Glaube aktuell (19.03.07)

 

Der Beitrag der Kirchen zum friedlichen Zusammenwachsen

Europa-Flagge

[1] 50 Jahre Römische Verträge - Grundlegung für die Europäische Union

Vor fast genau 50 Jahren - am 25. März 1957 -  wurde in Rom die Europäische Wirtschaftsunion gegründet durch die Unterzeichnung der Römischen Verträge. Dieses Datum ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Europäischen Union.
Seit zwei Generationen dürfen wir in Frieden leben. Wir sind dankbar für die Männer und Frauen in Politik, Wirtschaft, Kultur und Bildung sowie in Kirchen und Religionsgemeinschaften, die sich eingesetzt haben für Frieden, Versöhnung und Verständigung unter den verschiedenen Nationen und Regionen.


[2] Grenzüberschreitend miteinander verbunden

Sicher erinnern Sie sich auch an manchen Schulaustausch, Gemeindebegegnungen oder Städtepartnerschaften, bei denen Sie mit Menschen in anderen Ländern Freundschaft geschlossen haben.

Unsere Landeskirche mit ihren Bezirken und Gemeinden in Nachbarschaft zu Frankreich und zur Schweiz, entwickelt die verbindliche grenzüberschreitende Zusammenarbeit. So wird am 20. Oktober wieder ein zweisprachiger Kirchentag am Rheinknie ausgerichtet, diesmal in Mulhouse in Frankreich.

Dankbar denken wir an 50 Jahre Entwicklung der Europäischen Einheit mit nun 27 Mitgliedsstaaten. Als evangelische Kirchen sind wir vom Baltikum bis nach Portugal, von Frankreich bis nach Rumänien miteinander verbunden, sowohl als Mitglieder in der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa, als auch über direkte Partnerschaften und Hilfswerke, die evangelische Minderheitskirchen in Ost-, Mittel- und Südeuropa unterstützen.


[3] Zusammenarbeit der christlichen Kirchen im zusammenwachsenden Europa

Die Evangelische Kirche in Deutschland tritt nach wie vor dafür ein, dass in den europäischen Verfassungsverträgen die Verantwortung vor Gott und die Bedeutung der jüdisch-christlichen Tradition aufgenommen werden. Zudem soll sich die europäische Politik an der unantastbaren Würde eines jeden Menschen ausrichten.

"Dazu gehört der Dialog mit Menschen anderer Religionen in Europa, die Entwicklung und Bewahrung eines friedlichen Zusammenlebens von Menschen verschiedener Herkunft und Kultur, die Bekämpfung und Überwindung von Armut und der Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung..."

2001 wurde in Straßburg die Charta Oecumenica unterzeichnet, Leitlinien zur Zusammenarbeit der christlichen Kirchen im zusammenwachsenden Europa. Diesen ökumenischen Leitlinien fühlen wir uns verpflichtet.
Anfang September wird in Sibiu/Hermannstadt in Rumänien die Dritte Europäische Ökumenische Versammlung zusammenkommen und darüber nachdenken, mit welchem Zeugnis und welchen Diensten unsere Kirchen zum friedlichen Zusammenwachsen in Europa weiter beitragen werden. Dazu gehört der Dialog mit Menschen anderer Religionen in Europa, die Entwicklung und Bewahrung eines friedlichen Zusammenlebens von Menschen verschiedener Herkunft und Kultur, die Bekämpfung und Überwindung von Armut und der Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung - nicht nur in Europa, sondern in der einen Welt.

Susanne Labsch
Leiterin des Bereichs Mission und Ökumene

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