ekiba aktuell (12.03.07)

 

"Redet Wahrheit!" - Woche der Brüderlichkeit in Mannheim eröffnet

Buber-Rosenzweig-Medaille
Buber-Rosenzweig-Medaille

Unter dem Motto «Redet Wahrheit» steht die bundesweite Woche der Brüderlichkeit von 11. bis 18. März. Bei der zentralen Eröffnungsfeier in Mannheim wurden die beiden Journalisten Ester Shapira und Georg M. Hafner vom Hessischen Rundfunk mit der Buber-Rosenzweig-Medaille ausgezeichnet. Sie wurden für ihre engagierte Berichterstattung über Rechtsextremismus und Antisemitismus von den Gesellschaften für Christlich-Jüdische-Zusammenarbeit geehrt.
Vorab gab es eine christlich-jüdische Gemeinschaftsfeier mit dem früheren Landesrabbiner Henry Brandt, dem badischen evangelischen Landesbischof Ulrich Fischer und dem Freiburger katholischen Erzbischof Robert Zollitsch.

Der Intendant des Deutschlandradios (Köln/Berlin), Ernst Elitz, würdigte die Arbeiten Schapiras und Hafners als «vorbildlichen Qualitätsjournalismus». Deren universelle journalistische Themen seien die «Achtung vor den Mitmenschen und die Menschenrechte». Journalisten, die nach der Wahrheit suchten, seien inzwischen eine Minderheit, sagte Elitz in seiner Laudatio.

Schapira und Hafner seien einer kritischen journalistischen Tradition verpflichtet, heißt es auch in der Verleihungsurkunde. Mit ihrer Arbeit sorgten Schapira und Hafner dafür, dass sich Menschenrechte, Toleranz sowie ethische und religiöse Vielfalt in Deutschland fester verankerten.

Der Evangelische Präsident des Deutschen Koordinierungsrates, Professor Berndt Schaller sagte, um Wahrheit müsse gerungen werden. Das betreffe nicht zuletzt das Verhältnis der Religionen, wo widerstreitende Wahrheitsansprüche aufeinander träfen. Allerdings könne dieser Kampf um die Wahrheit sinnvoll nur miteinander und nicht gegen einander geschehen.
Christen, Juden und Muslime müssten in den Konflikten wieder lernen «Redet Wahrheit einer mit dem andern!» Auch die Kirchen täten sich immer noch schwer, unverklausuliert einzugestehen, wie tief die eigene Geschichte durchfurcht ist von Spuren der Unheilsgeschichte, so Schaller.

Die Buber-Rosenzweig-Medaille wird seit 1968 an Persönlichkeiten, Initiativen oder Einrichtungen verliehen, die sich für die Verständigung religiöser Gruppen einsetzen.  Zu den bisherigen Preisträgern gehören Yehudi Menhuhin, Lea Rabin und Altbundespräsident Johannes Rau.

Die Eröffnung der zentralen Veranstaltung im Mannheimer Rosengarten wurde live vom dritten Fernsehprogramm des Südwestrundfunks übertragen.

Quelle: epd