Gedenken an die deportierten Juden Badens - 17. Oktober 2010, 14.00 Uhr - Herzliche Einladung zur Einweihung der neuen Gedenksteine in Neckarzimmern

 

Ökumenisches Jugendprojekt Mahnmal - Ein Projekt gegen das Vergessen

Mahnmahl Neckarzimmern
Mahnmal Neckarzimmern

Das ökumenische Projekt „Mahnmal für die deportierten Juden und Jüdinnen Badens“ wurde in den Jahren 2002–2005 durchgeführt. Es soll an das Schicksal der am 22. Oktober 1940 nach Gurs deportierten badischen Juden und Jüdinnen erinnern. Das Projekt wollte Jugendliche und Jugendgruppen motivieren, in ihren Gemeinden auf Spurensuche zu gehen, ihre Ergebnisse zu dokumentieren und zwei identische Gedenksteine, sogenannte Memorialsteine, zu gestalten. Ein Stein blieb in der Gemeinde, der andere wurde Teil des Mahnmals für die Opfer der Deportation auf dem Gelände der Tagungsstätte der Evangelischen Jugend in Neckarzimmern. Die Errichtung von Memorialsteinen in den Deportationsorten kann jederzeit erfolgen.

Das Mahnmal in Neckarzimmern
Einer der beiden von den Jugendlichen gestaltete Steine wird Teil des Mahnmals in Neckarzimmern. Auf einem ca. 25 mal 25 Meter großen Gelände der Tagungsstätte der Evangelischen Jugend Neckarzimmern werden für jede der 137 Gemeinden, aus denen jüdische Menschen deportiert wurden, ein Memorialstein in den Boden eingelassen.

Steinegalerie
Hier finden Sie eine Bildergalerie mit allen bisher auf dem Neckarzimmerer Mahmal gesetzten 91 Steine. Erst wenn aus jedem der insgesamt 137 Deportationsorte ein Stein auf dem Mahnmal seinen Platz gefunden hat, ist das Ökumenische Jugendprojekt Mahnmal beendet.

Die Geschichte der Deportation
Die NS-Gauleiter von Baden und der Pfalz, Robert Wagner und Josef Bürckel, sahen nach der Niederlage Frankreichs im Sommer 1940 die Möglichkeit gekommen, ihre „Gaue“ als die ersten im Deutschen Reich für „judenfrei“ zu erklären.

Liste der Deportationsorte
Aus 137 Orten Badens wurden am 22.Oktober 1940 über 5.600 Juden - Kinder, Jugendliche, Erwachsene, ältere Menschen, Gesunde wie Kranke - deportiert.

Schritte für Projektgruppen
Die Projektgruppen arbeiten vor Ort. Sie halten Kontakt mit den Projektleitern und suchen in ihrer Gemeinde die Kooperation mit der Ortsverwaltung, dem kommunalen Archiv und mit Kennern der Ortsgeschichte sowie mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen.

Die Projektleiter
Projektleiterin Eva Söffge und Projektleiter Jürgen Stude koordinieren das Jugendprojekt und stehen gemeinsam mit weiteren sachkundigen Personen beratend zur Seite.

     

    100 Gedenksteine auf dem Mahnmal zur Erinnerung an die am 22. Oktober 1940 deportierten badischen Jüdinnen und Juden in Neckarzimmern

     

    Einweihung 100 Gedenksteine Neckarzimmern

    Das Mahnmal zur Erinnerung an die deportierten badischen Juden auf dem Gelände der evang. Tagungsstätte Neckarzimmern füllt sich immer mehr. Am Sonntag den  23. Oktober 2011, 71 Jahre nach der Deportation, konnten im Rahmen einer Gedenkfeier  acht neue Steine eingeweiht werden, so dass nun 100 badische Deportationsorte mit einem Gedenkstein  in Neckarzimmern versammelt sind.

    Die  neuen Steine kommen  aus  Bruchsal-Untergrombach, Ladenburg, Saig bei Freiburg, Baden-Baden, Karlsruhe-Durlach, Sinsheim-Rohrbach, Hemsbach und  Villingen. Geschaffen wurden sie von Schulklassen und Jugendgruppen aus diesen Gemeinden, die sich am „Ökumenischen Jugendprojekt Mahnmal“ beteiligen. Dieses Jugendprojekt ist den am 22. Oktober 1940 in das Internierungslager nach Gurs in Südwestfrankreich verschleppten  über 5600 Juden aus 137 Orten Badens gewidmet. Der Kern des Projektes ist eine 20 m mal 20 m große Bodenskulptur, die Steine aus allen 137 Deportationsorten aufnehmen soll. Ein Stein für jede Gemeinde, aus der Menschen deportiert wurden.
    Eva Söffge vom Seelsorgeamt Freiburg und Jürgen Stude vom Evang. Kinder und Jugendwerk Baden begrüßten die über 100 Besucher der Feier und brachten ihre Anerkennung vor der Arbeit der jugendlichen Akteuren und ihrer erwachsenen Begleiter zum Ausdruck. Auch der Neckarzimmerer Bürgermeister Stuber dankte in seinem Grußwort den jungen Menschen, für das ermutigende Zeichen, dass sie mit ihren Steinen gesetzt haben. Anschließend stellten die Jugendlichen ihre Steine vor, berichteten von ihrer Spurensuche und erläuterten ihre Überlegungen die sie bei der Gestaltung leiteten.  
    Wenn auch das Jugendprojekt nun die magische Zahl 100 erreicht hat, fehlen noch Steine aus 37 Deportationsorten. Erst wenn sie auf dem Neckarzimmerer Mahnmal  versammelt sind, ist das Projekt beendet. Eva Söffge und Jürgen Stude sind zuversichtlich, dass auch  Oktober 2012 wieder neue Steine eingebracht werden, denn es haben sich bereits wieder Jugendgruppen und Schulklassen gefunden, die ihre Steine im Oktober 2012 auf dem Mahnmal in Neckarzimmern präsentieren wollen.  

    Einen ungewöhnlichen „Stein“ gestalteten Schüler des Kreisgymnasiums Neustadt für die Schwarzwaldgemeinde Saig: Ein aus Metallgittern bestehender und bis oben mit Deportationsaktenordnern gefüllter Kubus. Damit wollen sie auf die totale Erfassung durch die NS-Bürokratie hinweisen, die den reibungslosen Ablauf der Deportationen ermöglicht hat.

         

        Zeitzeugenbericht Hannah Meyer-Moses: Reise in die Vergangenheit.


        Die 82-jährige gebürtige Karlsruherin besucht auch heute noch oft ihre Geburtsstadt. Sie gehört zu jener Generation badischer und pfälzischer Juden, die am 22. Oktober 1940 in das Lager Gurs in den Pyrenäen deportiert wurden: Hanna Meyer-Moses: Reise in die Vergangenheit. Eine Überlebende des Lagers Gurs erinnert sich an die Verfolgung während der NS-Diktatur

         

        Claude Laharie:  Gurs 1939 – 1945. Ein Internierungslager in Südwestfrankreich.

        Einziges in deutscher Sprache erhältliches Buch zur Geschichte des Lagers, 84 S. mit vielen Abb., Arbeitsstelle Frieden 2006, 6,00 €. Weitere Informationen bitte anklicken.