Das Apfelmus des Lebens

 

Impuls vom 23.08.2010

Anja Bremer-Walkling
„Wir achten zu wenig aufs „Apfelmus“ des Lebens, auf die ganz gewöhnlichen Dinge an jedem Tag. Sie fallen nicht groß auf, gerade weil sie so gewöhnlich sind: am Morgen aufstehen und am Abend schlafen gehen; gemeinsam essen, zusammensein mit Angehörigen, Freunden; etwas fertig machen, worüber ein anderer froh ist. Das alles kann, wenn man mal mehr darauf achtet, ein Erlebnis werden, das glücklich macht...“ - Phil Bosmans

Glück ist „in“.

Wenn ich mit offenen Augen durch die Stadt laufe, springt mich das Glück geradezu an: auf Einkaufstaschen begleitet es die Shoppingtour, Bleistifte mit aufgedruckten Glückszitaten sollen es mir beim Schreiben bringen und Tageskalender mit Sinnsprüchen zum Glück suggerieren den Glückszuwachs beim täglichen Lesen.
Auf dem Buchrücken eines Bestsellers unter den Glücksratgebern lese ich den tiefgründigen Satz „Mit dem Glück ist es wie mit Diäten oder Erkältungskrankheiten: tausend Rezepte – aber keine überzeugenden Erfolge...“. Und weiter schreibt Dr. Hirschhausen: „Wir sind von Natur aus bestens geeignet, das Glück zu suchen, aber eklatant schlecht darin, zufrieden zu sein.“ (Eckart von Hirschhausen, Glück kommt selten allein, Hamburg 2009)

Das Rezept für mein Lebensglück hängt also von meiner persönlichen Zufriedenheit ab? Mir kommt ein Bild von Hilde Domin in den Sinn – „…dem Wunder leise wie einem Vogel die Hand hinhalten“..., und ich möchte es umformulieren: „…dem Glück leise wie einem Vogel die Hand hinhalten“. Ruhig und zufrieden, „in sich selbst vergnügt“, wie es im wunderbaren Kirchenlied (EG 369) heißt.
Das ist es, das Apfelmus des Lebens!

Anja Bremer-Walkling, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit im ZfK

PS: Sie suchen ein leckeres Apfelmusrezept? Ich bin bei Christa Spilling-Nöker fündig geworden und gebe es Ihnen gerne weiter: „Würze dein Leben täglich mit einer Prise Humor und einem Teelöffel voll Vergnügen. Gib ein Glas Wagemut hinein und gieße noch einen Becher Hoffnung dazu. Rühre alles kräftig durch und stell es für eine Weile an einen sonnigen Platz. In der Wärme geht dir das Glück nach und nach auf und du darfst vom Geschmack guten Lebens dich nähren.“ (aus: Ein Korb voller Glück, Eschbach 2009).