Respekt vor Geradlinigkeit
Landesbischof Fischer bedauert Käßmanns Rücktritt - EKD- Rat tagte in Tutzing
Karlsruhe (24./27.02.10). „Extrem bedauerlich und betrüblich“ hat der badische Landesbischof Ulrich Fischer den Rücktritt der Ratsvorsitzenden der EKD Margot Käßmann bezeichnet. Er habe Respekt vor ihrer Geradlinigkeit, die sich auch in ihrem Rücktritt äußere, so das Ratsmitglied Fischer, der auch Vorsitzender der Union Evangelischer Kirchen (UEK) ist. - UPDATE: Der Rat der EKD befasste sich auf seiner Sitzung in Tutzing neben den geplanten Tagesordnungspunkten auch mit der aktuellen Lage.
(24.02.10) „Margot Käßmanns Rücktritt ist konsequent, aber extrem bedauerlich und betrüblich“, so Fischer. Der Fehler der Alkoholfahrt am Steuer sei keine Bagatelle, sondern ein Delikt, das ihr in der öffentlichen Äußerung zu ethischen Fragen die notwendige Autorität genommen hätte. „Dennoch schmälert das in keiner Weise ihre großartige Leistung für die gesamte evangelische Kirche“, so Fischer. Besonders würdigte Fischer, wie Margot Käßmann durch ihre enorm hohe Einsatzbereitschaft, ihren Ideenreichtum und ihre Fähigkeit, Glaubensinhalte elementar und überzeugend zu vermitteln, das Ansehen von Frauen in kirchlichen Leitungsämtern gestärkt habe. „Auch die Art ihres Rücktritts zeugt von ihrer beeindruckenden Geradlinigkeit“, sagte Fischer. Am Freitag wird der Rat der EKD über das weitere Vorgehen beraten.
Sehen Sie dazu auch das Videostatement von Landesbischof Fischer im Gespräch mit dem Evangelischen Rundfunkdienst Baden(wmv-File: Windows Media Player erforderlich).
Der Rücktritt von Margot Käßmann stelle einen noch gar nicht zu ermessenden Verlust dar, jedoch sei man sich in dem Wunsch einig, daß Margot Käßmann eine wichtige Stimme im deutschen Protestantismus bleibe, betonte Göring-Eckhardt.
Der amtierende Ratsvorsitzende Präses Nikolaus Schneider sagte, er wolle „die Arbeit von Wolfgang Huber und Margot Käßmann zielstrebig fortsetzen“, und diese mit „eigenen Akzenten versehen“. Dies gelte besonders für eine „an der Leitvorstellung des gerechten Friedens orientierte Friedenspolitik, in Afghanistan und anderswo“, für die „kraftvolle Weiterentwicklung des Reformprozesses“, sowie für „Solidarität und Gerechtigkeit in der Gesellschaft und für eine dem entsprechende Sozial– und Wirtschaftsethik.“
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