Die Erinnerungssteine

 

Die Erfahrungen aus der Spurensuche und der Auseinandersetzung mit der Geschichte der Deportation der badischen Judenschaft fließen ein in die Gestaltung zweier Memorialsteine. Einer der Steine soll in dem jeweiligen Ort aufgestellt werden – zur Erinnerung an das Schicksal der vertriebenen, verschleppten und ermordeten Juden und Jüdinnen aus dieser Gemeinde. Der andere wird Teil des Mahnmals in Neckarzimmern. „Untypisch soll der Memorialstein sein. Das heißt unbearbeitet und mit Scherben drauf. Wir wollen an das anknüpfen, was kaputt gegangen ist. Auf keinen Fall soll der Stein glatt sein, er muss rau sein und kantig.“ (Projektgruppe Evang. Jugendwerk/ Christusgemeinde Freiburg)

Gestaltung der Memorialsteine
Die Gestaltung der Steine bleibt den Gruppen überlassen. Mit Blick auf das Mahnmal gibt es jedoch einige Vorgaben, die unbedingt eingehalten werden müssen:
Die Steine sollten zwischen 0,7 m und 1 m hoch sein
Die Grundfläche sollte möglichst genau 0,5 m x 0,5 m betragen
Zur Befestigung der Steine sollen zwei Bohrlöcher von 35 cm Tiefe und 2,5 cm Durchmesser vorgefertigt werden
Auf den Steinen soll der Deportationsort stehen, nicht aber die einzelnen Namen der Deportierten
Es müssen wetterfeste Materialien verwendet werden (Achtung: kein Ytong!)
Bei der Verwendung von jüdischen Symbolen bitte Rücksprache mit der jeweiligen jüdischen Gemeinde bzw. mit den Projektleitern halten
Spezifisch christliche Symbole wie das Kreuz sollten nicht verwendet werden
Da die Steine in einem Abstand von etwa 20 cm von einander angeordnet werden, sollte die Vorderseite des Steines im Zentrum der Gestaltung stehen Bitte unbedingt vor der Anfertigung der Steine mit einem der beiden Projektleiter Kontakt aufnehmen!
Der Transport der Memorialsteine nach Neckarzimmern sollte möglichst von den einzelnen Gruppen geleistet werden. Die Projektleiter werden darüber hinaus versuchen, einen zentralen Transport für diejenigen Gruppen zu organisieren, die keinen Transport durchführen können. Bei der Befestigung der Steine fallen Kosten in Höhe von 300 € an; diese sollten nach Möglichkeit von der beteiligten Gruppe übernommen werden, z.B. durch eine „Steinpatenschaft“ von Sponsoren oder Institutionen vor Ort.

       

      Zeitzeugenbericht Hannah Meyer-Moses: Reise in die Vergangenheit.


      Die 82-jährige gebürtige Karlsruherin besucht auch heute noch oft ihre Geburtsstadt. Sie gehört zu jener Generation badischer und pfälzischer Juden, die am 22. Oktober 1940 in das Lager Gurs in den Pyrenäen deportiert wurden: Hanna Meyer-Moses: Reise in die Vergangenheit. Eine Überlebende des Lagers Gurs erinnert sich an die Verfolgung während der NS-Diktatur

       

      Claude Laharie:  Gurs 1939 – 1945. Ein Internierungslager in Südwestfrankreich.

      Einziges in deutscher Sprache erhältliches Buch zur Geschichte des Lagers, 84 S. mit vielen Abb., Arbeitsstelle Frieden 2006, 6,00 €. Weitere Informationen bitte anklicken.