Füreinander Aufgaben übernehmen
Erzdiözese Freiburg und Evangelische Landeskirche in Baden wollen „arbeitsteilige Ökumene“ fördern
Freiburg/Karlsruhe/Sasbach (pef) Nicht nur stärker zusammen arbeiten, sondern stellvertretend Aufgaben für andere übernehmen – unter dieser Perspektive haben die Leitungen der Erzdiözese Freiburg und der Evangelischen Landeskirche in Baden eine ökumenische Arbeitsgruppe eingerichtet. Sie soll prüfen, in welchen Bereichen „arbeitsteilige Ökumene“ sinnvoll und machbar ist.
„Wir wollen gemeinsam prüfen, was wir verstärkt zusammen machen können, vor allem im Sinne einer arbeitsteiligen Kooperation“, kündigte am Dienstag der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch auf dem regelmäßigen Treffen des Ordinariates und des Evangelischen Oberkirchenrates im Seminar St. Pirmin in Sasbach an. Zollitsch hatte in den Pastoralen Leitlinien (2005) für die Erzdiözese bereits den Begriff der „arbeitsteiligen Ökumene“ ins Spiel gebracht. „Wir haben aus unserer sehr guten ökumenischen Atmosphäre in Baden heraus dieses Angebot gerne aufgenommen und wollen in einem Jahr konkrete Ergebnisse vorweisen können“, umreißt Landesbischof Ulrich Fischer den Auftrag der Gruppe, die mit jeweils drei Mitgliedern der Kirchenleitungen besetzt worden ist.
Auf der umfangreichen Liste stehen neben dem Bereich der Diakonie und Caritas auch die Krankenhausseelsorge, der Bereich der Fortbildung und Erwachsenenbildung sowie das Gebäudemanagement. Daneben soll geprüft werden, ob ökumenische Trägerschaften von Kindertagesstätten möglich sind.
„Wo keine Arbeitsteilung möglich ist – und da wird es sicherlich Bereiche geben –, wollen wir unsere Kooperation verstärken und ausbauen“, so Landesbischof Fischer. Die Arbeitsgruppe will nun die Arbeitsaufträge an die jeweiligen Fachreferate weitergeben und in einem Jahr die Ergebnisse zusammentragen und konkrete weitere Schritte planen. Darauf einigten sich die Kirchenleitungen in Sasbach.
„Wir gehen damit nicht nur einen aus finanzieller und personeller Not gebotenen Schritt, sondern unser Vorgehen ist ebenso Ausdruck ökumenischer Freundschaft und Zusammenarbeit in Baden“, ist Erzbischof Zollitsch überzeugt. „In Baden gehen die ökumenische Uhren eben anders“, freut sich Landesbischof Fischer über dies in Deutschland bisher wohl einmalige Vorgehen zwischen einer katholischen Diözese und einer evangelischen Landeskirche.
