Internationaler Gospelkirchentag 2010: Karlsruhe bereitete (sich) vor

 

5. Internationaler Gospelkirchentag fand vom 10.-12. September 2010 in Karlsruhe statt

Martin Bartelworth (Geschäftsführer der Creativen Kirche) - Landesbischof Ulrich Fischer - 1. Bürgermeisterin Margret Mergen (CDU) - Karlsruher Dekan Otto Vogel

 Martin Bartelworth (Geschäftsführer der
Creativen Kirche)
Landesbischof Ulrich Fischer 
1. Bürgermeisterin Margret Mergen (CDU) 
Karlsruher Dekan Otto Vogel

Die Evangelische Kirche in der Fächerstadt bereitete ein riesiges Event vor, das im September 2010 stattfand der fünfte Internationale Gospelkirchentag. Das bedeutete eine Menge Organisation und Arbeit für die Hauptamtlichen der Evangelischen Kirche in Karlsruhe. Im Oktober 2007 begannen die vielen so genannten Pre-Events zum Großereignis mit einem Konzert des „German Gospel Choir“ in der Durlacher Stadtkirche. „Rund 600 Besucher, tolle Stimmung, gute Musik“, fasst Dekan Otto Vogel zusammen. Der Auftakt sei mehr als gut verlaufen.

Im Vorfeld wurden weitere Pre-Events und auch das große Gospelfest 2010 geplant. „Das geht von der Suche nach einen Hauptsponsor bis hin zur Buchung von großen Hallen, beispielsweise der Europahalle“, erläutert Jochen Martin. Er ist der Koordinator des Internationalen Gospelkirchentag in Karlsruhe, ist hier ausgewachsen und wurde von der „Creativen Kirche gGmbH“ in Witten beauftragt, die gemeinsam mit der Evangelischen Kirche in Karlsruhe und der Evangelischen Landeskirche in Baden Veranstalter des Event war.

Fünftausend Dauergäste besuchten vom 10. bis 12. September 2010 die Workshops und Konzerte! Am Freitagabend waren rund 10.000 Menschen zur Eröffnungsveranstaltung mit Dieter Falk und Nina Hagen auf den Marktplatz gekommen. Anschließend strömten im Rahmen einer ökumenischen Gospelnacht etwa 15.000 Menschen in zwei Dutzend Kirchen, um den Gesang von mehr als 100 Chören zu hören. Am Samstag gab es zahlreiche weitere Konzerte auf Open-Air-Bühnen in der Stadt.
Bei einem Galakonzert am Abend traten die US-Gruppe Naturally7 und der Oslo Gospel Choir in der ausverkauften Europahalle mit über 5.000 Gästen auf. In mehreren Workshops erarbeiteten sich die rund 5.000 Dauerteilnehmer weiteres Wissen und Techniken für ihr eigenes Gospelsingen.
Der dänische Gospelstar Hans-Christian Jochimsen sang in MassCoir-Proben ebenfalls mit mehr als 5.000 Menschen.

Das Gospelfieber hatte in Karlsruhe alle gepackt. Im Zuge der Vorbereitungen für das Musikfest wurde in Karlsruhe ein neuer Gospelchor in Durlach gegründet. Bei Bezirkskantor Johannes Blomenkamp meldeten sich mehr Interessierte als er einsetzen kann. Ganz erstaunt sind Blomenkamp und Martin auch über die große Anzahl von Gospelchören, die es in Baden gibt. So haben sie eine Zusammenstellung aller Gospelchöre gemacht, die es hier gibt. 

Nun zieht der Gospelkirchentag weiter: Im Abschlussgottesdienst lud Birgit Winterhoff, Leiterin des Amtes für missionarische Dienste der Evangelischen Kirche von Westfalen, die Teilnehmer zum nächsten Gospelkirchentag 2012 in Dortmund ein.  Der Internationale Gospelkirchentag wird seit 2002 alle zwei Jahre veranstaltet. Bisherige Austragungsorte waren Essen, Bochum, Düsseldorf  und Hannover.

 

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    Stichwort „Social Networking“ - das bedeutet Kontakte knüpfen und beruflich nutzen. Was in der freien Wirtschaft an einigen Bereichen schon Gang und Gebe ist sowie deutlich empfohlen wird, entdeckt jetzt auch die Evangelische Kirche in Karlsruhe für sich. Im Bereich der Kirchenmusik hat sich das „Gospelnetzwerk KA/PF“ gegründet. „Die Idee kam von Johannes Blomenkamp und mir“, erinnert sich Jochen Martin, der Koordinator für den 5. Internationalen Gospelkirchentag, der 2010 in Karlsruhe stattfinden wird.

    Bis zum September 2010 werden eine Reihe so genannter Pre-Events in der Fächerstadt, der Region und ganz Baden organisiert. „Hierfür bündeln wir Energien und Ideen, gemeinsam mit bestehenden Gospelchören in Karlsruhe und Pforzheim“, unterstreicht Johannes Blomenkamp, Bezirkskantor der Evangelischen Kirche in Karlsruhe. Allererste Aufgabe war die Recherche nach bestehenden Gospelchören in der Region Karlsruhe/Pforzheim sowie Bruchsal/Bretten. 25 wurden von Martin kontaktiert und zu einem ersten Treffen eingeladen. „Zum ersten Mal haben wir uns im Frühjahr 2007 getroffen“, erinnert sich Jochen Martin. Seitdem finden zweimal im Jahr Treffen statt. Inhalte: Austausch über Aktionen und Konzerte, gemeinsame Veranstaltungen und Auftritte, gegenseitiges Einladung, Werbung, PR und vieles mehr.

    „Der Nutzen ist erstaunlich“, stellt Johannes Blomenkamp fest. Anfragen würden beispielsweise per Rundmail weitergegeben, Musikeradressen mitgeteilt. „Einem Brautpaar konnte ich auf diese Weise einen Gospelchor für deren kirchliche Trauung vermitteln“, freut sich der Kantor. Natürlich stehen aktuell die Planungen für den Gospelkirchentag 2010 im Vordergrund – ein großer Event. „Das Gospelnetzwerk ist langfristig angelegt“, sind sich Blomenkamp und Martin einig. Sehr positive Erfahrungen haben wir in diesem Sommer gemacht. Bei den Feierlichkeiten zum „Karlsruher Stadtgeburtstag“ gab es in der Südstadt die „Gospel-Summernight“. Von 19 bis 23 Uhr traten Chöre aus der ganzen Region auf. „Das Netzwerk hat da seinen Nutzen ganz deutlich gezeigt“, betont Jochen Martin. Informationen seien jetzt transparenter: welcher Chor ist in punkto technisches Equipment ansprechbar? Wer macht mit bei Großveranstaltungen? Kontakte wurden in Karlsruhe auch schon zu Wirtschaft und Handel geknüpft. In der Adventszeit 2007 sang der Chor „spirited voices“ von Kantor Johannes Blomenkamp im Einkaufszentrum „Ettlinger Tor“ (ECE). Ein Konzert an einem ungewöhnlichen Ort, das bei den Flanierenden sehr gut ankam.

    Das Gospel-Netzwerk – ein Ort, ein soziales Netzwerk, eine Ideen- und Austauschbörse. Auch Gemeinden und Institutionen können sich mit ihren Fragen an die Fachleute wenden. „Wir wollen einen Gospelchor gründen und wissen nicht genau wie?“, kann eine mögliche Frage sein. „Wie machen wir richtig Werbung?“, „Wo bekomme ich Noten und Fortbildung?“ Fragen, die im Austausch geklärt werden können.

    Nachdem es in Karlsruhe/Pforzheim und der Region ein solches Netwerk gibt, sollen derartige auch an anderen Stellen der Evangelischen Landeskirche in Baden entstehen. Konkret gedacht ist das bereits schon für den Kirchenbezirk Lahr und die umliegenden Regionen.


    Christina Müller, Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenbezirk Karlsruhe