Kirche und Diakonie wollen interkulturelle Kompetenzen verbessern
» Fit durch interkulturelles Training
Pfarrerin Annette Stepputat,
landeskirchliche Beauftragte
für Migration
(3.2.2010). Die badische evangelische Landeskirche will die interkulturellen und interreligiösen Kompetenzen ihrer Mitarbeitenden erhöhen. Der Umgang mit Menschen anderer Herkunft werde immer wichtiger, sagte die landeskirchliche Beauftragte für Migration, Pfarrerin Annette Stepputat, am Mittwoch vor Journalisten in Karlsruhe.
Rund ein Viertel der baden-württembergischen Bevölkerung hätten einen Migrationshintergrund, bei den Unter-18-Jährigen sei es sogar jeder Dritte.
Um zu sensibilisieren wurde das Projekt «Fit durch interkulturelles Training» entwickelt, das sich nicht nur an Mitarbeitende von Kirche und Diakonie, sondern auch an Vertreter von Bildungseinrichtungen wendet. Es wird von Mitteln der Landeskirche und dem Europäischen Integrationsfonds finanziert.
Einen Nachholbedarf bei der Entwicklung der kulturellen Kompetenz in der Gesellschaft sieht auch Professor Christopher Stehr von der Karlshochschule Karlsruhe, die das Projekt evaluiert hat. Die Integration von Zuwanderern in das Leben der Deutschen sei aufgrund der aktuellen Situation und des demografischen Wandels ein wichtiger Schritt. «Die gegenseitige Anerkennung und die Toleranz von Kulturen und Glaubensrichtungen werden essenziell für das zukünftige Miteinander.»
Die interkulturellen Trainings wollen für die Situation der Migranten sensibilisieren und interkulturelle Kompetenzen vermitteln. Ziel sei es, sozialen Konflikten vorzubeugen. Mit dem Projekt soll das landeskirchliche Ziel, einen «lebendigen Dialog mit Menschen anderer Kulturen und Religionen» zu suchen, umgesetzt werden. Dieses strategische Ziel ist Teil des «Kirchenkompass-Projekts» und wurde von der badischen Landessynode im Frühjahr 2006 verabschiedet.
Das Projekt ist zunächst bis 2011 angesetzt, soll aber nach dem Willen der Landeskirche bis Ende 2014 fortgesetzt werden. Bisher haben etwa 600 Personen teilgenommen, mehr als 100 Einrichtungen aus Kirche und Diakonie haben Interesse an dem Projekt angemeldet. Die Teilnahme ist kostenlos.
Mit etwa 42.000 hauptamtlich Beschäftigten gehören Landeskirche und Diakonie zu den größten Arbeitgebern in Baden. Rund 1,3 Millionen Menschen in Baden gehören der evangelischen Kirche an.
Quelle: epd Südwest







