßig, nach Bedarf oder überhaupt nicht?) 
  6. Haben wir eigene Medien (und ein corporate design), mit denen unsere Informationen transportiert werden (Gemeindebrief (!), Newsletter, Publikation im Kirchenbezirk)


Ziele der eigenen Öffentlichkeitsarbeit festlegen

  1. Was sind unsere wichtigsten Botschaften, die wir abgesehen von aktuellen Veranstaltungen etc. vermitteln wollen? 
  2. Wer ist unser Adressat? Sind wir in unserer Öffentlichkeitsarbeit zielgruppengerecht? Haben wir sie überhaupt im Blick? 
  3. Was wollen wir an Reaktionen extern und intern erreichen?


Die eigene Öffentlichkeitsarbeit planen 

  1. Verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit bestimmen (muss nicht unbedingt ein Profi sein, der an die Medien vermittelt, sollte aber dafür ein Händchen haben und entsprechende Fortbildungen besuchen). 
  2. Im Ältestenkreis regelmäßig Öffentlichkeitsarbeit zum Thema machen und bedenken.
  3. Jahresthemen festlegen, Jahresplan bedenken.
  4. Budget planen.


Ein Team für die Öffentlichkeitsarbeit zusammenstellen 

  1. Der Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit ist Ansprechpartner für alle Fragen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Er ist im besten Fall Mitglied des Ältestenkreises (mindestens beratend bei bestimmten Themen), um in Belangen der Öffentlichkeitsarbeit beratend tätig zu sein und Informationen zu planen. Er/Sie ist befugt, Entscheidungen zu treffen. 
  2. Es kann einen Journalisten oder begabten freien Mitarbeiter geben, der gegen Honorar Presseartikel schreibt und die operative Ebene zu den Medien darstellt 
  3. Das Leitungsteam der Gemeinde kann regelmäßige Besprechungen zur Öffentlichkeitsarbeit terminieren, an dem PfarrerIn, GemeindediakonIn, Mitglieder des Ältestenkreises (Vorsitzende) und Öffentlichkeitsbeauftragte(r) sowie die Mitglieder der Gemeindebriefredaktion teilnehmen 
  4. Wer betreut die Website der Kirchengemeinde? Er/Sie gehört zum Team!


Ein Budget für Öffentlichkeitsarbeit planen

  1. Öffentlichkeitsarbeit kostet Geld, wenn man sie gut machen will. Doch nicht zu viel, wenn man es gut einsetzt: 
  2. Honorar für freie Mitarbeiter und deren Ausstattung 
  3. Anschaffungskosten für „Hardware“ (z.B. Digitalkamera) 
  4. Gelder für Publikationen, neues Layout des Gemeindebriefs 
  5. Geld für PR-Aktionen

       

      Fortbildungsportal Öffentlichkeitsarbeit relaisstation.de 

      Als Servicestelle im Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP) unterstützt die Relaisstation Öffentlichkeitsarbeit der Kirchen, kirchlichen Werke und Gemeinden.

       

      Kirche vermarkten! Öffentlichkeits-Arbeitsbuch für Gemeinden

      Das Buch basiert zum einen auf den Erfahrungen des Autors als langjähriger ehrenamtlicher Mitarbeiter in der kirchlichen Jugendarbeit und später in einer Hochschulgemeinde. Zum anderen auf den von ihm in den letzten Jahren durchgeführten verschiedenen Schulungen mit kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zum Thema "Kirche und Marketing" . Fragen zum Thema, die von Theologinnen und Theologen gestellt werden, sind ihm daher bestens vertraut. Wichtig war ihm ausserdem, dass ein hoher Nutzwert gegeben ist. Also sind Erläuterungen zu Fachbegriffen, Arbeitshilfen, Vorschläge und ein Planspiel enthalten. Lutherisches Verlagshaus 1999  ISBN: 978-3-7859-0780-1