ekiba aktuell (19.04.07)
Auf dem Weg in die Zukunft - Woche für das Leben vom 21. bis 28. April 2007
Schritte in die Zukunft
Von 21. bis 28. April findet die bundesweite "Woche für das Leben" statt. In diesem Jahr stellt sie den gemeinsamen Weg mit den Kindern in den Mittelpunkt: "Mit Kindern in die Zukunft gehen" lautet daher das Motto.
Aus diesem Anlass luden die evangelische Kirche in Baden und die Erzdiözese Freiburg zu einem Pressegespräch zum Beginn der diesjährigen Woche für das Leben in Karlsruhe. Dabei forderten sie Land und Kommunen unter anderem dazu auf, mehr Flexibilität zu zeigen in der Finanzierung von Kita-Plätzen für Kinder unter drei Jahren.
Beide Kirchen wollen die Wahlfreiheit für junge Mütter unterstützen, in den ersten Jahren zuhause bleiben zu können oder gleich wieder berufstätig zu sein. Deshalb fördern sie den weiteren Ausbau der Plätze für Kinder unter drei Jahren und setzen sich gleichzeitig für eine größere Anerkennung der elterlichen Erziehungszeit in der Gesellschaft ein – bis hin zur Anrechenbarkeit für spätere Rentenansprüche. Deshalb fordern sie von den Kommunen in Baden-Württemberg auf der Grundlage eines Finanzausgleiches eine verstärkte Finanzierung von Betriebskindergärten mit kommunenübergreifendem Einzugsbereich.
Beide Kirchen halten in Baden rund 1.650 Tageseinrichtungen für Kinder mit mehr als 100.000 Plätzen vor, die sie mit insgesamt 43 Millionen Euro jährlich unterstützen. Bisher sind davon 2.500 Plätze für Kinder unter drei Jahren.
„Die badische Landeskirche strebt an, bis Ende 2008 weitere 1.800 Plätze für Kinder unter drei Jahren einzurichten“, sagte Oberkirchenrat Johannes Stockmeier, gleichzeitig auch Hauptgeschäftsführer des Diakonischen Werkes Baden, in seinem Statement. „Frauen und Männer, die Kinder haben, müssen frei wählen können, ob sie entweder durch Erziehungsurlaub ihr Kind Zuhause erziehen oder es in eine Krippe geben und arbeiten gehen.“, machte er weiter deutlich.
„Die Anforderungen an Kindertagesstätten verändern sich ständig. Die Kirchen gehen auf die besonderen Bedürfnisse der Kinder und Familien ein. Die Arbeit der Kirchen für Kinder und mit Kindern erstreckt sich bei weitem nicht allein auf deren Betreuung. In unseren Pfarrgemeinden sind Kinder und ihre Eltern präsent und nehmen die Angebote gern wahr“, so Weihbischof Rainer Klug von der Erzdiözese Freiburg. Beide Kirchen wollen sich durch Fort- und Weiterbildung und Aufstockung des Personals auf die veränderten Anforderungen an die Erzieherinnen und Erzieher für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren einstellen.
Spätestens nach einem Jahr wollen die meisten Mütter wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren, haben die kirchlichen Schwangerenberatungsstellen festgestellt. Die einen wollen sich berufliche Chancen nicht entgehen lassen, die anderen haben Angst um ihren Arbeitsplatz und wollen die finanzielle Situation der Familie absichern. „Das Bedürfnis nach Sicherheit steht für die Mütter an erster Stelle“, sagte Karoline Jacobs-Howe von der Schwangerenberatung der Diakonie im Landkreis Karlsruhe. Im Zuge des neuen Elterngeldes müsse darauf geachtet werden, dass vor allem für Familien mit geringem Einkommen nach einem Jahr Elternzeit keine Versorgungslücke entstehe. Bisher seien Empfängerinnen von Arbeitslosengeld II im Bezug auf das Elterngeld schlechter gestellt als besser Verdienende, so die beiden Kirchen.
Die „Woche für das Leben“ startet in Baden am Sonntag, 22. April, mit einem ökumenischen Gottesdienst unter dem Motto „Auf dem Weg in die Zukunft“ um 15 Uhr in der Lutherkirche Bruchsal. Den Gottesdienst halten Dr. Ulrich Fischer, Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Baden, und Rainer Klug, Weihbischof der Erzdiözese Freiburg.
Lesen Sie hier die Beiträge von Johannes Stockmeier und Weihbischof Rainer Klug:
J. Stockmeier: Die Diakonie Baden und die Evangelische Landeskirche in Baden fordern mehr Gerechtigkeit für Mütter und Väter
Weihbischof R. Klug: Kirchen setzen bei diesjähriger Woche für das Leben Schwerpunkt bei Wertevermittlung und religiöser Erziehung
Mehr zum Thema:
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