Wissenswertes zur Kirchenmusik

 

An dieser Stelle finden Sie Wissenswertes, Zahlen und Fakten zur Kirchenmusik. Dass die Kirchenmusik für viele Kirchenmitglieder eine herausragende Bedeutung hat, belegt eine Studie der bayerischen Landeskirche. Für viele der befragten Kirchenmitglieder ist die Kirchenmusik im Gottesdienst sogar wichtiger als das Abendmahl. Näheres dazu im Artikel "Wir singen und sind froh" von Oberkirchenrat Prof. Dr. Michael Nüchtern.

       

      Wir singen und sind froh

       

      Über das Verhältnis von Kirchenmitgliedern zur Kirchenmusik

      Oberkirchenrat Prof. Dr. Michael Nüchtern

      OKR Prof. Dr. Michael Nüchtern

      von Oberkirchenrat Prof. Dr. Michael Nüchtern
      Aus der bayerischen Landeskirche sind jetzt die Ergebnisse einer sowohl qualitativen wie quantitativen Untersuchung des Verhältnisses der Kirchenmitglieder zur Kirchenmusik veröffentlicht.  Auch für unsere Landeskirche lohnt es sich, Einzelheiten dieser Studie wahrzunehmen. Ist doch zu erwarten, dass die Verhältnisse in Baden nicht wesentlich anders liegen als in Bayern.

      Wichtiger als das Abendmahl

      Der Aussage „Das Wichtigste am Gottesdienst ist mir das Singen und die Musik“ stimmen 12,1% „voll und ganz“ sowie 26,5% der bayerischen Kirchenmitglieder „etwas“ zu. Dieses Ergebnis belegt die nicht unerwartete hohe Bedeutung, die die Musik für die Protestanten hat. Nur der Predigt wird eine höhere Bedeutung zugeschrieben (47,8%); aber die Kirchenmusik hat höhere Werte als das Abendmahl. Es gibt keinerlei generelle Kritik an der Kirchenmusik, wohl aber an einzelnen Stilformen (s.u.). Schaut man, wie die evangelisch Getauften die Musik interpretieren, so stößt man auf viele Aussagen, die das Musikerleben im Gottesdienst religiös interpretieren und deuten. „Kirchenmusik ist mit das Religiöseste, was man sich vorstellen kann …. Da kann man wunderbar meditieren oder etwas denken und dann haben die Gefühle freien Lauf … und das ist Seele auftanken“(E33,629, S.7). Solche Bekenntnisse über die „spirituelle“ oder „mystische“ Dimension der Musik finden sich sowohl bei regelmäßigen Kirchgängern wie bei solchen, die nie oder selten in den Gottesdienst gehen. Auf der anderen Seite wird vereinzelt geäußert, dass Musik, auch wenn sie selbst im Gottesdienst aktiv betrieben wird, auch einfach als schön empfunden wird. „Ich singe gerne mit, aber … ich empfinde das nicht als religiös“( S.8). Wie es auch die Gospelstudie der EKD zeigt, gibt es generell eine Freude am Gesang und an der Musik, ohne dass die Empfindung religiös genannt wird.