Glaube aktuell (04.09.06)

 

Eine bunte Ansichtskarte

Martin Lampeitl
Martin Lampeitl

Ansichtskarten
Grüße aus der Ferne...

Ferienzeit. Millionen Ansichtskarten werden verschickt. Bekommen wir eine, freuen wir uns, denn jemand hat an uns gedacht. Wir lesen den Text, betrachten das Bild. Eine Ansichtskarte zeigt uns die Schönheit einer Landschaft, eines Berges, eines Strandes. Sie spiegelt die bunte Schöpfung Gottes wieder. Auch wir Christen sollen so ein einladendes Bild Gottes sein. Damit Menschen wieder anfangen, nach Gott zu fragen.

Eine Ansichtskarte ist nicht langweilig, eher witzig und humorvoll. Sie will eine gute Botschaft vermitteln. Sie will neugierig machen und den Betrachter einladen, auch mal dort hinzufahren.

 

Nachricht von Gott

Genauso eine gute Nachricht ist für mich die Bibel, die sich zu lesen lohnt, z.B. die Paulus - oder die Petrusbriefe. Sie sind voll von guten Nachrichten, die uns neugierig machen und anstecken. Wir Christen sind dabei heute die "Ansichtskarten" Gottes. Durch uns will Gott die Menschen positiv stimmen und sie einladen, ihm wieder zu begegnen.

Ein Gruß aus der Ferne bringt Freude. Und das sollen wir tun: anderen Menschen Freude machen. Wir werden selber nur glücklich, wenn es uns gelingt, andere glücklich zu machen.

"Ansichtskarten sind kleine Brücken , die uns verbinden und das Miteinander lebendig erhalten."

Eine Ansichtskarte und die Worte darauf lassen auf Zuneigung schließen. Freundschaften werden belebt, wenn wir solche kleinen Zeichen setzen. Wer Zuneigung zeigt, und seien es wenige Worte, stellt sich gegen die wachsende Ich-Bezogenheit und Gleichgültigkeit, die uns alle bedroht.

Eine Ansichtskarte festigt eine Verbindung. Ohne Gemeinschaft können wir nicht richtig leben. Jeder braucht Bestätigung. Ansichtskarten sind kleine Brücken, die uns verbinden und das Miteinander lebendig erhalten.
Manche Brücken zu unserem Nächsten sind zerbrochen. Als Christen sind wir gehalten, den Mitmenschen mit den Augen Jesu zu sehen, ihm auch zu verzeihen.

 

Ansichtskarten Gottes für die Welt

Wir sollen Brückenbauer sein. Wir sind die Brücken Gottes zum Anderen. Hilfsbrücken und Behelfsbrücken, wie auch immer. Dazu fordert uns Jesus Christus auf: "Was ihr getan habt einem meiner geringsten Brüdern ( und Schwestern), das habt ihr mir getan!" Das lässt aufatmen und neuen Mut schöpfen.

Wir sind die Ansichtskarten Gottes für die Welt. Durch unser Wirken wird für die Mitmenschen die Liebe Gottes spürbar, sichtbar und begreifbar. Eine kleine Ansichtskarte- was sie bewirken kann! Was wird alles geschehen, wenn wir die Postkarten Gottes sind.

Von Martin Lampeitl, Gemeidediakon
M. Lampeitl ist mit einer halben Stelle für die Seelsorge im Europa-Park Rust beauftragt. Dort hat er viele Gelegenheiten, eine Ansichtskarte Gottes zu sein:

Ein Gemeindediakon für den Europa- Park