Der Schattenmann des Bischofs

 

Michael Löffler ist der neue persönliche Referent von Dr. Ulrich Fischer

Pfarrer Michael Löffler

Michael Löffler wirkt in seinem dunklen Nadelstreifenanzug elegant und sehr korrekt. Gäste der legendären Rate-Show „Was bin ich?“ hätten es schwer. Der 45-Jährige könnte Jurist, Banker oder Hochschullehrer sein. Leichter könnte es für die Ratenden werden, wenn er zu reden beginnt. Löffler hat eine sonore Stimme und Spaß am Formulieren, Fabulieren und Predigen. Pfarrer also.

"Ich bin die rechte und die linke Hand des Bischofs"
Seit Februar ist Michael Löffler nun auch noch der „Schattenmann des Bischofs“. Mit dieser Beschreibung seines Chefs für seine neue Tätigkeit kann Löffler gut leben: „Es stört mich nicht, dass ich selbst wenig in Erscheinung trete. Ich bin die rechte und linke Hand des Bischofs und der Erste und Letzte, der da ist“.

Viele Kontakte mit Gemeinden
Morgens sind regelmäßige Dinge zu erledigen: Telefonate führen, Briefe und Mails beantworten, Termine abklären. Das Spannende kommt danach, dann ist „jeder Tag anders“. Besonders interessant sind die Kontakte mit den Gemeinden. Hier erfährt Löffler viel Ermutigung und Dank für die Arbeit der Landeskirche, aber natürlich hört er auch kritische Stimmen. Ständig spricht er sich mit dem Bischof ab: „Er erfährt alles, kann sich aber natürlich nicht mit allem selbst beschäftigen.“ Löffler hält telefonisch und brieflich Kontakt zu vielen Menschen, die sich mit ihren Anliegen an das Bischofsbüro wenden und er ist zuständig für verschiedene Jubiläen. Ein großes steht im kommenden Jahr ins Haus. Dann begeht die Landeskirche den 450. Todestag von Philipp Melanchthon.
Zum Auftakt des Melanchthon-Gedenkjahres findet am Reformationstag 2009 ein ökumenischer Gottesdienst in der Stiftskirche in Bretten statt, den Dr. Ulrich Fischer und der Freiburger Erzbischof gemeinsam gestalten werden. Die ARD überträgt den Gottesdienst live. Michael Löffler ist maßgeblich an der Vorbereitung beteiligt. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit sind die Vor- und Nachbereitung von Bezirksvisitationen. Zu Grußworten und Reden, die der Bischof bei verschiedenen Anlässen hält, steuert Löffler seine Gedanken bei.

Freude auf Neues
Löffler bringt wichtige Eigenschaften für seine Tätigkeit mit. „Ihn bringt nichts aus der Ruhe“, versichert die Sekretärin. Menschen in seiner Umgebung schätzen seine positive und lebensfrohe Ausstrahlung. Um seinen neuen Job hat sich Löffler nicht beworben. Der Bischof war mit der Anfrage an ihn herangetreten. Löffler musste sich schnell entscheiden. Das erleichterte ihm den Entschluss, aus Leimen, wo er zwölf Jahre lang Gemeindepfarrer war, weg zu gehen. Die Erfahrungen aus dieser Zeit sind ihm sehr wichtig. Auch der Bischof legt wert darauf: „Wer mich unterstützt, muss wissen, wie die Arbeit in den Gemeinden aussieht.“ Löffler freut sich darauf, etwas Neues anzupacken: „Ich sehe meine neue Aufgabe als persönliche Weiterentwicklung.“ Neuland betritt Löffler allerdings nicht ganz. Schon in den 90er Jahren war er als theologischer Assistent des Referatsleiters im Bereich Verkündigung, Gemeinde und Gesellschaft im Oberkirchenrat in Karlsruhe tätig.
Dass Löffler Theologe werden wollte, weiß er schon seit seiner Konfirmandenzeit. Er hatte einen sehr verständnisvollen und aufgeschlossenen Pfarrer, der ihn damals begleitete. Über die Jugendarbeit kam er nach dem Zivildienst zum Theologiestudium nach Tübingen und Heidelberg. Ein Semester absolvierte er in den USA. Seine Lehr- und Pfarrvikarszeit verbrachte er in Mannheim, Baden-Baden und Ettlingen.
„In meiner Verwandtschaft“, erzählt Löffler, „gab es vor mir keine Pfarrer.“ Und lachend fügt er hinzu: „Ich bin also nicht vorbelastet.“ Verheiratet ist er aber mit einer Pfarrerin. Demnächst wird das Ehepaar von Leimen nach Karlsruhe umziehen.

       

      Anfahrtsplan zum Evangelischen Oberkirchenrat in Karlsruhe und zum
      RPI Baden.

      Hier finden Sie eine Stadtteilansicht von Karlsruhe mit Kennzeichnung der Lage des EOK und eine Google-Map Karte mit Routenplaner.