Kein Patentschutz für Gottes Schöpfung
Uschi Dreiucker / Pixelio.de
(20.07.2010) Die Evangelische Landeskirche in Baden hat davor gewarnt, Unternehmen Patentrechte an Pflanzen und Tieren zu erteilen. Mit Blick auf ein Verfahren am Europäischen Patentamt (EPA), bei dem am Dienstag über einen Patentschutz weitgehend konventioneller Zuchtverfahren für Brokkoli und Tomaten verhandelt wurde, mahnte Hermann Witter, Leiter des Kirchlichen Dienstes auf dem Lande (KDL): "Das Patentverbot auf Tierrassen und Pflanzensorten darf nicht aufgeweicht werden. Es sollte vielmehr eindeutiger gefasst werden."
Witter sprach sich dafür aus, die europäische Biopatentrichtlinie grundlegend zu überarbeiten und ein umfassendes und klares Verbot festzuschreiben. Bei der Verhandlung am EPA gehe es um die Frage, ob Firmen konventionelle Züchtungen schützen lassen können. "Das darf nicht sein. Denn die Konsequenz wäre, dass Unternehmen Konkurrenten ausschalten und über Folgeerzeugnisse der Pflanzen wie Samen oder essbare Teile verfügen könnten."
Das hätte erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen und berühre grundsätzliche Fragen unseres Gemeinwesens. "Pflanzen, Tiere und ihre Gene sind keine Erfindungen des Menschen, sondern Teil der Schöpfung Gottes", sagte der KDL-Leiter.
Witter kritisierte die Struktur des Europäischen Patentamts, das sich teilweise aus den Gebühren der von ihr erteilten Lizenzen finanziere. Zudem seien die Möglichkeiten der politischen Einflussnahme und damit die demokratische Kontrolle des EPA gering.







