„So viel Hilfsbereitschaft, das ist für mich wie Weihnachten“

 

Sogar „alte Mütterchen“ bringen Sachen in die Karlsruher Bahnhofsmission/ Bedürftige bedankten sich

Karlsruhe, (10.2.2012). Die Bahnhofsmission in Karlsruhe hat in den letzten Tagen so viele Kleiderspenden bekommen, dass nun auch andere Hilfeeinrichtungen damit versorgt werden können. Das teilte jetzt das Diakonische Werk Baden mit.
 
„Sogar aus Stuttgart haben Leute angerufen, und einer wollte sogar ein Zimmer für einen Bedürftigen zur Verfügung stellen. Diese Hilfsbereitschaft ist geradezu unfassbar“, sagt Susanne Daferner, die Leiterin der Bahnhofsmission. „Wenn dann alte Mütterchen bei diesen Temperaturen mit schweren Taschen die Bahnhofsmission betreten und ganz glücklich sind, dass sie helfen konnten, bekommt man doch schon mal einen Kloß im Hals. Und wenn unsere Gäste dann strahlen, wenn sie eine schöne warme Jacke oder feste Schuhe bekommen haben, ist das wie Weihnachten.“
 
„Heute hat mir eine unserer Frauen, die gestern einen nahezu neuen Mantel bekommen hat, eine hübsch verpackte Tafel Schokolade geschenkt, weil es ihr ein Bedürfnis war, da sie, wie sie sagte, noch nie im Leben etwas geschenkt bekommen hat, sondern sich immer alles hart erarbeiten musste. Was soll man da noch sagen“, berichtet Daferner sichtlich gerührt.
 
Eine andere Frau, die auch einen warmen Mantel, Schal und Handschuhe bekommen hatte, habe einen Tag später selbst gehäkelte Schmetterlinge vorbei gebracht, die im Frühjahr die Räume der Bahnhofsmission schmücken sollen. Ein Mann schließlich mit Löchern in seinen Schuhen, habe Tränen in den Augen gehabt, als er ein paar neue gefütterte Stiefel bekam und dicke Socken. Die seien ihm zwar zu groß gewesen, er habe sie dennoch gar nicht mehr ausziehen wollen. Daferner: „Vielleicht hatte er Angst, sie könnten vor seinen Augen wieder verschwinden.“
 
Für die Mitarbeitenden der Bahnhofsmission ist das, was in diesen Tagen dort geschieht, etwas sehr Besonderes: „Das sind die Gelegenheiten, wo man weiß, warum man diese Arbeit macht und wo man auch sieht, dass man nicht an der Menschheit verzweifeln muss. Dass Menschen helfen,  wo die Not am größten ist. Man muss ihr nur die Gelegenheit geben, zu schenken.“
 
In die Bahnhofsmissionen in Baden-Württemberg kommen jährlich mehr als 285.000 Menschen. Allein in den badischen Bahnhofsmissionen waren es 101.600 junge und alte Menschen im vergangenen Jahr.

(Angelika Schmidt, Pressesprecherin, Diakonisches Werk Baden)