Glocken
Gut 3000 Glocken im evangelischen Baden verkünden: Hier ist Gemeinschaft mit Gott.
Moderner Glockenturm in Bühlertal
Was hört man, wenn man mit einem Heißluftballon hoch übers Land fliegt? - Prägender als gleichförmiges Verkehrsrauschen oder zufällige Einzelgeräusche ist das Schlagen und Läuten der Kirchturmglocken.
Gleichsam wie ein Glockenchor steigt ihr Klang in regelmäßigen Zeitabständen von den verschiedenen in Hörweite befindlichen Türmen zu dem Ballonfahrer auf und verleiht der Landschaft eine musikalische Identität und Struktur.
Glocken prägen Städte und Dörfer
Zugegeben, die übliche Wahrnehmung des Glockenklanges vollzieht sich weitaus irdischer. Doch selbst im Getriebe der Großstädte gehören Glocken zum akustischen Klangbild, sie erzeugen Aufmerksamkeit und rhythmisieren die Zeit. Besonders aber in ländlichem Umfeld ist die jahrhundertealte Tradition des Glockenläutens und des Glockenschlages in ihrer Bedeutung und Wirkung noch erlebbar. Glocken strukturieren dort die Stille des Tages und der Nacht, geben jedem Ort ein unverwechselbares Klangbild.
Indirekt prägen die Glocken Städte und Dörfer auch optisch: Da die Glocken meist möglichst hoch über dem Boden aufgehängt werden, da sie dann über die umliegenden Häuser hinweg klingen und zum Gottesdienst und Gebet rufen können, wurden sie in Türmen aufgehängt, welche die Umgebung oft bedeutend überragen. Erst der Glockenturm macht ein Gebäude als Kirche erkennbar – viele multifunktionale Gemeindezentren, die vor Jahren ohne Turm erstellt wurden werden heute mit einem solchen als optischem und akustischem Signalgeber „nachgerüstet“.
Gut 3000 Glocken in evangelisch Baden verkünden: Hier ist Gemeinschaft mit Gott.
Die größte Glocke Baden-Württembergs hängt im Turm der Christuskirche Karlsruhe. Sie wiegt über 8 Tonnen und klingt mit dem Ton f°.
Vermittler zwischen Himmel und Erde
» Glocken im Alltag
„Glocken sind laute, machtvolle Instrumente. Und sie stehen im Ruf der Reinheit. Dementsprechend mächtig, ja überwältigend sind die Wirkungen, die man ihnen im Mittelalter zudachte. Man traute es ihnen zu, zwischen Himmel und Erde zu vermitteln und die Ohren der Himmlischen zu erreichen.
"Die Menschen haben ihren Klang als Stimme gehört."
Die Menschen weihten sie dem Lobpreis Gottes, Mariens und der Heiligen. Und sie hofften andererseits darauf, Gott würde ihre Glocken so rein und mächtig machen, daß ihr Klang sie vor den Übeln der Welt und der ewigen Verdammnis bewahren könne. Glockenklang war ihr Trost und Schutz, Zeichen äußeren und inneren Friedens. Wir wissen dies – wenn man so will – von den Glocken selbst. Die Inschriften, mit denen man sie versehen hat, sind mehr, viel mehr als dekorative Beigaben. Sie bestimmen nicht weniger als Daseinsgrund und Endzweck der Glocken. Die Menschen haben ihren Klang als Stimme gehört.“
(Wilhelm Seidel, Zur Emblematik und Ästhetik der Glocken. In: Glocken in Geschichte und Gegenwart, a.a.O., S. 243.)
Orgel- und Glockenprüfungsamt
Das Orgel- und Glockenprüfungsamt unserer Landeskirche hat als Ziel, die musikalischen und technischen Voraussetzungen zu schaffen, erhalten und weiterzuentwickeln, damit Gebet, Gesang und Meditation als Ausdruck des Glaubens angeregt und unterstützt werden.
Leiter des Amtes:
Dr. Martin Kares, direkt zuständig für die Kirchenbezirke [Nordbaden bis einschl. Baden-Baden]
Evangelischer Oberkirchenrat, Blumenstr. 1-7, 76133 Karlsruhe
Fax: 0721-9175-306, E-Mail: Martin.Kares@ekiba.de
Weitere Sachverständige:
- Herbert Deininger, zuständig für Freiburg-West, Emmendingen, Lahr, Kehl, Schopfheim, Lörrach, Müllheim, Hochrhein-West
- Thomas Pangritz, zuständig für Freiburg-Ost, Konstanz, Offenburg, Überlingen-Stockach, Hochrhein-Ost, Villingen
- Lothar Gabriel, zuständig für Geläute in den Kirchenbezirken Wertheim, Adelsheim-Boxberg und Mosbach

