ekiba aktuell (02.05.07)
„Mir geht es wieder gut“ - Kuren machen Mütter stark und gesund
Familie K. lebt mit drei Kindern im Alter von 2, 4 und 12 Jahren im ländlichen Raum. Herr K. ist mit einem kleinen Handwerksbetrieb selbstständig und arbeitet viel, so dass er seine Frau kaum entlasten kann. Die Alltagssituation, von morgens um 6 Uhr bis abends 21 Uhr zu funktionieren ohne Verschnaufpause, überfordert Frau K. allmählich. Sie steht ständig unter Druck.
Der Haushalt muss laufen, kaum eine Minute vergeht, ohne dass nicht nach der Mama gerufen wird. Sind die Kinder dann endlich im Bett, erledigt sie noch die liegen gebliebene Hausarbeit. Sie wird zunehmend antriebloser, hat häufiger depressive Phasen und leidet unter Schlaflosigkeit. Dies beeinträchtigt ihre Beziehung zu den Kindern enorm, sie kann immer weniger Geduld für sie aufbringen. Ihr Hausarzt attestiert ihr ein Erschöpfungssyndrom und empfiehlt ihr eine Mutter-Kind-Kurmaßnahme.
Frauen brauchen Hilfe vor Ort
Die Krankenkasse lehnt ihren Antrag jedoch mit der Begründung, dass ambulante Maßnahmen ausreichend seien, ab. Damit verliert Frau K. völlig den Boden unter den Füßen und weiß sich nicht mehr zu helfen. Sie trifft eine Schulfreundin und erzählt ihr von ihrem Problem. Die Freundin empfiehlt, sie solle sich an die Beratungs- und Vermittlungsstelle für Müttergenesung des Diakonischen Werkes in ihrer Nähe wenden. Sie bekommt dort gleich einen Termin. Die Beraterin kann Frau K. aufklären, dass im Zuge der neuen Gesundheitsreform vom Gesetzgeber festgestellt wurde, dass der Grundsatz „ambulant vor stationär“ bei diesen Kuren explizit nicht gilt. Im Gespräch wird rasch klar, dass Frau K. eine Mutter-Kind-Kur braucht. Ihre Beraterin schlägt eine spezialisierte Einrichtung des Müttergenesungswerks vor, die sowohl Unterricht für Schulkinder bietet, als auch Zweijährige betreut. Die Beraterin redet ihr gut zu und bleibt an ihrer Seite. Die Kur wurde genehmigt. Ohne Hilfe hätte Frau K. aufgegeben, wie so viele erschöpfte Mütter. Darum ist es so wichtig, das Netz der Beratungsstellen so dicht wie möglich zu halten. Denn Frauen brauchen Hilfe in direkter Nähe vor Ort.
Auch nach der Kur kann Frau K. beim Diakonischen Werk in ihrer Nähe an einer Kurnacharbeitsgruppe teilnehmen und all das, was sie in der Kur gelernt hat, vertiefen. Die therapeutische Kette, bestehend aus Kurvorbereitung durch die Beraterin, der Kur selbst und Kurnacharbeit vor Ort in den Beratungsstellen ist ein Markenzeichen des Müttergenesungswerks.
Die Landesgeschäftsstelle Müttergenesung hilft
Die Landesgeschäftsstelle Müttergenesung der Frauenarbeit der Evangelischen Landeskirche in Baden unterstützt die Beraterinnen z.B. durch Fortbildung, Finanzierung der Kurnacharbeit, laufende Informationen über Rechtsgrundlagen und Entwicklungen und führt einmal jährlich die Sammlung für das Müttergenesungswerk durch. Die Sammlungsgelder dienen der finanziellen Unterstützung von Familien in schwierigen Situationen, die sonst keine Kur in Anspruch nehmen könnten.
Vorsorgemaßnahmen werden erleichtert
Wie bedeutend diese Kurmaßnahmen für die Stärkung von Familien sind, hat auch der Gesetzgeber erkannt und mit der Gesundheitsreform 2007 für den Bereich der Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen für Mütter/Väter-Kinder Regelungen getroffen, die den Zugang erleichtern. Ab 01. April sind dies Pflichtleistungen der Krankenkassen und werden in den Risikostrukturausgleich aufgenommen, so dass es sich für die Krankenkassen nicht mehr „lohnt“ an Kuren zu sparen. „Gute und schnelle Hilfsangebote für erschöpfte Mütter und Väter werden jetzt zu einem echten Wettbewerbsvorteil für die Kassen. Das zahlt sich auch langfristig aus, weil dadurch schwerwiegenden Erkrankungen von Eltern vorgebeugt wird“, so die Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen.
Vom 07. bis 21.05.2007 wird die Sammlung des Müttergenesungswerks durchgeführt.
Spenden nimmt Ihr Pfarramt gerne entgegen. Oder per Überweisung direkt an:
EOK Karlsruhe
BLZ 660 608 00
EKK-Karlsruhe
Konto-Nr. 500011
„HST.51/6700.12/1. MGW-Sammlung“
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:







