Eine Adresse für unsere Warum-Fragen
Landesbischof Ulrich Fischer: Auch im Leid sind wir nicht gottverlassen
Karlsruhe (6.4.07). „Wir dürfen mit unserem Zweifel, mit unserer Verzweiflung zu Gott selbst kommen“, sagte Landesbischof Ulrich Fischer in der Predigt am Karfreitag in der Karlsruher Stadtkirche. In seinem Tod am Kreuz habe in Jesus Christus Gott selbst Leiden durchlitten. Darum sei der Mensch auch im Leiden und Sterben nicht gottverlassen und nicht zur Trostlosigkeit verdammt.
Landesbischof Ulrich Fischer: „Das ist das Tröstliche am Karfreitag: Unser Leid hört nicht auf, auch nicht unsere Warum-Fragen und der Zweifel. Nein: Der Zweifel gehört zum Glauben wie seine kleine Schwester. Aber wir brauchen unsere Warum-Fragen nicht anklagend in die Welt hinauszuschreien, vielleicht in der Hoffnung, dass Gott von oben herab in diese Welt eingreift; sondern wir dürfen mit unseren Warum-Fragen mit unserem Zweifel, mit unserer Verzweiflung zu Gott selbst kommen. Jesus hat uns mit seiner Warum-Frage am Kreuz einen neuen Zugang zu Gott eröffnet. Den Zugang zu Gott, der im Leiden uns beisteht. Zu Gott, der uns in der Tiefe unseres Lebens begegnet.“
Dadurch könnten Tod und Sterben, Begrenztheit und Leiden ausgehalten werden, „nicht als etwas Gottloses, Gottfernes, sondern als etwas, in dem Gott stärkend und helfend bei uns ist“, so Fischer. Mit dem Tod am Kreuz „durchkreuze“ Jesus Christus das Bild von einem fernen Gott, der mit unserem Leben nichts zu tun habe. „Jesus starb am Kreuz einsam, damit wir in aller Einsamkeit wissen: Gott ist bei uns.“
Die vollständige Karfreitags-Predigt im Wortlaut finden Sie hier.
