Mitgliedszahlen, Ein- und Austritte, Taufen und Trauungen von 1997 bis 2010/2011

 

Aktueller Mitgliederstand (2011): 1.252.395

 Entwicklung im Vergleich zu den letzten vierzehn Jahren:

2011 1.252.395
2010 1.260.893
2009 1.270.290
2008 1.281.842
2007 1.296.585
2006 1.299.032
2005 1.306.113
2004 1.310.992
2003 1.315.334
2002 1.323.011
2001 1.326.854
2000 1.329.023
1999 1.331.767
1998 1.337.430
1997 1.369.311 

 

Während der letzten Jahre nehmen die Mitgliedszahlen kontinuierlich ab. Die vorliegenden Zahlen ergeben für die letzten Jahre durchschnittlich eine Verminderung der Mitgliedszahlen um 2.500 Personen pro Jahr. Allerdings profitiert Baden von der positiven Wanderungsbewegung. Baden-Württemberg ist eines der Bundesländer mit positivem Wanderungssaldo. Der Höhepunkt lag zwischen 1989 und 1994, was sich durch die politischen Umwälzungen in Osteuropa erklären lässt. Außerdem war und ist Baden-Württemberg ein im Bundesvergleich finanziell bzw. arbeitsmarktpolitisch interessantes Bundesland, wobei der positive Saldo in den letzten Jahren allerdings immer geringer geworden ist (0,4-0,7 % der Bevölkerung) und laut statistischem Landesamt weiter abnehmen wird. Ohne die "Wanderungsbewegung" hätten wir zurzeit anstelle von rund 1.323.000 Mitglieder nur eine Zahl von etwa 1.170.000.
 

Zahl und Entwicklung bei den Taufen (ohne Taufen Religionsmündiger):

2010   9.794
2009   9.732
2008 10.260
2007   9.959
2006 10.405
2005 10.828
2004 10.737
2003 11.153
2002 11.561
2001 11.812
2000 12.362
1999 13.092
1998 13.483
1997 13.689
 
 
Betrachtet man die Gesamtzahlen der Taufen, so stieg die Zahl zwischen 1986 mit ca. 13.000 Taufen bis ins Jahr 1991 auf über 15.000 an, um seit dieser Zeit langsam, aber kontinuierlich, abzusinken - bis auf knapp 12.000 Taufen im Jahr 2002. Im Vergleich der Entwicklung der Geburten von Kindern mit mindestens einem evangelischen Elternteil und der Taufen erkennt man, dass beide Zahlen annähernd parallel verlaufen, d.h. der Prozentsatz über die Jahre hinweg liegt stabil bei etwa 70%. Absolut gesehen nehmen aber die Taufen aufgrund der rückläufigen Zahl von Geburten ab.

Zahl und Entwicklung bei Kirchenaustritten:

2010 7.875
2009 7.291
2008 8.072
2007 6.132 
2006 5.440
2005 5.418
2004 6.502
2003 8.206
2002 7.792
2001 7.488
2000 8.209 
1999 8.488 
1998 7.334
1997 8.128

 
Jeder Austritt hat seine persönlichen Gründe, statistisch gesehen ist aber doch signifikant, dass sich zwischen 1990 und 1992, d.h. im Zeitraum der Einführung des Solidaritätsbeitrages, die Austrittszahlen im Grunde verdoppelt haben. Insgesamt gesehen nehmen die Zahlen der Austritte ab, die Zahlen der Eintritte steigen im Durchschnitt an: 

Zahl und Entwicklung bei Kircheneintritten:

2010 1.955
2009 1.679
2008 1.505
2007 1.705 
2006 1.842
2005 1.808
2004 1.623
2003 1.554
2002 1.450
2001 1.763
2000 1.746 
1999 1.624
1998 1.587
1997 1.562
 

Dies sind allerdings nur die Zahlen der Kirchenwiedereintritte und -übertritte (dabei sind die Zahlen der Übertritte aus der römisch-katholischen Kirche bzw. anderen christlichen Kirchen in den letzten Jahren in etwa gleich, es halten sich Übertritte und Wiedereintritte etwa die Waage: z.B. im Jahr 2002: 724 Wiedereintritte, 155 Eintritte aus anderen christlichen Kirchen, 571 Übertritte aus der katholischen Kirche). Interessant sind die Zahlen von Aufnahmen, d.h. Taufen (=Eintritt) von Religionsmündigen (ab 14 Jahren), die dann zu den Eintritten dazu gezählt werden müssen, denn durch diese Taufen (oft Personen aus den neuen Ländern) werden die Getauften ja auch in die Landeskirche aufgenommen:

Entwicklung bei den Trauungen:

2010 3.213
2009 3.105
2008 3.254
2007 3.201
2006 3.395
2005 3.372
2004 3.260
2003 3.357
2002 3.549
2001 3.575
2000 3.978
1999 4.397 
1998 4.098  
1997 4.567 
 

Bis ins Jahr 1992 verlaufen die Entwicklungen der Eheschließungen standesamtlich (mit mindestens einem evangelischen Partner) und der Trauungen (mit mindestens einem evangelischen Partner) parallel, danach klafft die Schere kontinuierlich weiter auseinander. Zwischen 1990 und 1992 erreichen sowohl die Anzahl der Eheschließungen wie auch die Anzahl der Trauungen den Höchststand. Bezüglich der Konfessionszugehörigkeit der Ehepaare und der Neigung zur Eheschließung lässt sich sagen, dass die Zahl der rein evangelischen Paare und der Paare mit einem katholischen Partner etwas abgenommen hat und die Zahl der Paare mit einem nichtchristlichen Partner zugenommen hat.

Zahl der Trauungen:
Die Landeskirche wird "älter": Das Durchschnittsalter von momentan 45 Jahren wird sich in den kommenden Jahren durch die demographische Entwicklung noch erhöhen. 

Marc Witzenbacher, ehemaliger Pressesprecher