ekiba aktuell (25.04.07)
"Du hast mehr verdient!" - Aufruf der Evangelischen Arbeitnehmerschaft (ean) Baden zum 1. Mai 2007
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Die Evangelische Arbeitnehmerschaft im Bereich der Evangelischen Landeskirche in Baden e.V. (ean) ruft gemeinsam mit dem DGB zur Teilnahme an den Veranstaltungen zum 1. Mai 2007 auf. Sie unterstützt das Motto des DGB:
„Du hast mehr verdient! Mehr Respekt. Soziale Gerechtigkeit. Gute Arbeit“
Die neue Denkschrift der EKD vom Juni 2006 „Gerechte Teilhabe –Befähigung zu Eigenverantwortung und Solidarität“ hebt die unverlierbare Würde des Menschen hervor. Gerechte Teilhabe ist die umfassende Beteiligung aller an Bildung und Ausbildung sowie an den wirtschaftlichen, sozialen und gesellschaftlichen Prozessen der Gesellschaft. Die biblische Option zielt darauf, die Ausgrenzungen zu überwinden und den Blick zu lenken auf die Empfindungen der Menschen, auf Kränkungen und Demütigungen von Benachteiligten, auf das Unzumutbare, das Menschenunwürdige, auf strukturelle Ungerechtigkeit.
Folgende Punkte möchte die ean hervorheben und als kirchlichen Beitrag zum diesjährigen Schwerpunktthema des DGB einbringen:
In prekären und ungeschützten Arbeitsverhältnissen arbeiten immer mehr Menschen. Oft reicht hier eine Arbeitsstelle nicht aus, um den Lebensunterhalt zu verdienen. Deshalb sind Mindestbedingungen für Arbeit und Entlohnung notwendig.
Viele Familien, Partnerschaften leiden unter der Ausweitung der Arbeitszeiten. Die neuen Ladenöffnungszeiten fördern eine Rund–um–die-Uhr–Gesellschaft. Wir brauchen deshalb den Schutz der gemeinsamen Freizeit, der Feiertage und des Wochenendes.
Millionen von Menschen sind von der Teilhabe an Arbeit ausgeschlossen. Ihnen fehlt die Anerkennung, das Selbstwertgefühl und sie fühlen sich diskriminiert. Arbeit ist ein wesentlicher Maßstab für Würde. Unsere Gesellschaft braucht eine neue Diskussion um Arbeit, Vollbeschäftigung und Einkommen. Menschen brauchen ein Einkommen, das die Teilhabe am Gesellschaftsleben ermöglicht.
Die Globalisierung der Wirtschaft in allen Bereichen bedroht immer mehr Menschen in ihrer Existenz. Sie vergrößert die Kluft zwischen Arm und Reich. Die Gewinnmaximierung vieler Konzerne geht oft zu Lasten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Unsere Gesellschaft braucht Rahmenbedingungen für eine solidarische Weltwirtschaftsordnung.
Die Politik fordern:
Der Staat ist zunehmend in die Defensive geraten. Deshalb muss durch Umstrukturierungen der Staatsaufgaben der Staat wieder in die Lage versetzt werden, seine Infrastruktur zu pflegen.
Verantwortung der Kirchen:
Zehn Jahre nach dem Gemeinsamen Sozialwort ist die Lage weitaus dramatischer. „Barmherzigkeit ist kein flüchtig befristetes Gefühl, sondern drängt auf Gerechtigkeit“. Kirche und Diakonie haben die Aufgabe eigene Perspektiven für eine sozialstaatliche Reformpolitik zu entwickeln und in Politik umzusetzen
Wir laden Sie herzlich zu den ökumenischen Gottesdiensten ein. Nehmen Sie teil an den Maikundgebungen des DGB.
gez. Andreas Schächtele, erster Vorsitzender
gez. Wilhelm Rojek und Gabriele Vetter, stellvertr. Vorsitzende
