Gemeinsames Singen und Musizieren verbindet
Kirchenmusik erleben und aktiv mitgestalten
Es entsteht Gemeinschaft zwischen denen, die singen und spielen, und denen, die hören. Auch deswegen ist die christliche Gemeinde singende und spielende Gemeinde.
Eine Gemeinde besteht aus Menschen, die verschiedenen Gesellschaftsbereichen angehören, verschiedenen Alters sind, der kirchlichen Arbeit näher oder ferner stehen. Dieser Vielfalt sollten die kirchenmusikalischen Aktivitäten und Angebote entsprechen.
Die Kirchenmusik hat ihren Platz im Gottesdienst und überall dort, wo in der Gemeinde Menschen zusammenkommen. Ort und Anlass mögen verschieden sein: etwa in den verschiedenen Gruppen einer Gemeinde, bei einer Freizeit oder im Kindergarten, bei der Probe eines Chores oder Instrumentalkreises, im Orgelkonzert oder bei einem offenen Singen.
Von keiner Epoche kann gesagt werden, sie habe die einzig mögliche Kirchenmusik hervorgebracht. Zeitgenössischer Musik und ihren Ausdrucksmitteln ist ebenso Raum zu lassen wie der überlieferten Tonsprache; dem Experiment ebenso wie bewährten Formen. Gerade deshalb ist es schön, Kirchenmusik zu erleben und auch aktiv mit zu gestalten.
Kirchenmusik als Sache der Gemeinde
Aus der Bedeutung der Kirchenmusik ergibt sich die Verpflichtung der Kirchengemeinden, sich ideel und finanziell für die kirchenmusikalische Arbeit einzusetzen und entsprechende Voraussetzungen und Arbeitsbedingungen dafür zu schaffen. Dazu gehören die entsprechenden Räume und ein funktionstüchtiges und geeignetes Instrumentarium. Ferner muss der Haushaltsplan der Gemeinde einen ausreichenden Posten für Notenanschaffungen, für die kirchenmusikalische Arbeit und für Veranstaltungen bereitstellen. Die Haushaltsrichtlinien des Evangelischen Oberkirchenrats enthalten jeweils entsprechende Hinweise. Betreffende Merkblättern informieren über Zuschussmöglichkeiten durch den Evangelischen Oberkirchenrat.
Chöre und Instrumentalgruppen
Die Chor- und Instrumentalgruppen einer Gemeinde bieten - stimmlich und intrumental begabten und interessierten - Menschen verschiedener Altersgruppen die Möglichkeit der Mitarbeit. Diese Musikkreise sind Bestandteil des Gemeindelebens und werden deshalb von der Gemeinde und ihren Verantwortlichen gefördert und unterstützt. Geleitet werden diese Gruppen von den dazu beauftragten Kirchenmusikerinnen und -musikern. Sie sorgen für eine gründliche musikalische Vorbereitung und Durchführung der Arbeit.
Der Gottesdienst als Zentrum der Kirchenmusik
Der Gottesdienst der Gemeinde ist der Ausgangspunkt des kirchenmusikalischen Lebens. Die Musik hilft mit, dass der emotionale Bereich im gottesdienstlichen Geschehen nicht zu kurz kommt und der Gottesdienst zur Feier und zum Fest wird. Der Gottesdienst in seinen vielfältigen Formen bietet verschiedenste Möglichkeiten für den Einsatz von Musik.
Die singende Gemeinde
Kirchenmusikerinnen und -musiker sollten die Gemeinde zu einem lebendigen Singen und zum rechten Verständnis des alten und neuen Kirchenliedes anleiten. Dies kann je nach örtlichen Möglichkeiten durch ein Ansingen der Lieder zu Anfang oder auch während des Gottesdienstes geschehen, wobei der Chor oder eine Ansinggruppe hilfreich sind.
Orgelspiel im Gottesdienst
Das Orgelspiel im Gottesdienst mit seinen begleitenden und solistischen Aufgaben erfordert Einfühlungsvermögen und gründliche Vorbereitung. Gemeindelieder und liturgische Stücke werden in der Regel mit der Orgel begleitet. Durch das Orgelspiel soll lebendiges Singen ermöglicht und angeregt werden.
