2011 ist das „Jahr der Taufe“
Landeskirche will Taufen stärken – Landeskirche will Missbrauchsfälle lückenlos aufklären
Bad Herrenalb (23.04.10). Das Jahr 2011 steht in der evangelischen Kirche ganz im Zeichen der Taufe. Oberkirchenrat Matthias Kreplin, Referent für Theologie und Gemeinde, stellte die Initiative am Freitag vor der Landessynode vor. Oberkirchenrat Christoph Schneider-Harpprecht berichtet über den Umgang mit Missbrauchsfällen im Bereich der Evangelischen Landeskirche in Baden.
Ziel des bundesweiten Jahres der Taufe sei es, sich intensiver mit der Taufe zu beschäftigen. Mehr Eltern sollen dazu ermutigt werden, ihre Kinder zur Taufe zu bringen. Dazu will die Landeskirche beispielsweise die Zusammenarbeit zwischen Kirchengemeinde und Kindergarten stärken. Materialien werden bereitgestellt, um für die Taufe im Kindergarten zu werben sowie Eltern und Kindern die Taufe näherzubringen. An einem zentralen Taufsonntag, dem 10. Juli 2011, sollen möglichst viele Taufen in ganz Baden stattfinden. Als weiterer Schritt sind Glaubenskurse geplant, in denen Erwachsene sich mit dem christlichen Glauben auseinandersetzen sollen. In jedem Kirchenbezirk sollen zwei Glaubenskurse angeboten werden.
Die Evangelische Landeskirche will möglichst alle Missbrauchsfälle der letzten 50 Jahre aufklären. Dazu hat sie eine Arbeitsgruppe eingesetzt, in der sich Juristen, Psychologen, ein Jugendstaatsanwalt, eine Ärztin sowie eine Rechtsanwältin und Mitglieder der Kirchenleitung um eine lückenlose Aufklärung bemühen. Oberkirchenrat Christoph Schneider-Harpprecht, Bildungsreferent der Landeskirche, berichtete vor der Synode über die ersten Schritte der Arbeitsgruppe. „Sie prüft anhand klarer Richtlinien bei den eingehenden Meldungen alle Möglichkeiten der staatlichen Strafverfolgung und kirchlichen Disziplinarverfolgung“, so Schneider-Harpprecht. Für die Meldungen von Fällen habe die Landeskirche ein Vertrauenstelefon eingerichtet. „Ein erfahrener Psychologe nimmt die Fälle auf und klärt, wie den Opfern geholfen werden kann“, berichtete Schneider-Harpprecht. Seit Mitte März 2010 haben sich elf Personen bei dem Vertrauenstelefon gemeldet. „Die meisten Fälle waren uns bekannt, aber wir haben auch bislang unbekannte Fälle gemeldet bekommen“, so Schneider Harpprecht. Neben fünf bekannten Fällen im evangelischen Internat Gaienhofen seien Fälle in den ehemaligen Kinderheimen Lahr-Dinglingen, Beuggen und Wertheim gemeldet worden. Alle Einrichtungen bestehen nicht mehr. „Wir gehen allen Meldungen nach“, unterstrich Schneider-Harpprecht den Aufklärungswillen der Landeskirche.
Die Nummer des Vertrauenstelefons lautet: 0176 96541496
Der Psychologe Peter Linzer hat zwei Telefonsprechstunden in der Woche:
Dienstag von 13.00 bis 14.00 Uhr und
Donnerstag von 17.00 bis 18.00 Uhr.
Zudem ist Herr Linzer unter der Mailadresse Peter.linzer@ekiba.de zu erreichen.
- Weitere Informationen über die Landessynode finden Sie unter Landeskirche & Gemeinden > Landessynode
- Dort finden Sie während der Tagung auch die fortlaufende Berichterstattung
