ekiba aktuell (09.06.07)

 

31. Deutscher Evangelischer Kirchentag: Wie hälst Du's mit der Religion(sfreiheit)?

Beim Podiumsgespräch "Religionen – Friedensstifter oder Brandstifter" haben der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, auf die Bedeutung der Religionsfreiheit für Christen und Muslime hingewiesen.

 „Wenn ich überall in der Welt Moscheen mit einem Turm bauen kann, dann will ich in Saudi-Arabien auch einen Gottesdienst halten dürfen, ohne verhaftet zu werden“, sagte Lehmann

Huber erklärte mit Blick auf die Verstimmungen zwischen der Evangelischen Kirche und dem Koordinierungsrat der Muslime wegen der jüngsten EKD-Handreichung „Klarheit und gute Nachbarschaft. Christen und Muslime“, die muslimische Seite habe der evangelischen Kirche beim jüngsten Vermittlungsgespräch in Mannheim in keinem Punkt eine verzerrende Darstellung des Islams in der EKD-Handreichung nachweisen können.

„Bei einem Dialog, der diesen Namen verdient, müssen auch Themen wie Probleme mit der Religionsfreiheit ihren Platz haben“, führte Huber weiter aus. Wenn etwa in der Türkei der Begriff „Missionar“ nur für Christen und dann als Schimpfwort verwendet werde, dann trage das zu einer Atmosphäre wie in Malatya bei, die zur Ermordung von drei Christen geführt habe. Auch Lehmann monierte, in der Türkei sei die Religionsfreiheit nicht verwirklicht, „solange wir zum Beispiel nicht Eigentümer unserer Kirchen sein dürfen und es keine theologische Ausbildung geben kann“.