Freiburger "Tonlage tut gut"
Evangelische Reaktion auf Ergebnisse der katholischen Pastoralkonferenz
Freiburg (12.02.09). Der evangelische Dekan Markus Engelhardt freut sich über die Verlautbarung der katholischen Pastoralkonferenz, die am heutigen Mittwoch vom katholischen Stadtdekanat als Pressemitteilung veröffentlicht wurde. (Auszug siehe unten, im Internet bei www.katholische-kirche-freiburg.de) Auf der Homepage des Evangelischen Kirchenbezirks Freiburg schreibt der Dekan:
"Mit Freude und Zustimmung habe ich die ausführliche Stellungnahme der Pastoralkonferenz des katholischen Dekanats Freiburg zu den jüngsten Vorgängen in der römisch-katholischen Kirche gelesen. Angesichts der bisherigen sehr positiven Erfahrungen mit den ökumenischen Beziehungen zwischen unseren beiden Kirchen hier in Freiburg hat mich der Tenor der Erklärung freilich nicht überrascht. Vielmehr ist er eine schöne Bestätigung der Erfahrung, auf welch stabiler Grundlage die Ökumene in Freiburg steht. Dennoch tut eine solche Tonlage uns Evangelischen gut angesichts der jüngsten Entscheidung in Rom, die aus evangelischer Sicht nicht als ein einzelner "Ausrutscher" erscheint, sondern sich einreiht in eine Kette von Entscheidungen und Aussagen in den letzten Jahren, die Zweifel aufkommen lassen, ob manches in der Ökumene bei uns Erreichte in Rom noch gewollt wird.
Angesichts solcher Irritationen habe ich die klare Haltung vieler deutscher Bischöfe, insbesondere des Freiburger Erzbischofs Dr. Zollitsch, mit großem Respekt und Dankbarkeit zur Kenntnis genommen. Auch auf der Ebene unserer Stadt ist das Verhältnis zwischen dem katholischen Stadtdekan Claudius Stoffel und mir von freundschaftlicher Solidarität und großem gegenseitigen Vertrauen geprägt. Dies kann durch die jüngsten Ereignisse nicht in Frage gestellt, sondern nur bestärkt werden. Wir sind uns einig in der Ablehnung eines Kirchenbildes, das die Kirche als Trutzburg der Hundertprozentigen gegen die feindliche Welt ansieht. Jesus Christus ist nicht gegen die Gottlosen, Zweifler und Glaubensschwachen gestorben, sondern für uns alle. Das kann nur heißen, dass seine Kirche Platz und Heimat auch für die anbietet, die sich schwer tun mit dem Glauben und der Kirche. Darin weiß ich mich mit meinem Kollegen und Amtsbruder Claudius Stoffel einig."
Günter Hammer
Beauftragter für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Evang. Kirchenbezirk Freiburg
"Grundlinien sind klar"
Pastoralkonferenz des katholischen Dekanats Freiburg zu den Ereignissen rund um die Piusbruderschaft
Aus der Pressemeldung der katholischen Kirche in Freiburg vom 11.02.09:
"Die hauptamtlichen Mitarbeiter des Stadtdekanats berichteten von den Reaktionen in den Gemeinden. Neben der einhelligen Verurteilung und Ablehnung der antisemitischen Äußerungen von Bischof Williamson gibt es die zunehmend größere Sorge um innerkirchliche Veränderungen. Die Verunsicherung greift dabei tief: welches Kirchenbild wird zukünftig vorherrschen? (...)
Neben der Verunsicherung ist es aber vor allem die Sorge um die Arbeit vor Ort, die die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umtreibt.(...)
Hinter der Ökumene verbirgt sich indes eine der Grundfragen, die durch die Rücknahme der Exkommunikation der vier Pius-Brüder nun wieder brisant wird: Versteht sich Kirche als Teil der modernen Gesellschaft, oder will sie als eine parallele, in sich geschlossene Kontrastgesellschaft verstanden werden. Das Votum der Hauptamtlichen aus dem Freiburger Stadtdekanat ist eindeutig.
„Wir verstehen uns, unseren Glauben und unser Gemeindeleben als Teil der modernen Gesellschaft“, so Ekkehart Bechinger, Pastoralreferent in der Seelsorgeeinheit St. Georgen. Auch Meinrad Drumm, Vorsitzender des Dekanatsrats bestätigt: „Bei uns im Dekanat wird die Ökumene vielfältig gelebt. Die Zusammenarbeit ist geprägt von gegenseitigem Respekt und Achtung vor dem jeweils Eigenen“.
Bewusst hat die Pastoralkonferenz auf eine eigene Erklärung verzichtet. „Die Grundlinien bei uns vor Ort sind klar“, so Dekan Claudius Stoffel, „wir stehen voll hinter dem zweiten vatikanischen Konzil. Da gibt es nichts zu rütteln.“"
Vollständige Meldung auf den Seiten der Katholischen Kirche in der Stadt Freiburg (www.katholische-kirche-freiburg.de)







