Frühjahrstagung 2009 der Landessynode

 

22.-25. April in Bad Herrenalb

Plenum

Bildung hatten die 72 Synodalen als
Schwerpunktthema.



Landesbischof Ulrich Fischer vor dem Plenum

Landesbischof Ulrich Fischer gibt der
Landessynode seinen Bericht zur Lage

Mit ersten Beratungen zum Doppelhaushalt 2010/2011 sowie dem Bildungsgesamtplan beendeten die 72 Synodalen der badischen Landessynode am Samstag in Bad Herrenalb ihre Frühjahrstagung.

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat auch Auswirkungen auf die finanzielle Entwicklung der Landeskirche, berichtete Ekke-Heiko Steinberg, Vorsitzender des Finanzausschusses.

Mit dem Bildungsgesamtplan setze die Evangelische Landeskirche in Baden einen deutlichen Schwerpunkt in kirchlicher Bildungsarbeit, begrüßte die Synode die Vorlage eines Bildungsgesamtplans. Nach der ersten Lesung auf dieser Tagung will die Landessynode den Bildungsgesamtplan auf ihrer Herbsttagung verabschieden. 

     

    Mittwoch, 22. April

     

    Eröffnungsgottesdienst und 1. Plenarsitzung: Bildungsgesamtplan

    Eröffnung der Synodentagung

    Eröffnung der Frühjahrstagung



    Christoph Schneider-Harpprecht

    Bildungsreferent Christoph Schneider-Harpprecht



    Hartmut Rupp

    Hartmut Rupp, Leiter des
    Religionspädagogischen Institutes

    Eröffnung

    Mit einem Gottesdienst wurde am Mittwoch die Frühjahrstagung der Landessynode der Evangelischen Landeskirche in Baden eröffnet. Bildung haben die 72 Synodalen zu ihrem Schwerpunktthema.

    „Auferstehung ist wie eine Berührung durch Gott“, sagte Oberkirchenrat Gerhard Vicktor, Stellvertreter des Landesbischofs, in seiner Predigt über Thomas, der seinen Finger in die Wunden des auferstandenen Jesus legt. „Gott schenkt uns die Verheißung der Auferstehung. Dieser berührende Anstoß kann uns bewegen und in Bewegung setzen“, so Vicktor.

    Erste Plenarsitzung: Einbringungsrede zum Bildungsgesamtplan

    In ihrer ersten Plenarsitzung hat sich die Landessynode mit dem vorgelegten Bildungsgesamtplan der Evangelischen Landeskirche in Baden beschäftigt.

    Die evangelische Kirche ist einer der großen Bildungsanbieter in Baden-Württemberg. „Sie nimmt unter anderem an den Hochschulen, im Schulwesen, der Kinder- und Jugendhilfe, der Fort- und Weiterbildung Bildungsverantwortung wahr“, beschrieb Bildungsreferent Christoph Schneider-Harpprecht in seiner Einbringungsrede die umfassende Bildungstätigkeit der Landeskirche. Mit einem Bildungsgesamtplan sollten alle Akteure der Bildungsarbeit „an einem Strang ziehen“, beschrieb er das Ziel des 124 Seiten umfassenden Bildungsgesamtplanes. (...)

    Der Leiter des Religionspädagogischen Institutes der Landeskirche, Hartmut Rupp, nannte Beispiele für die Empfehlungen des Gesamtplans. Angesichts der zunehmenden Individualisierung der Religiosität müsse die Bibel stärker ins Spiel gebracht werden „um mit ihr einen Raum zu öffnen, in dem Menschen im Kraftfeld des biblischen Wortes gemeinsam der Frage nach der Wahrheit nachgehen können“, so Rupp. Weiter sprach sich Rupp dafür aus, für die Grundschule und die Sekundarstufe I „Basics“ des christlichen Glaubens zu verabreden, über die jeder verfügen sollte, der diese Stufen durchläuft.  

    Ausführliche Berichte:

       

      Donnerstag, 23. April

       

      2. Plenarsitzung: Bericht zur Lage, Zwischenbericht Projekt „Neuordnung der Öffentlichkeitsarbeit“

      Landesbischof Ulrich Fischer

      Grundlegende Bedeutung der Taufe -
      Landesbischof Ulrich Fischer gab der
      Landessynode seinen Bericht zur Lage



      Karen Hinrichs

      Karen Hinrichs stellte der Landessynode das
      Konzept für ein Kommunikationszentrum vor

      Bericht des Landesbischofs zur Lage

      „In der Taufe feiern die Getauften und mit ihnen die ganze Kirche die Zusage der rettenden Lebensgemeinschaft mit Gott“, beschrieb Landesbischof Ulrich Fischer die grundlegende Bedeutung der Taufe für den christlichen Glauben. Diese Zusage kennzeichne die Taufe als ein ökumenisches Zeichen. Bei allen Irritationen des ökumenischen Miteinanders in den letzten Jahren gebe es im Blick auf das gemeinsame Verständnis der Taufe „einen breiten, unumstößlichen Konsens“, so der Bischof.

      Zudem regte der Bischof an, Eltern aktiv zu ermutigen, ihre Kinder taufen zu lassen. Auch Ausgetretene sollten an die durch die Taufe verliehene Würde erinnert werden. „Besuche bei Ausgetretenen, ein Sie-Erinnern an ihre Taufe, das wäre ein wichtiger Schritt, diesen Menschen die Gemeinschaft der Kirche wieder wertvoll und lieb zu machen.“ Dazu müssten in den Gemeinden gezielt Projekte und Aktionen aufgesetzt werden. „Taufe muss wieder ein öffentliches Thema in unseren Gemeinden sein“, forderte Fischer.

      Der Gabe der Taufe entspreche die Aufgabe eines taufgemäßen Lebenswandels. Dazu gehörten vor allem ökologische Konsequenzen. Durch die Verbindung der Taufe mit Wasser komme dem Wasser und dem Umgang mit ihm im Lebenswandel der Getauften eine besondere Bedeutung zu. Mit dem Beitritt zur Klimaallianz und der Verpflichtung, die Kohlendioxid-Emmissionen in den nächsten zehn Jahren um 25 Prozent zu reduzieren, habe die Landeskirche wichtige Schritte getan, doch müsse dieser Weg konsequent weiterverfolgt werden.

      Zwischenbericht Projekt „Neuordnung der Öffentlichkeitsarbeit“

      Um ihre Botschaft zielgerichteter kommunizieren zu können, will die Landeskirche ihre Öffentlichkeitsarbeit neu organisieren.

      „Wir müssen die Menschen genauer wahrnehmen, die wir erreichen wollen und wir müssen vielsprachiger werden“, brachte es Oberkirchenrätin Karen Hinrichs, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, auf den Punkt. „Das geänderte Mediennutzungsverhalten aller gesellschaftlichen Gruppen, auch der Kirchenmitglieder, zwingt uns zu einem Überdenken sämtlicher bisheriger medialer Angebote“, so Hinrichs. Die Öffentlichkeitsarbeit sei ein Teil des Verkündigungsauftrages der Kirche und stelle damit ein zentrales Arbeitsfeld dar.

      Bereits vor einem Jahr hatte die Landessynode die Neuordnung der Landeskirche auf den Weg gebracht. Nun stellte Hinrichs der Synode ein Konzept für ein Kommunikationszentrum vor, das die gewünschten Ziele erreichen soll.

      Ausführliche Berichte:

      In den Ausschüssen wird der Bericht des Bischofs beraten. Am Samstag wird dann im Plenum über die Beratungen und weitere Anregungen berichtet.  

         

        Freitag, 24. April

         

        3. Plenarsitzung: Bischofswahlkommission, Gemeinsames Wort von Präsidentin Margit Fleckenstein und Landesbischof Ulrich Fischer

        Gemeinsames Wort zur Finanzkrise

        Menschen begleiten, Gespräche suchen und sich für ein nachhaltiges Wirtschaften einsetzen. Darin sehen Präsidentin Margit Fleckenstein und Landesbischof Ulrich Fischer die Aufgaben der Kirche in der gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise:

        „In dieser Zeit der Krise ist es unser Anliegen, dass Menschen begleitet werden von anderen, die ihnen mit gutem Rat zur Seite stehen, um neue Perspektiven für das eigene Leben zu entdecken“, schreiben Fischer und Fleckenstein.
        Die Präsidentin und der Bischof treten für strukturelle und politische Rahmenbedingungen ein, die Nachhaltigkeit sichern: „Die soziale und ökologische Verträglichkeit wirtschaftlichen Handelns muss wieder Priorität gewinnen.“ Auch die Kirche habe sich zu einem gerechten und nachhaltigen Wirtschaften verpflichtet.

        Auch im Feld der Kommunalpolitik sei das Handeln der Kirche gefragt. Viele Gemeinden gerieten in wirtschaftliche Schieflagen, weil Steuereinnahmen wegbrechen. Gemeinsam mit den Verantwortlichen müsse überlegt werden, welche Aufgaben auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten unbedingt erhalten oder sogar ausgebaut werden müssten. „Wir sollten unsere kirchlichen Kommunikationswege anbieten, um solche Diskussionen öffentlich zu führen.“ In Härtefällen könne die Kirche hierbei moderieren und ihre Mediationskompetenz einbringen.

        Bischofswahlkommission gewählt

        Sechs theologische sowie sechs nichttheologische Mitglieder hat die Landessynode aus ihren Reihen in die Bischofswahlkommission gewählt. Dieses Gremium, das mit weiteren Vertretern qua Amt insgesamt 21 Personen umfasst, bereitet bei einer Bischofswahl einen Kandidatenvorschlag für die Landessynode vor.
        Voraussichtlich zum Ende dieser Legislaturperiode wird die jetzt gewählte Bischofswahlkommission tätig werden. Im Frühjahr 2014 vollendet Landesbischof Ulrich Fischer sein 65. Lebensjahr.

        Ausführliche Berichte:

           

          Samstag, 25. April

           

          4. Plenarsitzung: Erste Beratungen zum Doppelhaushalt 2010/2011, Bildungsgesamtplan, bildungs- und schulpolitisches Positionspapier

          ekko-heiko steinberg

           Ekke-Heiko Steinberg,
          Vorsitzender des Finanzausschusses

          Bericht des Vorsitzenden des Finanzausschusses

          Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat auch Auswirkungen auf die finanzielle Entwicklung der Landeskirche. „Nach heutigem Stand wird sich das Kirchensteueraufkommen um weitere 10 bis 15 Millionen Euro absenken“, berichtete Ekke-Heiko Steinberg (Baden-Baden), Vorsitzender des Finanzausschusses. 
          Doch könne man bei den aktuellen Entwicklungen noch keine genauen Prognosen erstellen, so Steinberg. Man müsse bis zur Verabschiedung des Haushaltes im Herbst dieses Jahres die finanzielle Situation genau beobachten und den Haushaltsentwurf entsprechend anpassen. Derzeit sind im künftigen Doppelhaushalt keine wesentlichen Kürzungen vorgesehen, „notfalls müssten Gelder aus den Rücklagen entnommen werden, die gerade noch vertretbar wären“, so Steinberg.

          Bildungsgesamtplan

          Die Evangelische Landeskirche in Baden setze mit dem Bildungsgesamtplan einen deutlichen Schwerpunkt in kirchlicher Bildungsarbeit, begrüßte die Synode die Vorlage eines Bildungsgesamtplans. 
          „Kirchliche Bildung befähigt Menschen, ein Leben in Freiheit und Liebe zu führen“, sagte Schuldekanin Cornelia Weber (Ladenburg-Weinheim) vor dem Plenum. Sie berichtete von den Beratungen in den ständigen Ausschüssen.
          Der Bildungsgesamtplan eröffne mit den benannten Herausforderungen und seiner fundierten Gesamtschau des Bildungsangebotes der Landeskirche wichtige Zukunftsperspektiven, wie Bildungsarbeit künftig gestaltet und aufeinander bezogen werden könne. Es gehe darum, Menschen noch besser im christlichen Glauben zu beheimaten, sie in ihren Lebensfragen zu begleiten und sie zu einem eigenständigen und verantwortlichen Leben zu führen. Dazu gehöre aber auch Bildungsarbeit für Ehepaare und den Bereich der Männerarbeit, den die Synodalen in der bisherigen Vorlage noch nicht ausreichend berücksichtigt sahen. Auch die interkulturelle Bildungsarbeit solle in den Gesamtplan aufgenommen werden. Die Arbeit mit Älteren müsse auch Pflegebedürftige und Demenzkranke im Blick behalten. Zudem seien die Möglichkeiten der Bildung in und mit neuen Medien aufzunehmen. Nach der ersten Lesung auf dieser Tagung will die Landessynode den Bildungsgesamtplan auf ihrer Herbsttagung verabschieden.

          Schwerpunkt Bildung: Synode diskutiert bildungs- und schulpolitisches Positionspapier

          Schule und Bildung seien zentrale Anliegen der Reformation, stellt das bildungs- und schulpolitisches Positionspapier „Freiheit, Gerechtigkeit und Verantwortung“ fest, das die Evangelischen Landeskirchen in Baden und Württemberg gemeinsam erarbeitet haben.

          Nur durch einen ganzheitlichen Bildungsprozess würden Menschen zu mündigen Subjekten vor Gott, die in individueller Freiheit und sozialer Verantwortung leben, so ein Fazit des Positionspapiers. Damit ein ganzheitlicher Bildungsprozess gelinge „brauchen Kinder und Jugendliche in der Familie, in der Gemeinde, im Kindergarten und in der Schule Rahmenbedingungen des Aufwachsens, die es ihnen erlauben, sich mit ihren Gaben zu entfalten“, erläuterte Bildungsreferent Oberkirchenrat Christoph Schneider-Harpprecht das Positionspapier.

          Das Positionspapier plädiert für ein flächendeckendes Angebot an gebundenen Ganztagsschulen, damit alle Schüler, welche diese Schulform brauchen, eine solche Schule in ihrer Nähe besuchen können.
          In dem Papier wird ein längeres gemeinsames Lernen empfohlen, möglichst bis zur 10. Klasse. Das mehrgliedrige Schulsystem fördere einen Schereneffekt. Kinder, die beim Intelligenztest am Ende der Grundschule gleich abschnitten, verbesserten oder verschlechterten sich deutlich, je nachdem, ob sie im Gymnasium, der Real- oder der Hauptschule waren. Bei Sonderschulen sei dieser Schereneffekt sogar noch deutlicher. Darum unterstützt das Positionspapier integrative Schulen für Schüler mit und ohne Behinderung.

          Auführlicher Bericht:

          Mehr zum Bildungs- und schulpolitischen Positionspapier:

           

          Protokoll der Frühjahrstagung

           

           

          Aktuelles

          Vom 25. bis 28. April 2012 findet die Frühjahrstagung der Landessynode statt.  Den vorläufigen Zeitplan und die aktuelle Berichterstattung finden Sie unter Tagungen und Termine.