Perspektivwechsel nach vorne
Landeskirche sieht sich gut aufgestellt für die Zukunft
Bad Herrenalb (27.04.07). In einer „guten Ausgangsposition“ für die kommenden Jahre sieht sich die Evangelische Landeskirche in Baden. Das sagten Synodalpräsidentin Margit Fleckenstein und Landesbischof Ulrich Fischer heute vor Journalisten in Bad Herrenalb. Mit der nun bevorstehenden Novelle der Grundordnung und den strategischen Zielsetzungen habe die badische Kirche sich vorbildlich in der EKD positioniert.
Nach Jahren mit vielen Kürzungen und Sparrunden trügen diese nun Früchte, wie Landesbischof Ulrich Fischer sagte. „Anfangs schaute man in der Kirche zurück, was geschehen war, seit 10 Jahren richten wir den Blick eher nach vorne“, so Fischer. Jetzt könne man sich strategisch ausrichten, welche Aufgaben in den nächsten Jahren wichtig seien. „Wir stehen an einer historisch wichtigen Stelle“, unterstrich dies Margit Fleckenstein, seit 1996 Präsidentin der badischen Landessynode. Mit dem Kirchenkompassprozess und der Novelle der Grundordnung würden wesentliche Weichen gestellt.
Novelle der Grundordnung, strategische Ziele und ganzheitliche Bildung
Strukturen flexibler zu gestalten, offenere Gemeindeformen zu etablieren und der mittleren Ebene mehr Entscheidungsbefugnis zu geben, das seien die wesentlichen Änderungen der Novelle der seit 1958 geltenden Grundordnung.
Die Landessynode hat zudem sechs strategische Ziele für die Zukunft beschlossen. Neben der Verbesserung des Miteinanders von Haupt- und Ehrenamt, einer vertieften Kommunikation der Inhalte des Glaubens nach außen und nach innen sowie der Zuwendung zu Menschen in seelischer und materieller Not steht vor allem die Bildung auf der Prioritätenliste. „Das heißt nicht nur reines Wissen, sondern eine ganzheitliche Bildung für alle Menschen, besonders für die Benachteiligten“, erklärte Dekan Günter Eitenmüller (Mannheim), Vorsitzender des Bildungs- und Diakonieausschusses. Dazu gehöre die Profilierung der Kindertagesstättenarbeit wie die Arbeit mit Senioren und der Religionsunterricht. „Unser christliches evangelisches Profil soll erkennbarer werden.“
(Eine Übersicht über die strategischen Ziele finden Sie am Ende der Seite zum Download)
Entpanntere Finanzsituation
Zugute kommt der Landeskirche eine entspanntere Finanzsituation. Nach Mehreinnahmen im letzten Jahr von 5,5 Prozent bei der Kirchensteuer erwarte man auch in den nächsten Jahren eine bessere Einnahmesituation. „Dabei hilft uns das ansteigende wirtschaftliche Wachstum“, wie Joachim Buck (Weil am Rhein), Vorsitzender des Finanzausschusses, erläuterte. Man könne für Projekte im Rahmen des Kirchenkompassprozesses bis 2010 Gelder bereit stellen, „um befristet anstehende und wichtige Dinge umzusetzen“. Mögliche Maßnahmen will die Landessynode im Oktober dieses Jahres festlegen. Dennoch sei aufgrund zu erwartender Steuerreformen und der demographischen Entwicklung langfristig mit weiteren Einbußen zu rechnen, so Buck. Daher plant die Synode im Rahmen von 4,2 Millionen Euro Einsparungen. Diese sollen im Wesentlichen durch Vakanzen auf frei gewordenen Pfarrstellen von zwei Monaten, einigen Reduktionen im Verwaltungsbereich und Sachkosten erbracht werden.
Auf der Plenartagung am Samstag wird die Verabschiedung der neuen Grundordnung erwartet.
