Bildungspläne

 

Schon am veränderten Sprachgebrauch kann man das damit verbundene neue Verständnis von Unterricht ablesen: Was früher "Lehrplan" hieß, wird seit 2004 "Bildungsplan" genannt. An die frühere Vorstellung vom Lehrplan war ein Unterrichtsverständnis geknüpft, in dem die Lehrkraft bestimmte Unterrichtsinhalte und Themen vermittelt. Der Bildungsplan hat einen Unterricht vor Augen, in dem sich Schülerinnen und Schüler sich selbst bilden, indem sie sich bestimmte Kompetenzen aneignen. An die Stelle eines eher aufnehmenden Lernens tritt ein Unterrichtsverständnis, in dem selbständiges Lernen von Kindern und Jugendlichen im Mittelpunkt steht.

     

    Auszüge aus dem Vorwort zu den Bildungsplänen von 2004, die die Bedeutung der religiösen Bildung im Kontext von Schule umschreiben

    (Prof. Dr. von Hentig):"...... Schülerinnen und Schüler lernen, sich "letzten Fragen" zu öffnen - sie entscheiden sich zwischen Aufklärung und Glaube oder für eine Verbindung von beidem....."
    ".... Alle Schülerinnen und Schüler sollten eine Vorstellung von der Vielfalt der Religionen in der Welt haben....Diese sollten darüber hinaus Kenntnis von ihren Unterschieden untereinander und zu den anderen Religionen haben. Wer keiner Religionsgemeinschaft angehört, sollte dennoch am Religionsunterricht teilnehmen dürfen..."

     

    Über alle Einzelkompetenzen geht es im evangelischen Religionsunterricht darum, die religiöse Kompetenz zu erwerben

    Sie wird im Bildungsplan für alle allgemein bildenden Schulen folgendermaßen definiert:
    "Religiöse Kompetenz ist zu verstehen als Fähigkeit, die Vielgestaltigkeit von Wirklichkeit wahrzunehmen und theologisch zu reflektieren, christliche Deutungen mit anderen zu vergleichen, die Wahheitsfrage zu stellen und eine eigene Position zu vertreten sowie sich in Freiheit auf religiöse Ausdrucks- und Sprachformen (zum Beispiel Symbole und Rituale) einzulassen und sie mitzugestalten."