Glaube aktuell (25.04.06)
Von Anfang an uns anvertraut...
[1] Kinder sind nicht...
Kinder sind keine Leistungsträger der Zukunft, Kinder sind nicht die Zahler unserer Rente, Kinder sind kein Spielzeug, Kinder sind kein Statussymbol, Kinder sind keine Belastung, Kinder tragen nicht die Bürde unserer Zukunft, Kinder sind kein Störfaktor - Kinder sind einfach Kinder ... und uns allen (!) anvertraut.
Es ist Zeit für einen Sinneswandel: Kinder sollten kein Faktor sein, der Angst macht: vor Arbeitslosigkeit, sozialer Ausgrenzung oder dem Ende des individualistischen selbstbestimmten Lebens. Immerhin bestimmen unzählige Faktoren das Leben und schränken oft die persönlichen Wunschvorstellung von Leben ein. Die meisten davon sind sehr viel unerfreulicher als Kinder. Kinder hingegen sind eine Chance zur Neuorientierung und mit Sicherheit nicht die schlechteste Art von Fremdbestimmung.
[2] Eine Aufgabe auch für Kinderlose
Bedingung für ein kinderfreundliches Umfeld ist aber zunächst ein menschenfreundliches Umfeld. Ein solches zu erschaffen ist nicht nur die Aufgabe von Eltern, sondern auch von denjenigen, die keine Kinder haben.
Jeder trägt mit Verantwortung, wie mit Kindern und Schwangeren umgegangen wird. Dabei sollte man die potentiellen Eltern nicht mit Ansprüchen überhäufen oder der "Besonderheit" des Kinder-Bekommens unter Druck setzen, sondern ein Stück weit Normalität einkehren lassen:
Kinder sollten selbstververständlich sein. Und selbstverständlich das, was sie schon immer waren: Bestandteil menschlichen Lebens. Wer möchte schon die Rentenzahler der Zukunft gebären? Oder verantwortlich sein für den Fortbestand Deutschlands?
[3] Woche für das Leben 2006
Von 29. April bis 6. Mai findet die Woche für das Leben 2006 statt. Die Initiative der Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland steht in diesem Jahr unter dem Motto „Von Anfang an uns anvertraut. Menschsein beginnt vor der Geburt“.
„Die Woche für das Leben 2006 macht Mut, die gemeinsame Verantwortung dafür zu übernehmen, dass Kinder leben können und Mütter und Väter dabei unterstützt werden, die ihnen anvertrauten Kinder anzunehmen“ heißt es auf der Webseite der diesjährigen Aktion.
[4] Botschaft der Hoffnung
Bei der Vorstellung der zentralen Anliegen der Aktion stellte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Karl Kardinal Lehmann fest, daß der Tendenz zur Lebensfeindlichkeit die Woche für das Leben "eine Botschaft der Hoffnung und der Lebensbejahung“ entgegen setze (das Statement im Wortlaut finden Sie unter ekd.de):
"Der Kern des Problems besteht darin, dass unsere Gesellschaft nicht in ausreichendem Maß menschen- und lebensfreundlich ist, um Kindern Raum zu geben. (...)
Es macht einen gewaltigen Unterschied, ob eine Frau den Eindruck hat, sie müsse sich für ihre Schwangerschaft schämen, sich damit verstecken und stehe mit ihren Problemen und Schwierigkeiten alleine da, oder ob sie tatsächlich erfährt, dass andere sich über das Kind freuen, dass sie sich selbstverständlich zur Solidarität herausfordern lassen und ihr tatkräftig signalisieren: Wir sind in diesen "anderen Umständen" für dich da."
[5] Ein Wert in sich selbst
Der EKD Ratsvorsitzende Bischof Wolfgang Huber hob hervor, die Woche für das Leben wolle einen besonderen Beitrag zum Wandel der gesellschaftlichen Mentalität leisten. Schließlich dürfe das Ja zu Kindern nicht darin begründet liegen, dass sie die Rente sichern, sondern "dass sie ein Gottesgeschenk, das wichtigste Glück des menschlichen Lebens und ein Wert in sich selbst sind." (Lesen Sie unter ekd.de das Statement von Bischof Wolfgang Huber im Wortlaut)
"Mein Wunsch ist, dass dieses Ja nicht damit begründet wird, dass Kinder die Rente sichern, sondern dass sie ein Gottesgeschenk, das wichtigste Glück des menschlichen Lebens und ein Wert in sich selbst sind."
"Gerade aus unseren Beratungsstellen hören wir immer wieder, wie Schwangerschaftskonflikte erst dadurch überhaupt entstehen, dass Schwangere von den Kindsvätern, die sich vor der Verantwortung für ein Kind scheuen, von Eltern, die noch keine Lust verspüren, Großeltern zu werden, oder von anderen Menschen aus ihrer unmittelbaren Umgebung zum Abbruch einer Schwangerschaft gedrängt werden. Das ist ein Druck, der durch nichts zu rechtfertigen ist. Dass sich die gesellschaftliche Mentalität in solchen Fragen ändert, ist in meinen Augen das wichtigste Ziel der vielen Bemühungen unserer Kirchen, zu denen die Woche für das Leben ihren besonderen Beitrag leisten soll. (..)
Und in der Tat: Die gesellschaftliche Atmosphäre ändert sich. Das Ja zu Kindern findet wieder Resonanz. Mein Wunsch ist, dass dieses Ja nicht damit begründet wird, dass Kinder die Rente sichern, sondern dass sie ein Gottesgeschenk, das wichtigste Glück des menschlichen Lebens und ein Wert in sich selbst sind."
Quelle: EKD
zusammengestellt und ergänzt von Y. Kälbli
Die Zentrale Veranstaltung zur 'Woche für das Leben' in Baden mit Landesbischof Ulrich Fischer und Weihbischof Bernd Uhl findet am 3. Mai 2006 in Freiburg statt. Mehr Informationen finden Sie hier.
Mehr zur Woche für das Leben: www.woche-fuer-das-leben.de







