Landeskirche baut Internet-Seelsorge aus

 

Seelsorgende werden am Mittwoch in Emmendingen kirchlich beauftragt

Website netseelsorge.de

Die neuen Netseelsorger beim Einsegnungsgottesdienst / Foto: Stefanie Wehrstein

Einsegnung der Netseelsorger
Foto: Stefanie Wehrstein

Karlsruhe/Emmendingen, (05.11.2012). Für immer mehr Menschen gehört das Internet zur alltäglichen Lebenswelt, in der viele auch Rat und Trost in schwierigen Situationen suchen. Die Evangelische Landeskirche in Baden baut deshalb ihr schon seit 15 Jahren bestehendes Seelsorge-Angebot im Internet deutlich aus.

Nach dem Relaunch der landeskirchlichen Website www.netseelsorge.de wird nun die Zahl der Internet-Seelsorgenden von fünf auf elf erhöht. Oberkirchenrat Matthias Kreplin beauftragte die Seelsorgerinnen und Seelsorger am 7. November in einem Gottesdienst in der Evangelischen Stadtkirche Emmendingen kirchlich.

Ratsuchende können über die Internetseite einen Ansprechpartner aussuchen und anonym Kontakt aufnehmen. Die Datensicherheit genügt dabei höchsten Ansprüchen. Die Seelsorgenden, Pfarrerinnen und Pfarrer, sind dem Seelsorgegeheimnis verpflichtet. Viele Menschen, die Hilfe benötigten, schätzten die Niederschwelligkeit des Beratungsangebotes, berichtet Pfarrer i.R. Klaus Broßys von seinen langjährigen Erfahrungen. „Eine Frau hat mir geschrieben, dass sie sich nach den Gesprächen mit ihrem Therapeuten allein fühlt und sich schämt. Nach unserem Mailwechsel hingegen sei das nicht so.“

Zwischen den Mails lassen die Seelsorgenden eine gewisse Zeit verstreichen, was dem Ratsuchenden ermöglicht, über sein Problem nachzudenken, wie Kirchenrätin Monika Zeilfelder-Löffler erläutert: „Es handelt sich nicht um einen Chat. Vielmehr steht die Net-Seelsorge in der Tradition der Brief-Seelsorge.“ Denn der Ratsuchende muss sein Problem schriftlich ausdrücken können. Nach sechs oder sieben Mailkontakten wird er wenn nötig an eine andere Stelle weitervermittelt.

Der Bedarf nach Seelsorge im Internet steige, betont Zeilfelder-Löffler. So werde sich die Zahl der Online-Beratungen in diesem Jahr voraussichtlich auf rund 160 vervierfachen. „Mit den zusätzlichen Seelsorgenden, die alle eine qualifizierende Aus- und Fortbildung mitgemacht haben, verbessern wir nun die Erreichbarkeit.“ Das Angebot wird nicht nur von Menschen in Baden wahrgenommen. Die meisten Anfragen kommen derzeit aus Nordrhein-Westfalen, wie die landeskirchliche Beauftragte für die Internet-Seelsorge weiter sagt.

(Uwe Gepp, Chef vom Dienst)