Der gefährliche Schmied

 

Die Auseinandersetzungen zwischen Friedensbewegung und DDR-Staat

Der gefährliche Schmied - Plakat zur Ausstellung in der Stadtkirche Karlsruhe

(08.02.10) Eine Ausstellung in der Evangelischen Stadtkirche Karlsruhe vom 7. Februar bis 7. März 2010

Mit ihren Symbolen trug die staatsunabhängige Friedensbewegung in der DDR die Botschaft der Gewaltfreiheit über Kirchenmauern hinaus in die Öffentlichkeit. Diese Zeichen förderten das Zusammengehörigkeitsgefühl von Kritikern des militarisierten Staates. Ein Staat mit außenpolitischem Friedens- und Abrüstungsanspruch bekam plötzlich Angst vor eigenen Symbolen, als diese von Bürgern aufgegriffen wurden, die sich ideologischer Reglementierung und Kontrolle entzogen. So wurde der friedfertige Mann der sowjetischen Skulptur, der die biblische Vision „Schwerter zu Pflugscharen“ verbildlichte und gegenwartsnah machte, zum „gefährlichen Schmied“, den man meinte, bekämpfen und tabuisieren zu müssen.

Für das eben noch preisgekrönte Motiv mit dem Mann, der mit zerbrochenem Gewehr schützend vor der Weltkugel steht, traf plötzlich der Volksmund „Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann“ zu. Unter diesen Zeichen führte die Friedensbewegung ihre Aktionen. Das forderte den Staat heraus, gegen Friedensbewegte vorzugehen. Viele hielten diesem Druck stand. Bis hin zur Friedlichen Revolution 1989 und bis zum Verfassungsentwurf des Runden Tisches begleiteten diese Symbole die Bürgerbewegung. Selbst die Friedensbewegung des vereinigten Deutschlands mahnt mit den in der DDR hart umstrittenen Zeichen Abrüstung, zivile Konfliktbearbeitung und eine gewaltfreie Gesellschaft an.

Die Ausstellung soll eine Hommage an die vielen Menschen, allen voran Jugendliche in der ehemaligen DDR sein, die mit persönlichem Mut ihre Friedenshoffnung in die Öffentlichkeit des gleichgeschalteten Staates getragen haben. Oft nahmen sie dafür persönliche Nachteile in Bildung und Beruf in Kauf und setzten sich der Willkür der Staatssicherheit und anderer Partei- und Staatsorgane aus.

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag 14.00 bis 17.00 Uhr
Samstag und Sonntag 12.00 bis 15.00 Uhr

     

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