Jugendprojekt Mahnmal

 

Ein Projekt gegen das Vergessen

Mahnmahl Neckarzimmern
Mahnmal Neckarzimmern

Das ökumenische Projekt „Mahnmal für die deportierten Juden und Jüdinnen Badens“ wurde in den Jahren 2002–2005 durchgeführt. Es soll an das Schicksal der am 22. Oktober 1940 nach Gurs deportierten badischen Juden und Jüdinnen erinnern. Das Projekt wollte Jugendliche und Jugendgruppen motivieren, in ihren Gemeinden auf Spurensuche zu gehen, ihre Ergebnisse zu dokumentieren und zwei identische Gedenksteine, sogenannte Memorialsteine, zu gestalten. Ein Stein blieb in der Gemeinde, der andere wurde Teil des Mahnmals für die Opfer der Deportation auf dem Gelände der Tagungsstätte der Evangelischen Jugend in Neckarzimmern. Die Errichtung von Memorialsteinen in den Deportationsorten kann jederzeit erfolgen.

Das Mahnmal in Neckarzimmern
Einer der beiden von den Jugendlichen gestaltete Steine wird Teil des Mahnmals in Neckarzimmern. Auf einem ca. 25 mal 25 Meter großen Gelände der Tagungsstätte der Evangelischen Jugend Neckarzimmern werden für jede der 137 Gemeinden, aus denen jüdische Menschen deportiert wurden, ein Memorialstein in den Boden eingelassen.

Steinegalerie
Derzeit stehen 50 Steine aus 50 Deportationsorten auf dem Neckarzimmerer Mahmal, die hier abgebildet sind. Erst wenn aus jedem der insgesamt 137 Deportationsorte ein Stein auf dem Mahnmal seinen Platz gefunden hat, ist das Ökumenische Jugendprojekt Mahnmal beendet.

Die Geschichte der Deportation
Die NS-Gauleiter von Baden und der Pfalz, Robert Wagner und Josef Bürckel, sahen nach der Niederlage Frankreichs im Sommer 1940 die Möglichkeit gekommen, ihre „Gaue“ als die ersten im Deutschen Reich für „judenfrei“ zu erklären.

Liste der Deportationsorte
Aus 137 Orten Badens wurden am 22.Oktober 1940 über 5.600 Juden - Kinder, Jugendliche, Erwachsene, ältere Menschen, Gesunde wie Kranke - deportiert.

Schritte für Projektgruppen
Die Projektgruppen arbeiten vor Ort. Sie halten Kontakt mit den Projektleitern und suchen in ihrer Gemeinde die Kooperation mit der Ortsverwaltung, dem kommunalen Archiv und mit Kennern der Ortsgeschichte sowie mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen.

Die Projektleiter
Projektleiterin Eva Söffge und Projektleiter Jürgen Stude koordinieren das Jugendprojekt und stehen gemeinsam mit weiteren sachkundigen Personen beratend zur Seite.

     

    Buchtipp

    Die 82-jährige gebürtige Karlsruherin besucht auch heute noch oft ihre Geburtsstadt. Sie gehört zu jener Generation badischer und pfälzischer Juden, die am 22. Oktober 1940 in das Lager Gurs in den Pyrenäen deportiert wurden: Hanna Meyer-Moses: Reise in die Vergangenheit. Eine Überlebende des Lagers Gurs erinnert sich an die Verfolgung während der NS-Diktatur