Feministische Theologie

 

Wie hat sich eigentlich unsere eigene Vorstellung von Gott, Jesus, Bibel, Glaube im Lauf der Zeit verändert? Welche Einflüsse haben unsere ganz persönliche Theologie geprägt? Und: gäbe es Perspektiven, die uns helfen das eigene Denken zu vertiefen oder ihm eine neue Richtung zu geben? Können wir anderen helfen, sich von vorgeprägten Meinungen zu lösen und ganz neue Wege zu entdecken, sowohl im Umgang mit der Bibel als auch mit dem eigenen Glauben? - Immer ist zu wenig Zeit, über die eigene Theologie, den eigenen Glauben nachzudenken, die persönlichen Ansätze zu reflektieren und sich neuen Perspektiven tatsächlich zu öffnen.

Das Fernstudium Feministische Theologie bietet Ihnen die Möglichkeit in einer ausbalancierten Mischung aus Selbststudium, regionalen Treffen und Themenwochenenden in sieben Einheiten die Grundlagen der Feministischen Theologie zu erarbeiten. Sie werden angeregt von Theologinnen wie Luise Schottroff, Dorothee Sölle und jüngeren Wissenschaftlerinnen in biblischen Texte und theologischen Entwicklungen ganz neue Spuren zu entdecken. Im gemeinsamen Austausch werden diese Linien vertieft und auf ihre Inspirationskraft und ihre Alltagstauglichkeit geprüft.

Wir freuen uns auf Sie!
Auf Frauen und Männer, die noch einmal (oder endlich einmal) ganz anders über Gott, Christus, Ethik, Kirche usw. nachdenken wollen. Am Ende des Kurses steht ein Zertifikat. Das Nachdenken und Austauschen hat aber hoffentlich kein Ende…

Der Fernstudienkurs Feministische Theologie wird gemeinsam von Evangelischer Frauenarbeit und Evangelischer Erwachsenen- und Familienbildung in Baden veranstaltet und ist durch die Staatliche Zentralstelle Fernunterricht (ZFU) anerkannt. 

Ute Niethammer
 

       

      Fernstudium Feministische Theologie von März 2012 - März 2013

       

      Feministische Theologie und Spiritualität verändert seit fast 40 Jahren Theologie in Kirche und Universität. Der Fernstudienkurs

      • vermittelt methodisch vielfältig einen grundlegenden Einblick in die Arbeitsweise, Ergebnisse und zentrale Fragestellungen Feministischer Theologie

      • macht Lust auf Theologie und Theologie treiben

      • setzt sich zusammen aus selbstständiger Erarbeitung des Studienmaterials, Austausch im regionalen Studienzirkel und thematischer Vertiefung in Studientagungen

      • macht das Zusammenspiel von reflektierter Theologie und lebendiger Spiritualität erfahrbar

      • hat keine akademische Vorbildung zur Voraussetzung

      Dieser Kurs wird in Zusammenarbeit mit der Ev. Erwachsenenbildung angeboten. Die Termine der Infoveranstaltungen finden Sie im Veranstaltungskalender der Frauenarbeit. Weitere Infos: Telefon: 0721 9175-324 oder E-Mail: frauenarbeit@ekiba.de

      Verlängerter Anmeldeschluss:  31. Januar 2012
      Kosten:  535 €, plus Fahrtkosten und Studienmaterial (ca. 130 €)

         

        „Ich bin gut. Ich bin ganz. Ich bin schön.“

         

        Zur Geschichte der feministischen Theologie

        „Ich bin gut. Ich bin ganz. Ich bin schön.“ lautete der „Grundsatz“ feministischer Theologie Anfang der 80er Jahre. Geprägt von Elisabeth Moltmann-Wendel bei einer der ersten feministisch-theologischen Werkstätten in Bad Boll verbreitete er sich wie ein Lauffeuer unter den vielen Frauen, die für sich erstmals die befreiende Kraft der Theologie entdeckten. Eine Theologie, die nicht klein machte und Unterwerfung unter einen allmächtigen Herr-Gott verlangte, sondern aufrichtete und sich der Schönheit der SünderInnen freute; eine Theologie, die die Frauen nicht an die zweite Stelle nachordnete, hinter das als männlich vorgestellte Abbild Gottes, sondern die Erfahrungen, gelebte Erfahrungen, von Frauen ins Zentrum rückte und dort lebendig ihre befreiende, ermutigende, aufbrechende Botschaft entfaltete. „Ich bin gut. Ich bin ganz. Ich bin schön.“ In diesem Satz war für viele die zentrale Botschaft feministischer Theologie auf den Punkt gebracht. Die Kritik, Widerstand und Ablehnung, die dieser Satz bei kirchlichen und theologischen Funktionsträgern hervorrief, zeigte die Power, die darin steckte. „Nennt uns nicht Brüder!“ forderten jetzt die Frauen und „Menschenrechte für die Frau“ in Kirche und Gesellschaft.

        Dabei reichen die Wurzeln Feministischer Theologie bis ins 19. Jahrhundert zurück, die Zeit der ersten Frauenbewegung und ihres Kampfes um Gleichberechtigung. Wichtige Impulse und Anstöße kamen nach dem 2. Weltkrieg aus der Ökumenischen Bewegung, aus den USA, durch die Theologie der Befreiung. Heute wird Feministische Theologie beschrieben als „eine Theorie, Praxis und weltweite, internationale, interkontinentale und interreligiöse Bewegung und Diskussion, die Frauen in allen Lebensbereichen von Staat, Gesellschaft, Kultur und Religion gleichen Einfluss und gleichberechtigte Position verschaffen möchte“ (Hedwig Meyer-Wilms). Feministische Theologie hat in gut 30 Jahren vieles verändert: die liturgische Sprache in den Gottesdiensten ebenso, wie sie den einseitig männlichen Blick vermeintlich objektiver Forschung in Theologie und Kirche entlarvt hat. Vieles, was uns heute selbstverständlich ist, dass Gott ebenso Mutter ist wie Vater, Schöpferin und Heilige Geistkraft, ist ihr zu verdanken und den Frauen und Männern, die sich von ihr haben anstecken lassen.
        Viele ehren- und hauptamtliche Frauen haben kraftvoll und mit Begeisterung, durch Kreativität und eine gender-faire Sprache, durch Tagungen und Werkstätten Feministische Theologie in unserer Landeskirche verankert.