Prävention steht im Vordergrund

 

Ein Jahr nach dem Amoklauf von Winnenden

(10.03.2010). Ein Jahr nach dem Amoklauf in Winnenden hat das Land Baden-Württemberg Konsequenzen angekündigt. In dem rund 800 Seiten umfassenden Bericht einer nach der Schreckenstat eingesetzten Kommission wurde unter anderem gefordert, die Stellen der Schulpsychologen in Baden-Württemberg deutlich aufzustocken. Beraten wurde die Kommission auch von den Kirchen, die Erfahrungen im Bereich der Seelsorge in Schulen sowie mit Programmen zur Gewaltprävention einbringen konnten.

Neben den bewährten Angeboten hat die Landeskirche ebenfalls weitere Konsequenzen gezogen: „Wir haben den Bereich der Schulseelsorge verstärkt und ein Netzwerk an Multiplikatoren ins Leben gerufen“, berichtet der Schulreferent der Landeskirche, Oberkirchenrat Christoph Schneider-Harpprecht. Dazu wurde von der Landeskirche ein gesondertes Fortbildungsprogramm aufgesetzt. 

Schon durch den Religionsunterricht sind zahlreiche Seelsorger in den Schulen präsent, und das nicht nur zu den Unterrichtsstunden, sondern auch zu unzähligen Gesprächen mit Schülern und anderen Lehrkräften sowie schulischen Veranstaltungen. Zum Gemeindepfarrdienst gehört in der Regel ein Deputat von vier bis acht Wochenstunden im Religionsunterricht, zudem unterrichten rund 250 landeskirchliche Lehrkräfte hauptamtlich an badischen Schulen. 
Auch in der Gewaltprävention ist die Landeskirche aktiv und arbeitet dort verstärkt mit den Schulen zusammen.

Mit dem Programm „Friedensstifter“ werden Jugendliche befähigt, Gewalt zu erkennen und beim Namen zu nennen, Hilfe zu holen und zu organisieren und auch Gewalt zu überwinden. „Wir wollen Jugendliche ermutigen und befähigen, sich für den Frieden einzusetzen“, sagt Stefan Maass, verantwortlich für die Ausbildung der Jugendlichen zu Friedensstiftern.

Im Jahr 2009 wurden in ganz Baden bereits 570 Jugendliche in Trainings ausgebildet und haben den Abschluss als „Friedensstifter“.
Für den Gedenktag am 11. März werden an zahlreichen Schulen in vielfältiger Weise des Amoklaufes gedacht. Materialien dazu hat das Jugendwerk der Evangelischen Landeskirche in Württemberg zusammengestellt.