Diakonie und Familie
Familienfördernde Angebote im Veranwortungsbereich des Diakonischen Werkes Baden
Diakonische Werke:
Die Diakonischen Werke sind in Baden an 50 Orten Anlaufstellen für allgemeine und spezielle Fragestellungen für die Menschen in ihren familiären Lebensbezügen. Beratung, Begleitung, Bildung findet in unterschiedlicher Form in Einzelgesprächen, Gruppen- oder Kursangeboten, im lebens- oder sozialräumlichen Bezug, in zeitlich begrenzten Projekten statt.
Orte für die Beratung, Begleitung und Bildung sind die Beratungsstellen, Stadtteilzentren, Mehrgenerationenhäuser, Familienzentren, Diakonieläden, in der Schule, in Pfarrgemeinden, in Wohnunterkünften, oder bei aufsuchender Arbeit und Streetwork.
Im Handlungsfeld der kirchlichen allgemeinen Sozialarbeit werden in den Kirchbezirken folgende diakonische Aufgaben in unterschiedlicher Präsenz und Spezialisierung angeboten:
• Sozialberatung
Die Allgemeine Sozialberatung ist eine Anlaufstelle für Familien in Not oder Problemlagen. Sie informiert und berät über sozialrechtliche Fragen und kann Leistungsansprüchen (insbes. nach SGB II, SGB III und SGB XII) klären.
• Familien- und Lebensberatung
bietet in Fragen zur Partnerschaft, Ehe und Familie eine psychosoziale Beratung und Begleitung für Menschen, die über Probleme sprechen, über Lösungsmöglichkeiten nachdenken und nach neuen Wegen suchen möchten. Vor, während oder nach einer Trennung/Scheidung wird Begleitung in dieser Krise angeboten. Lösungen für den weiteren Umgang miteinander können gesucht und eine Stabilisierung in der neuen Lebensphase eingeleitet werden.
• Erziehungsberatung
möchte eine kompetente Erziehung von Kindern unterstützen und begleiten. Hier ist Raum für Sorgen und Befürchtungen, für Fragen zur Entwicklung des Kindes und für Überlegungen was in Krisen eine gute Lösung sein kann. Das Angebot richtet sich an Eltern, Kinder und Jugendliche.
• Schuldnerberatung
unterstützt, wenn der Schuldenberg der Familie über den Kopf wächst. Sie informiert über die Rechte als Schuldner, über Sozialleistungsansprüche, das Insolvenzverfahren und zeigt Wege auf, wie ein Schuldenanstieg vermieden werden kann.
• Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung
Eine Schwangerschaft kann Freude, Hoffnung oder Erfüllung bedeuten, aber auch mit Ängsten vor der Zukunft und mit Sorgen verbunden sein. In der Beratung erhalten Frauen und Paare Verständnis und Respekt für ihre Situation, Information und Hilfe. Persönliche Probleme und Schwierigkeiten in Partnerschaft und Familie können besprochen werden. Informationen über Familienleistungen unterstützen Entscheidungen und die Berufs- und Lebensplanung.
• Familienplanung und Sexualberatung
Hier gibt es Antworten auf Fragen zu Familienplanung und Kinderwunsch. Welche Verhütungsmethode ist in welchem Lebensalter und -situation sinnvoll? Ängste und Hemmungen sollen verringert, eine Lust- und Liebesfähigkeit erreicht werden. Aber es wird hier auch der Raum geboten, sexualisierte Gewalt zu thematisieren.
• Beratung für allein Erziehende
informiert über soziale Leistungen und finanzielle Hilfen, bietet Trennungs- und Scheidungsberatung, berät in Fragen zum Umgangsrecht des Kindes und zum Unterhalt und vermittelt in Konfliktsituationen. Gruppenangebote ermöglichen Kontakt und die Bildung von Unterstützungsnetzwerken.
• Migrationsberatung/Beratung zur Familienzusammenführung
informiert bei asyl- und aufenthaltsrechtlichen Fragen, bietet Familienberatung bei Problemen mit migrationsbedingtem Hintergrund, unterstützt und begleitet bei der Integration in die deutsche Gesellschaft.
• Beratung für gleichgeschlechtliche Partnerschaften
angesprochen sind hier Frauen, die lesbisch fühlen und Frauen, die lesbisch leben – mit und ohne Kinder. Themen sind Coming-out, Lebenskrisen, Familien- und Partnerschaftskonflikte, soziale und rechtliche Fragen.
• Sozialpädagogische Familienhilfe
richtet sich an Familien, die intensive und lebenspraktische Unterstützung in einer Vielzahl von Fragen und Problemen benötigen. Das Ziel ist die Hilfe zur Selbsthilfe, so dass die Familie, bestehende Belastungen oder Krisen zu bewältigen lernt. Die Arbeitsweise in der sozialpädagogischen Familienhilfe sieht vor, die Familien über einen längeren Zeitraum in deren häuslichen Umgebung zu unterstützen.
• Stadtranderholungen und Ferienfreizeiten
Tages- und Ferienfreizeiten der Diakonie sind für viele Kinder ein unvergessliches Gemeinschaftserlebnis und für manche Eltern die einzige Möglichkeit ihren Kindern Spiel, Spaß und Erholung in den Schulferien zu bieten. In der Regel haben Eltern wesentlich weniger Urlaubstage als die Schulferien dies vorsehen. Die Zeit wird überbrückt und sinnvoll genutzt.
• Kurvermittlung für Mütter, Mütter/Väter und Kind
berät zu Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahmen und deren Finanzierung.
Ebenso wird die Suche nach einem geeigneten Kurhaus unterstützt. Im Anschluss besteht das Angebot für eine weitere Begleitung, um die Impulse besser in den Alltag übertragen zu können.
• Schulsozialarbeit
ist ein sozialpädagogisches Hilfsangebot in der Schule für Kinder und Jugendliche zur Förderung ihrer individuellen und sozialen Entwicklung. Es ist vernetzt mit anderen Hilfsangeboten im Stadtteil und bietet eine Brücke zwischen Schule und Elternhaus. Schwerpunkte sind Prävention, Integration, Krisenintervention, Mediation und Vermittlung.
• Frauenhäuser und Beratungsstellen bei häuslicher Gewalt
haben die Aufgabe, Frauen und ihren Kindern, die häuslicher Gewalt ausgesetzt sind, Schutz, Unterkunft und psychosoziale Beratung anzubieten. Wege aus der Gewalt werden möglich für Frauen, die ihre Misshandlungssituation verändern wollen.
• ambulante Angebote in der Seniorenarbeit
sollen dazu beitragen, dass auch im Alter Lebensqualität erhalten bleibt und Unterstützung dort vorhanden ist, wo es die Familie nicht mehr alleine regeln kann. Dazu dienen Beratung, Seniorenhilfsdienste, Angehörigengruppen für demenzkranke Menschen sowie Stadtranderholungen und Freizeiten.
• Kinderhospiz
Hier finden Familien Begleitung, in denen ein schwer oder unheilbar krankes Kind lebt durch regelmäßige Besuche auf Wunsch, durch Betreuung des erkrankten Kindes, Angebote für die Geschwisterkinder, Unterstützung im Familienalltag.
Weitere Angebote von Einrichtungen der Diakonie:
Tageseinrichtungen für Kinder
Kitas sind der ideale Ort für Kontakte mit jungen Familien. Viele Familien sind in dieser Zeit besonders gefährdet durch die zunehmend geforderte Flexibilität am Arbeitsmarkt, durch die persönlichen Herausforderungen der häufigen Rollenveränderungen und durch wirtschaftliche Belastungen, so dass in den ersten Jahren der Elternschaft die meisten Trennungen anstehen, die wiederum zu Transitionen, zu Stress und Veränderungen sowie Verunsicherungen führen.
Kitas unterstützen Familien häufig sehr aktiv und dauerhaft, je nach den vor Ort angezeigten Bedarfen, den vorhandenen Ressourcen, Strukturen und persönlichem Engagement.
Es werden Angebote in folgenden Bereichen vorgehalten und durchgeführt:
• Bildung (Elternkurse; Elternabende/Elterncafés/Vorträge zu päd. Fragen; Sprachkurse; Workshops etc.)
• Beratung (allgemeine Fragen der Pädagogik, niederschwellige Anfangsberatung in allgemeinen Lebensfragen)
• Begleitung / Unterstützung (Ausfüllen von Formularen, Hilfe beim Umgang mit Ämtern, Kooperationen mit anderen Institutionen wie Schule und Beratungsstellen etc.)
• Vernetzung von Beratungs-, Integrations- und Unterstützungsangeboten wie Frühförderstellen,
• Koordination von Bildungsangeboten anderer Veranstalter für Kinder und Familien innerhalb der Räume der Kita wie z.B. Musikunterricht, Babykurse etc.,
• Planung und Durchführung von Veranstaltungen/Events mit und für Familien/Teile von Familien (Oma-Opa Nachmittage, Väteraktionen etc. im Stadtteil und/oder der Kirchengemeinde, Spieleveranstaltungen, Fahrradtouren, Zeltlager, etc., Schaffen sonstiger allgemeiner Begegnungsmöglichkeiten)
• Organisation von Tauschbörsen, Flohmärkten, Second-hand Verkäufen, warmen Mahlzeiten im Quartier, kulturellen und Angeboten etc.
Familienpflege und Dorfhelferinnenarbeit
Familienpflege /Dorfhelferinnenarbeit ist ein Hilfsangebot für Mütter (bzw. erziehende Väter), die in einer Notsituation ihre Kinder nicht versorgen können. Sie unterstützt die Familie in ihrer häuslichen Umgebung, betreut die Kinder und versorgt den Haushalt.
Gründe für solche Notsituationen sind insbesondere Erkrankungen, aber auch Überlastungen bzw. Überforderungen. Kostenträger dieser Familieneinsätze sind Krankenkassen, weitere Sozialversicherungsträger, Jugendämter u.a.
Träger dieses Angebots sind im Bereich der Evang.Landeskirche in Baden vor allem Diakonie-/Sozialstationen sowie einige örtliche Diakonische Werke. In den rund 40 Mitgliedseinrichtungen des Diakonischen Werkes, die diesen Dienst anbieten, werden vielfach staatlich anerkannte Fachkräfte (Familienpflegerinnen, Dorfhelferinnen, Hauswirtschafterinnen) eingesetzt; den Personalpool ergänzen weitere geeignete Einsatzkräfte.
Durch das hohe Engagement von Diakonie und Caritas sowie den kirchlichen Dorfhelferinnenwerken konnte in Baden - Württemberg bisher ein nahezu flächendeckendes Angebot für Familien gesichert werden. Bedarf und Nachfrage nach diesem familien-(unter)-stützenden Dienst werden auch zukünftig weiter zunehmen. Die kirchlichen Verbände setzen sich auf Landes- und Bundesebene auf politischer Ebene sowie gegenüber den Krankenkassen für gesicherte Rahmenbedingungen und Refinanzierungen ein.
Stationäre Kinder- und Jugendhilfe
Das DW Baden unterhält an 20 Standorten in Baden Stationäre Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. Durch die Verbindung von Alltagserleben, zielgerichteter und verantwortlich geleisteter Erziehungsarbeit und therapeutischen Angeboten – auf der Grundlage aller am Hilfeprozess beteiligter, wie Eltern, Schule, junger Mensch, Einrichtung, Jugendamt etc.- ist entweder die Rückkehr der jungen Menschen in seine Familie und die Wiedereingliederung in sein Lebensumfeld angestrebt oder die eigenverantwortliche Verselbständigung und Autonomie des jungen Menschen. Die Stationären Einrichtungen nehmen inzwischen zum großen Teil auch teilstationäre Aufgaben wahr, bieten aufsuchende Hilfen für Eltern, sowie Schulen für Erziehungshilfe an.
Sozialpsychiatrischer Dienst
Die Sozialpsychiatrischen Dienste der Diakonie beraten, betreuen und begleiten in der Alltagsbewältigung und in Krisensituationen Menschen mit psychischen Erkrankungen und seelischen Behinderungen, sowie deren Angehörige. Sie sind vermittelnd tätig, wenn weitgehende Hilfen erforderlich sind und koordinieren verschiedene Hilfsangebote. Sie erbringen die Soziotherapie, die als besondere Therapieform von den Krankenkassen finanziert werden kann und im häuslichen Umfeld erfolgt.
In Mannheim entstand speziell ein Projekt für Kinder - ein präventives, familienorientiertes Angebot, das Kindern mit psychisch kranken Eltern integrierte Hilfen aus den Bereichen Sozialpsychiatrie und Jugendhilfe anbietet und vermittelt.
Beratung und Begleitung von Eltern mit behinderten Kindern
Die Einrichtungen und Dienste der Behindertenhilfe des DW Badens bieten für Menschen mit Behinderungen und vergleichbarem Unterstützungsbedarf insbesondere pädagogische, berufsbildende, therapeutische, medizinische, pflegerische und andere Leistungen, sowohl in Form von stationärer, teilstationärer und ambulanter Dienstleistungen an. Elterngesprächskreise und familienentlastende Dienste gehören genauso zum Unterstützungsangebot, wie Frühförderung, ambulant betreutes Wohnen und die Arbeit in den Werkstätten. Ziel der Angebote ist es, ein Höchstmaß an Individualität und Autonomie zu erhalten und passgenaue Hilfen zur Verfügung zu stellen.
Suchtberatungs-und Behandlungsstellen
Suchtberatungs- und Behandlungsstellen weisen neben dem klassischen Programm der Beratung, ambulanten Therapie und der Nachsorge, Angebote zur Prävention und Frühintervention für Kinder von Suchtkranken aus. Neben der Vermittlung unterschiedlicher Hilfen ist ein Schwerpunkt die Stärkung der Ressourcen der Familiensysteme. Ergänzt und unterstützt wird die professionelle Hilfe durch ein dichtes badenweites Netz von Sucht- und Selbsthilfegruppen.
Stationäre Altenhilfe
Im Bereich der stationären Altenhilfe findet man weitere familienentlastende Angebote: eine Tagesbetreuung für ältere Menschen, Tagesgruppen für Menschen mit Demenz. Kurzzeitpflege, um Urlaub für Angehörige zu ermöglichen. Für eine Sterbebegleitung steht ein Netz von Hospizgruppen bereit.
Familienzentren und Mehrgenerationenhäuser:
In den Familienzentren und Mehrgenerationenhäusern, die in unterschiedlicher Trägerschaft von Diakonischen Werken, Jugendhilfeeinrichtungen oder Kitas / Kirchengeminden oder Diakonievereinen stehen, begegnen sich Generationen, werden Kinder gefördert, Familien beraten, bürgerschaftliches Engagement aktiviert, alten Menschen eine Aufgabe gegeben und familiennahe und generationenübergreifende Dienstleistungen entwickelt und vermittelt.
Bahnhofsmissionen:
Unsere Bahnhofsmissionen kommen mit ihrem Angebot „Kids on Tour“ der veränderten Lage von oft getrennt lebenden Eltern entgegen. Sie begleiten die Kinder, die von A nach B reisen müssen, um den geschiedenen Elternteil zu treffen.
Sie begleiten ebenso Frauen mit ihren Kindern in Frauenhäuser und geben ihnen gegebenenfalls auch für eine Nacht Unterkunft.
Mit der Vertretung in unterschiedlichen politischen Gremien, wie dem Landesfamilienrat oder der Liga mit ihren entsprechenden Ausschüssen, machen wir uns stark für die Rahmenbedingungen für Familien.
Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.diakonie-baden.de
