Claude Laharie: Gurs: 1939-1945. Ein Internierungslager in Südwestfrankreich.
In Südwestdeutschland steht Gurs für das Schicksal der Juden aus Baden, der Pfalz und dem Saarland. Am 22. Oktober 1940 hatten die NSDAP- Gauleiter Robert Wagner und Josef Bürckel deren Abschiebung nach Frankreich angeordnet. Es waren über 6 500 Personen. In sieben Sonderzügen wurden sie über die Grenze gebracht, gegen den Protest der französischen Behörden, die sie schließlich im Lager Gurs in den Pyrenäen internierten. Viele erlagen sofort den harten Lagerbedingungen, andere konnten fliehen, im Untergrund überleben oder auswandern. Doch für die meisten wurde Gurs eine Station auf dem Weg nach Auschwitz.
Gurs war eines des größten Lager Frankreichs. 1939 für spanische Bürgerkriegsflüchtlinge eingerichtet, diente es seit Beginn des Zweiten Weltkriegs der Internierung so genannter "Unerwünschter" ("feindlicher" Ausländer, Exilsuchender, Juden, Kommunisten, Sozialisten). Im Zuge der deutschen Besatzung Frankreichs und des autoritären Vichy-Regimes wurde Gurs, wie andere Lager, zur tödlichen Falle. Nachdem die Ermordung der europäischen Juden beschlossen war (Wannseekonferenz 1942, Berlin), begannen im Sommer 1942 auch Deportationen aus Gurs. Danach diente das Lager weiterhin der Internierung "unerwünschter" Personen.
Das Buch des französischen Historikers Claude Laharie schildert die verschiedenen Etappen des Lagers und beleuchtet damit ein Stück europäischer Geschichte, das hierzulande weitgehend unbekannt geblieben ist. Es ist 2005 auf Französisch erschienen und wurde im Rahmen des Ökumenischen Jugendprojektes Mahnmal ins Deutsche übersetzt.
Das Buch kann über die Arbeitsstelle Frieden im Evang. Jugendwerk Baden in Karlsruhe bestellt werden:
Evang. Jugendwerk Baden
- Arbeitsstelle Frieden -
Blumenstr. 1 -7
76133 Karlsruhne
Tel. 0721 / 9175-468
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