Die Kraft des Glaubens - Melanchthon in den Konflikten seiner Zeit

 

Studientag der Europäischen Melanchthon-Akademie Bretten und des Vereins für Kirchengeschichte

 PD Dr. Günter Frank und Referenten

OB Martin Wolff (re.) bei seiner
Begrüßungsansprache

(10.02.2010) Wie gelang es Philipp Melanchthon nach dem Tod Luthers die führende Rolle innerhalb der reformatorischen Bewegung zu bewältigen? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Studientages, den die Europäische Melanchthon-Akademie Bretten und der Verein für Kirchengeschichte der Evangelischen Landeskirche in Baden gemeinsam am 6. Februar in der Gedächtnishalle des Brettener Melanchthonhauses ausrichteten. Rund 60 Interessierte nahmen an der ganztägigen Veranstaltung  unter dem Titel "Zwischen Bedrohung und Bewahrung" teil.

Bei seinem ersten Besuch als Oberbürgermeister in der Erinnerungsstätte für den Reformator und Universalgelehrten, versicherte Martin Wolff, dass es ihm ein besonderes Anliegen sei, die wissenschaftliche Arbeit der Akademie zu fördern und zu unterstützen. „Mir ist sehr bewusst, welch hohe Bedeutung Melanchthon für die Stadt besitzt“, unterstrich der neue OB.

Die wissenschaftlichen Vorträge der Referenten PD. Dr. Johannes Ehmann (Privatdozent an der Universität Heidelberg), Prof. Dr. Irene Dingel (Direktorin des Instituts für Europäische Geschichte, Mainz) und Prof. Dr. Martin H. Jung (Professor für Historische Theologie, Osnabrück) vermittelten ein eindrucksvolles Bild des älteren Melanchthon, der in der reformatorischen Bewegung als langjähriger Weggefährte und Freund nach dessen Tod die Nachfolge Luthers antrat. Die Beiträge schilderten die Auseinandersetzung mit Gegnern, die von einer ganz persönlichen Frömmigkeit getragen war. Sie verhalf ihm, die vielfältigen Krise und Konflikte zu bewältigen.

Pfarrer Dr. Martin Schneider, Beauftragter der Evangelischen Landeskirche in Baden an der Europäischen Melanchthon-Akademie und Akademie-Direktor PD Dr. Günter Frank erläuterten die inhaltlichen Schwerpunkte des Melanchthon-Gedenkjahres, das in Bretten am Reformationstag eingeläutet wurde. Sie gaben einen Ausblick auf die bevorstehenden Ereignisse und Veranstaltungen innerhalb und außerhalb der Melanchthonstadt.

Gelegenheit zu Fragestellungen und zur Diskussion bot das abschließende Podiumsgespräch. Dabei wurde deutlich, dass in der Geburtsstadt Melanchthons diese intensive Betrachtung des älteren Reformators dem Bild der historischen und theologischen Persönlichkeit neue, bedeutsame Facetten hinzufügte. Aufgrund der überaus positiven Resonanz auf diesen Studientag vereinbarten die Veranstalter nunmehr regelmäßige Studientage zu den jeweiligen Themen der Reformationsdekade.

(Susanne Schiller-Winkel)

 

Weggefährte Luthers und „Lehrer Deutschlands“

Melanchthonjahr 2010