Jugendliches Engagement gewürdigt
Heinz-Kappes-Preis für Ettlinger Mahnmal-Gruppe
Übergabe des Ettlinger Memorialsteins
am 22. Juli 2009:
Gemeindediakon Jürgen Samlenski,
Benedikt Tomaschko, Max Tomaschko,
Sebastian Maier, Künstlerin Irmela Maier,
Milena Dahlen, Justus Wolf, Lilli Kraft,
Projektleiterin Birgit Römer-Wolf,
Michelle Allion (v.l.n.r)
(19.06.2010) Die Projektgruppe „Mahnmal“ der evangelischen Paulusgemeinde Ettlingen ist einer der Preisträger des Heinz-Kappes-Preises 2010 des Rotary-Clubs Karlsruhe-Fächerstadt.
Der Club würdigt mit dieser Auszeichnung das Engagement der Jugendlichen, die innerhalb des ökumenischen Jugendprojekts Mahnmal Spuren jener jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger gesucht hatten, die am 22. Oktober 1940 aus Ettlingen in das Lager Gurs deportiert worden waren. Von dort aus wurden die meisten Jüdinnen und Juden weiter in die Vernichtungslager im Osten verschleppt. Viele starben in Gurs, nur die wenigsten überlebten. Die Jugendlichen gestalteten einen Memorialstein für die verschleppten Menschen, der seit dem 22. Juli 2009 im Ettlinger Rosengarten steht. Die Ergebnisse der Spurensuche hatte die Gruppe Anfang des Jahres mit einer Ausstellung in der Stadtbibliothek dokumentiert, wo auch eine CD mit den Ausstellungstafeln und Materialien zum Thema ausgeliehen werden kann.
Die Auszeichnung des Rotary-Clubs Karlsruhe-Fächerstadt ist mit einem Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro verbunden. Damit wird es möglich, Flyer zu drucken, die die einzelnen Fliesen des Gedenksteins erklären.
Das ökumenische Jugendprojekt Mahnmal wird von der Evangelischen Landeskirche in Baden und der Erzdiözese Freiburg betreut und betrifft 137 Gemeinden. In jeder Gemeinde sollen zwei identische Gedenksteine entstehen, von denen einer vor Ort aufgestellt wird, der zweite innerhalb des zentralen Mahnmals auf dem Gelände der Tagungsstätte der Evangelischen Jugend in Neckarzimmern. Seit Beginn des Projektes im Jahr 2000 wurden dort 91 Steine aufgestellt. Der Ettlinger Beitrag wird im Oktober zum 70. Jahrestag der Deportation übergeben werden.
Der Namensgeber des Rotary-Preises, Heinz Kappes, war der erste Jugendpfarrer in Karlsruhe. Wegen seines Widerstandes gegen den Nationalsozialismus wurde er aus Baden ausgewiesen und emigrierte 1935 mit seiner Familie nach Jerusalem. 1948 kehrte Kappes nach Deutschland zurück und übernahm später den Wiederaufbau des evangelischen Gemeindedienstes in Karlsruhe. 1988 starb er in Stuttgart.







