Evangelische Stiftung Pflege Schönau ist Beispiel für ethisches Wirtschaften
Prälat Traugott Schächtele zum 450. Geburtstag der Evangelischen Stiftung Pflege Schönau
(06.09.2010). Die 450-jährige Geschichte der Evangelischen Stiftung Pflege Schönau ist nach den Worten des evangelischen Prälaten für Nordbaden, Professor Traugott Schächtele, ein Beispiel ethischen Wirtschaftens. Die Stiftung veranschauliche, wie Menschen beeinflusst vom Geist Gottes nach einer neuen Ethik zur Hilfe für andere Menschen fragen. Sie zeige, was Gott Menschen in ihrer Zeit zumute, aber auch zutraue, sagte Schächtele beim Jubiläumsgottesdienst am Sonntag in der evangelischen Stadtkirche in Schönau bei Heidelberg.
Die "Pflege", die Stadt und das ehemalige Zisterzienserkloster Schönau hingen eng zusammen, sagte der Prälat in seiner Predigt. Sie seien zudem eng verwoben mit dem Leben in der badischen evangelischen Landeskirche. Die Stiftung betreut unter anderem Immobilien der Landeskirche wie Kirchen, Pfarrhäuser und Wohnungen.
Die Stiftungsurkunde halte fest, dass die Stiftungserträge für nichts anderes als für "Kirchen, Schulen und Spitäler und andere dergleichen milde Sachen" verwendet werden dürften. Die Frage nach einer die Welt erneuernden Ethik hätten sich durch die Jahrhunderte auch die Verantwortlichen für die Pflege Schönau gestellt.
Wer Verantwortung für Besitz und Vermögenswerte wahrzunehmen habe, werde dieser Frage nie entkommen, sagte der Prälat. Die Geschichte der Pflege Schönau sei auch eine Geschichte, wie Menschen darum gerungen haben, dem Geist Gottes in ihrem Leben Raum zu geben.
Das habe bereits vor der Stiftungsgründung begonnen mit dem Klosterbau, denn die Zisterzienser waren eine innerkirchliche Reformbewegung, sagte Schächtele. Auch als die Geschichte des Klosters 1560 endete, sei die Geschichte verantworteten Besitzes in der Stiftung weitergeführt worden.
"Nicht die Ökonomie an sich ist dem Geist Gottes verdächtig, sondern eine falsche Ökonomie, die nur der Gier und dem Ego dient", sagte der Theologe. Der Namensbestandteil "Pflege" in der Stiftung sei "mehr als nur historischer Zierrat". Er sei Mahnung und Verpflichtung und müsse Programm sein und bleiben.
