Landesbischof Ulrich Fischer: Reformationsgedenken ist weltweites ökumenisches Ereignis
Grußwort an Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes
(23.07.2010). Vor Lutheranern aus aller Welt hat Landesbischof Ulrich Fischer die Gemeinschaft der christlichen Kirchen betont. In einem Grußwort vor der LWB-Vollversammlung sagte der Vorsitzende der Präsidiums der Union Evangelischer Kirchen (UEK) am Freitag in Stuttgart: "Wir sind nur Teil eines Reformationsgedenkens, das uns mit Ihnen, den Mitgliedskirchen des Lutherischen Weltbundes (LWB), in besonderer Weise verbindet."
Fischer, der auch die Grüße des EKD-Ratsvorsitzenden Nikolaus Schneider überbrachte, unterstrich die ökumenische Dimension des Reformationsjubliäums im Jahr 2017. Bei den Vorbereitungen für das Jubliäum trete diese immer stärker hervor. "Das Reformationsgedenken ist ein weltweites ökumenisches Ereignis, das große Potentiale für die Gemeinschaft der weltweiten Kirche Jesu Christi in sich trägt und das uns zu gemeinsamem Zeugnis anregt."
Der Vorsitzende der UEK-Präsidiums betonte die Bedeutung der Leuenberger Konkordie. Sie bilde für die Evangelische Kirche in Deutschland mit ihren lutherischen, unierten und reformierten Gliedkirchen eine feste theologische Grundlage. So verstehe sich die EKD als Kirche, "in der die unterschiedlichen Perspektiven reformatorischer Theologie als ein Reichtum ihrer Einheit angesehen werden".
Gerade im Blick auf das Reformationsgedenken in sieben Jahren könne das Verständnis von Ökumene in „versöhnter Verschiedenheit“, das die Leuenberger Konkordie entwickelt habe, über sich hinausweisen. "Es kann über den Europäischen Raum hinaus einem Verständnis von Ökumene dienen, in dem die 'communio' von Kirchen theologische Differenzen nicht nur klagend hinnimmt, sondern diese auch als belebende Elemente gemeinsamer Suche nach der Wahrheit erkennt", warb Fischer.
