ekiba aktuell (08.06.07)

 

31. Deutscher Evangelischer Kirchentag: Kräftiger Ruf nach Heilgendamm

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Mit "Lebendig und kräftig und schärfer" hat der Kirchentag ein überaus passendes Motto: in Sachen G8 wurde am Donnerstagabend ein ebenso lebendiger wie kräftiger Ruf nach Heilígendamm gesandt.

"Die Themen der Globalisierung  beschäftigen uns hier wie dort", sagte Kirchentagspräsident Reinhard Höppner beim Open-Air-Podium auf dem Roncalliplatz. Globalisierung sei kein unabänderliches Schicksal, sondern eine Gestaltungsaufgabe.
Der EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber berichtete über die Beratung der "religious leaders conference" vom Vortag: Vertreterinnen und Vertreter der Weltreligionen hatten die in Heiligendamm versammelten Staats- und Regierungschefs der G8-Staaten aufgefordert, sich für die Bekämpfung der weltweiten Armut und für gerechte Beteiligungsstrukturen einzusetzen: „Angetrieben von den Afrikanern, haben wir mit einer Stimme gesprochen.“

Viele weitere Stimmen schlossen sich dem Ruf an und richteten Appelle an die Regierungschefs in Heiligendamm: So z.B. Agnes Abuom, Vizepräsidentin des Ökumenischen Rates der Kirchen, Susan George von Attac, Vertreter des "Global Network Congress" und der südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu, der den Menschen zurief  "Ich bin ein Afrikaner, ich bin euer Bruder." Als Afrikaner sei er auch "kein Gegenstand eures Mitleids und eurer Barmherzigkeit. Ich bin ein Kind Gottes, nicht sein Stiefkind." Unter dem Jubel der Menge schloss der Friedensnobelpreisträger. "Wir sind geschaffen, um gemeinsam frei zu sein."

Ein weiteres Beispiel für ein "kräftiges" Statement gab Präses Nikolaus Schneider von der gastgebenden Evangelischen Kirche im Rheinland. Er forderte in seiner Botschaft die konsequente Einhaltung der Menschenrechte: "Die Bewahrung und Durchsetzung der Menschenrechte ist der einzige Weg, um ein Leben in Würde für alle Menschen zu ermöglichen."
Ganz im Sinne des Kirchentagsmottos fand er noch "schärfere" Worte:
"Wir fordern die Regierungschefs in Heiligendamm auf, für Regularien der globalisierten Märkte zu sorgen, die es verhindern, dass mit der Ausbeutung von Menschen dem Menschenhandel, der faktischen Versklavung von Menschen, dem Einsatz von Kindersoldaten und der Zerstörung unserer Umwelt gute Geschäfte gemacht werden können. Es darf nicht sein, dass die Entschuldung eines afrikanischen Landes auf die Konten so genannter ‚Geierfonds‘ umgeleitet wird."