ekiba aktuell (21.03.07)

 

Wie, wo und mit wem? - Wohnen im Alter

Wohnen im Alter

Gemeinsam wohnen im Alter das wollen immer mehr Frauen und Männer. Aber wie finde ich Gleichgesinnte, wie kann es gut gehen und welche Hürden werden uns erwarten? Diese und andere Fragen bewegten an die 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Netzwerktages „Wohnen im Alter“ am 17. März 2007 im Forum Hohenwart, veranstaltet vom Hohenwart Forum, der Evangelischen Frauenarbeit Baden und der Evangelischen Erwachsenenbildung Baden.

Neugierig, interessiert und vor allem hoch motiviert flanierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch den Markt der Möglichkeiten, lauschten den Projektpräsentationen der zwölf vertretenen Wohnprojekte aus ganz Baden und diskutierten mit Fachleuten. Deutschlandweit gibt es inzwischen mehr als 300 Beispiele gemeinschaftlichen Wohnens, mit wachsender Tendenz!

„Die Wohninitiativen, die wir Ihnen heute vorstellen, sind so verschieden wie die Menschen verschieden sind, die in Ihnen leben.“ eröffnete Pfarrerin Gabriele Hofmann, die theologische Leiterin des Hohenwart Forums den Netzwerktag.

Viele Ideen und Initiativen
Von der WABE in Stuttgart, die sich zu einer multikulturellen Gemeinschaft entwickelt hat, in der generationsübergreifende Wohnformen gelebt werden, bis hin zum „Wohnen im Quartier“ in Ettlingen: „ Wir möchten in einem Quartier wohnen – aber nicht in einem Haus“, erlebten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein breites Spektrum an Ideen und Initiativen und vor allem begeisterte Menschen. Denn am Anfang eines jeden Projektes stehen die Visionen und vor allem die Initiativkraft Einzelner oder auf neudeutsch: das bürgerschaftliche Engagement!

Daraus entwickelt sich dann ein spannender wie auch intensiver Gruppenprozess, in dem auch manche Ideale verabschiedet werden müssen. Oder wie Anne Helmer von der WOGE e.V, einer Wohngruppe für demenzkranke Menschen in Freiburg, sagt: „ Du fängst mit großen Träumen an, heraus kommt meistens was anderes – aber es ist ungeheuer bereichernd!“

Realisierbare Wohnträume
Auch die Zusammensetzung der Gruppe ändert sich im Laufe des Projektes in der Regel. „Irgendwann kommt der ‚Schwur’, dann trennt sich die Spreu vom Weizen“, so Jürgen Feldmeier vom Mietshäuser Syndikat in Freiburg. „Schwur“ heißt, wenn es um die Finanzen geht!
„Ohne Moos nix los“? So stimmt es für viele Wohnprojekte nicht. Denn auch ohne Erbschaft im Rücken können durch kreative Finanzierungs- und Rechtsmodelle Wohnträume mit einer kleinen Geldbörse wahr gemacht werden.

Neue Beginenhöfe
„Eine Begine? Mit einer Hand im Himmel und mit einem Bein auf der Erde“, das ist der Leitsatz der neuen Beginenbewegung in Deutschland, welche die Begine Sr. Brita Lieb mit viel Bildmaterial und profundem Geschichtswissen anschaulich vermittelte. Christlich, weltoffen und dem ökumenischen Gedanken verpflichtet entstehen in ganz Deutschland Beginenhöfe.
Gelegentlich „verirrt“ sich auch mal ein Begarde (= männliche Bezeichnung), „aber das ist eher selten“, so Sr. Brita Lieb. Ganz eindeutig sind die Frauen die treibende Kraft.

Kirchliche Projekte
Welche Antworten geben nun die Kirche und ihre Diakonie auf diesen Trend? Wie kann sie mit ihren Ressourcen Wohnprojekte unterstützen, denn so Kirchenrat Helmut Strack in seinem Statement: „Wohnen gehört zu den menschlichen Grundbedürfnissen. Aufgabe kirchlicher Begleitung ist die Stärkung der persönlichen Autonomie angesichts der von den Einzelnen zu treffenden Entscheidungen.“

Eine Antwort ist das Wohnprojekt Sophia, welches die Frauenarbeit der Evangelischen Landeskirche in Baden anstoßen will. Hannelore List-Thiele, Referentin in der Frauenarbeit der Landeskirche, stellte dieses erste kirchliche Projekt alternativen Wohnens vor.
Das Diakonische Werk Pforzheim hat sich spontan entschlossen, ein regionales Forum ins Leben zu rufen. Hier können sich Interessierte treffen und weiter vernetzen.

Frauenarbeit, Hohenwart Forum und Erwachsenenbildung möchten den Synergieeffekt dieser gelungenen Kooperation weiter nutzen. Weitere Veranstaltungen sind geplant!
Denn:
„wenn eine alleine träumt ist es nur ein Traum. Wenn viele gemeinsam träumen ist das der Beginn einer neuen Wirklichkeit!“
Dom Helder Camara.

Mehr Informationen und Kontaktmöglichkeiten:
17. April 2007, 19.00 Uhr
Matthäusgemeinde Karlsruhe: 1. Runder Tisch Sophia - Wohnprojekt der Ev. Frauenarbeit Baden

29. September 2007
Hohenwart Forum „ Gemeinschaftliches Wohnen im Alter – von der Idee zur Verwirklichung“ Projektmanagement für Wohninitiativen

Netzwerk Pforzheim: Doris Hötger, Diakonisches Werk Pforzheim Land
DiakonischesWerkPforzheimLand@web.de

M. Andrytzki/H. Strack(HG): „ Gemeinsam wohnen im Alter“ Herrenalber Protokolle 123


 Forum für gemeinschaftliches Wohnen: http://www.fgwa.de/