Pforzheimer Kirche setzt Zeichen gegen Rechts
An der Kundgebung in Pforzheim nahmen teil (v.l.):
Der katholische Dekan Bernhard Ihle, OB Gerd Hager,
Rabbiner Michael Bar Lev sowie die evangelischen Dekane
Hendrik Stössel (Pforzheim Stadt) und Axel Ebert
(Pforzheim Land).
Karlsruhe, (14.02.2012). Mobilmachen gegen Rechts: Ein breites Bündnis hat in Pforzheim zu einer Kundgebung gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremisten am Jahrestag der Bombardierung der Stadt im Zweiten Weltkrieg aufgerufen. Auch die evangelische Kirche ist dabei - denn "Christen dürfen nicht schweigen", mahnt die landeskirchliche Migrationsexpertin Annette Stepputat.
Den Aufruf gegen die jährlich am 23. Februar von Rechtsextremisten organisierte sogenannte "Fackelmahnwache" in Pforzheim haben auch die evangelischen Dekane von Pforzheim und Pforzheim-Land, Hendrik Stössel und Axel Ebert, sowie deren katholischer Kollege Bernhard Ihle unterschrieben. Annette Stepputat, die Landeskirchliche Beauftragte für Migration und Islamfragen, fordert: "Die Kirche muss auf allen Ebenen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit eintreten."
Vor dem Hintergrund der rechtsextremistisch motivierten Morde der sogenannten Zwickauer Zelle hatten die Kirchen und Religionsgemeinschaften in Baden-Württemberg im November mit einer gemeinsamen Erklärung ein Zeichen gegen Rassismus, Gewalt und Intoleranz gesetzt. Aber auch in den Gemeinden gebe es Engagement, sagt Stepputat und verweist auf das Beispiel Pforzheim. Dort sei die evangelische Kirche von Anfang an im Bündnis gegen Rechts dabei gewesen.
Dabei sei es wichtig, dass die Menschen, die sich öffentlich gegen Nazis stellten, gesellschaftliche Anerkennung erführen. Christinnen und Christen dürften nicht schweigen, wenn Menschen Opfer von Rechtsextremisten würden, was oft auch eine starke psychische Belastung sei. "Kirchengemeinden und diakonische Einrichtungen sollten diejenigen unterstützen, die bedroht und herabgewürdigt werden." Auch kirchliche Mitarbeiter mit Migrationshintergrund seien schon Opfer von Rassismus geworden, etwa durch verbale Angriffe und Beleidigungen in Internet-Foren.
Die Evangelische Landeskirche in Baden wolle mit ihren Angeboten zu interkulturellen Dialog und Training dazu beitragen, Vorurteile und Rassismus abzubauen. "Die Menschenwürde und daraus resultierend die Menschenrechte müssen als Teil von Gottes Schöpfung bewahrt und verteidigt werden", sagt Stepputat.
