Philipp Melanchthon, Weggefährte Luthers und „Lehrer Deutschlands“

 

Zum 450. Todestag von Philipp Melanchthon am 19. April 2010

(12. 04. 2010). Am 19. April 2010 jährt sich der Todestag von Philipp Melanchthon, dem im badischen Bretten geborenen Reformator und Gelehrten, zum 450. Mal. Das dritte Jahr innerhalb der Lutherdekade bis zum Jahr 2017 ist aus Anlass des Gedenkjahres dem Thema „Reformation und Bildung gewidmet.“ Die evangelische Kirche in Deutschland, die Evangelische Landeskirche in Baden, die Melanchthon-Akademie in Bretten, das Melanchthon-Haus in Wittenberg und zahlreiche Kirchengemeinden in ganz Deutschland würdigen den Weggefährten Martin Luthers in seinem Jubiläumsjahr mit zahlreichen Veranstaltungen und Vorträgen.

Mit einer Ausstellung unter dem Titel „Glauben im Kraichgau. Eine Landschaft im religiösen Wandel“ erinnert die Stadt Bretten an das Leben und Wirken des Reformators. Die vom 15. April bis 17. Oktober zu sehende Sonderschau soll einen Blick auf das Leben und Wirken des Universalgelehrten aus regionaler Perspektive werfen.

Am 18. April 2010 werden Prälat Stephan Dorgerloh in der Wittenberger Schlosskirche im Rahmen eines Fernsehgottesdienstes und zur gleichen Zeit Bischof Ulrich Fischer in der Wittenberger Stadtkirche in einem Festgottesdienst eine Predigt halten. Information: http://www.melanchthon.com/Melanchthon-2010/Melanchthon2010_Veranstaltungen/Veranstaltungsuebersicht.php

Ein zentraler Festakt zum Todestag am 19. April findet in der Schlosskirche in Wittenberg statt, bei dem der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider, und Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Vortrag halten werden. Unter den Teilnehmern werden auch Ministerpräsident Wolfgang Böhmer, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, sowie der Präsident der Gemeinschaft Europäischer Kirchen in Europa, Thomas Wipf, sein. Der Festakt wird vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) live im Fernsehen übertragen.

In Bretten wird am gleichen Tag in der Gedächtnishalle des Melanchthonhauses mit einer musikalischen Abendandacht an den Todestag erinnert.

Zusammen mit Martin Luther (1483-1546) war Melanchthon der führende Vertreter der Reformation. Als Philipp Schwarzerdt wurde der Sohn eines Waffenschmieds am 16. Februar 1497 im badischen Bretten geboren. Er starb am 19. April 1560 und wurde in Wittenberg neben Luther begraben.

Leuchte und Lehrer Deutschlands

Melanchthon, der schon zu Lebzeiten als „Lehrer Deutschlands“ bezeichnet wurde, war nicht nur Reformator, sondern auch Universalgelehrter, der sich unentwegt für eine Verbesserung des Bildungssystems einsetzte. 

In einem Festvortrag zur Eröffnung des Jubiläumsjahres am 31.10. 2009 bezeichnet Klaus Engelhardt, Bischof im Ruhestand, Melanchthon als „eine der großen Figuren, bei denen Glaube und säkulare Kultur zusammengehören, ohne dass der Glaube weichgespült oder säkulare Kultur religiös überfremdet worden wäre.“

Melanchthon – der Ökumeniker unter den Reformatoren

Auf die Bedeutung Melanchthons für die Ökumene weist Landesbischof Fischer in einem Vortrag am 13. Oktober 2009 in Karlsruhe hin.
Melanchthons Theologie sei ökumenisch ausgerichtet, wie kaum eine andere Theologie der Reformatoren, so Fischer in seinem Vortrag unter dem Titel „Die Bedeutung Melanchthons für die Ökumene“.

„Ökumenisch ist Melanchthons Theologie, indem sie das Gespräch sucht. Bei aller Kritik an einzelnen Lehrentscheidungen von Päpsten und Konzilien war er doch immer auf der Suche nach dem Konsens und bereit zu Zugeständnissen dort, wo es nicht um das Zentrum des Evangeliums ging…“

     

    Weitere Berichte und Infos rund ums Melanchthonjahr