Philipp Melanchthon, 16.02.1497 - 19.04.1560

 

Im Folgenden geben wir Ihnen einen kurzen Überblick über die Reformatoren Luther, Zwingli, Calvin und Melanchthon.
Diese ist gegliedert in verschiedene Aspekte ihres Lebens, Wirkens und ihrer Lehre.
Am Ende jeden Abschnittes können Sie sich durch einen Klick weiterleiten lassen zu den anderen Reformatoren, um Informationen zu demselben Aspekt zu bekommen.  
 
Einen Einblick in die großen theologischen Unterschiede zwischen der lutherischen und reformierten Kirche erhalten Sie unter: Theologische Unterschiede.  

       

      Lebensstationen

      Bretten, Pforzheim, Heidelberg, Tübingen, Wittenberg

      Luther
      Zwingli
      Calvin

           

          Herkunft

          Sohn des Rüstmeisters Georg Schwarzerdt und seiner Ehefrau Barbara geb. Reuter.
          Großvater war Bürgermeister in Bretten, ebenso später sein Bruder Georg.

          Luther
          Zwingli
          Calvin

               

              Ausbildung

              Schulbesuch in Bretten, Hauslehrer Johann Unger, Lateinschule Pforzheim, Studium in Heidelberg (Bakkalaureus), Studium in Tübingen (Magister Artium). Durch Reuchlins Empfehlung wurde er 1518 Professor für Griechisch in Wittenberg.

              Luther
              Zwingli
              Calvin

                   

                  Lehre

                  Durch seinen Unterricht in Pforzheim und vor allem durch seinen Verwandten und väterlichen Mentor Johannes Reuchlin war er humanistisch geprägt. Durch die Begegnung mit Luther in Wittenberg von dessen Theologie und Programm ergriffen wurde er der wichtigste Mitstreiter Luthers. Eine erste systematische Darstellung reformatorischer Theologie gelang ihm in den Loci Communes von 1521. Sein Bemühen um eine Einigung mit den römisch-katholischen Theologen bewies er durch das Augsburger Bekenntnis 1530 und seine Verteidigung (Apologie). Im Unterschied zu Luther ist bei ihm eine stärker pädagogische Ausrichtung der Rechtfertigungslehre erkennbar. Ziel seines Wirkens und Lehrens war die Verbindung von Bildung und Frömmigkeit.

                  Luther
                  Zwingli
                  Calvin

                       

                      Kirche

                      Im Augsburger Bekenntnis definiert er Kirche als Versammlung aller Gläubigen ist, bei denen das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakramente laut dem Evangelium gereicht werden. Denn das genügt zur wahren Einheit der christlichen Kirche. Einerseits findet sich bei ihm klare Ablehnung von Lehre und Praxis der römischen Kirche (Messe, Anrufung der Heiligen, Priesterzölibat etc.) andererseits ist auch das Bemühen um einen Grundkonsens und eine Kompromissbereitbereitschaft in Fragen der Verfassung deutlich.

                      Luther
                      Zwingli
                      Calvin

                           

                          Verhältnis zum Staat

                          Klare Ablehnung der politischen Forderungen der Bauern und alternativer Modelle von Staat und Gesellschaft.
                          Betonung der Verantwortung der Fürsten auch für die Kirche und die rechte Lehre.

                          Luther
                          Zwingli
                          Calvin

                               

                              Sakramente

                              Taufe, Abendmahl und Beichte. In der Lehre vom Abendmahl kämpft er für eine Verständigung mit den oberdeutschen Theologen. Die Konsensformel in der Wittenberger Konkordie von 1536 war wichtig für die Weiterentwicklung der Abendmahlslehre innerhalb der protestantischen Kirchen bis zur Leuenberger Konkordie 1970.

                              Luther
                              Zwingli
                              Calvin

                                   

                                  Kulturelle Leistung

                                  Melanchthons Leistung und Wirkung auf die Kultur sind bekanntermaßen gewaltig. Vor allem das Bildungswesen wurde durch ihn beeinflusst. Als Universalgelehrter hat er auf fast allen Gebieten durch seine Vorlesungen, Reden und seine Bücher gewirkt. Sein Ehrentitel Praeceptor Germaniae (Lehrer Deutschlands) unterstreicht dies.

                                  Luther
                                  Zwingli
                                  Calvin

                                       

                                      Gegner

                                      Als Mitstreiter Luthers wurde er zunächst von katholischen Theologen  angegriffen. Seine Kompromissbereitschaft wurde ihm als Hinterlist ausgelegt. Von so genannten Lutheranern, vor allem von seinem ehemaligen Schüler Matthias Flacius, wurde ihm Verrat an Luther vorgeworfen.

                                      Luther
                                      Zwingli
                                      Calvin

                                           

                                          Ausbreitung

                                          Melanchthons Wirkung in ganz Europa ist kaum zu überschätzen. England, Frankreich, Italien, Polen und Ungar sind vor allem zu nennen. Durch seine Schriften und seine Briefe war er in Verbindung mit Theologen, Gelehrten aller Fachrichtungen, humanistisch geprägten Freunden und Staatsmännern in Frankreich, England, Italien, Polen und Ungarn.

                                          Luther
                                          Zwingli
                                          Calvin