Kunst als Brücke für die Integration von Spätaussiedlern - Infos zur Wanderausstellung

 

„Nach Hause kommen das ist es, was das Kind von Bethlehem allen schenken will, die weinen, wachen und wandern auf dieser Erde.“ Friedrich von Bodelschwingh

Ausstellungseröffnung

Abschließender Bericht zur Wanderausstelung „Nach Hause kommen…“

Entstehungsgeschichte
Die Wanderaustellung ist entstanden aus einer Veranstaltungsreihe des Kirchenbezirks Lahr mit russlanddeutschen Künstlern. Kunstwerke (Bilder, Skulpturen, Installationen) von Günter Hummel (Bad Krozingen) und Nikolaus Rode (Kaarst) waren zu sehen, ergänzt durch eine Fotodokumentation zur Geschichte der Aussiedler.

Ausstellungsorte
In der Zeit von 2005-2008 ist die Wanderausstellung „Nach Hause kommen…“ bundesweit in Kirchengemeinden, auf dem Aussiedlerkirchentag und dem Deutschen Evangelischen Kirchentag zu sehen gewesen.
Öffentlichkeitswirksam eröffnet wurde sie bei der Akademietagung der Kirchlich-Diakonischen Konferenz Spätaussiedler Süd-West (KDKS) in Bad Herrenalb.

Werkbuch
Ein ausführliches Werkbuch zur Ausstellung ist entstanden, das neben Informationen zu den Künstlern und zur Geschichte der Spätaussiedler auch Predigten und Gottesdienstentwürfe enthält. Im Vorwort schrieb der damaligen Beauftragte des Rates der EKD für Fragen der Spätaussiedler Klaus Wollenweber: „die Bilder dieser Ausstellung rütteln wach. Wir erfahren von Lebensgeschichten, die uns einen tiefen und ernsten Dialog ermöglichen.“ Mit der Veröffentlichung der Arbeitshilfe auf EKD-Ebene hat unsere Landeskirche ein Signal gesetzt, das bundesweit wahrgenommen worden ist.

Veranstaltungen
An den jeweiligen Ausstellungsorten wurden begleitend Veranstaltungen angeboten wie Themengottesdienste, Vorträge (z.B. „Russische Kunst in der staatlichen Propaganda“, „Migration, Flucht und Vertreibung in Geschichte und Gegenwart“), Podiumsdiskussionen (oft mit Vertretern der Politik), Liederabende, Filmvorführungen (z.B. „Von der Wolga in die Pfalz“) und Lesungen (z.B. Nelli Kossko „die geraubte Kindheit“), Essen mit deutschrussischen Spezialitäten und Zeitzeugenberichte.

Besucherzahlen
Die Resonanz war verschieden groß, teilweise konnten die Kirchengemeinden hohe Besucherzahlen aufweisen. Der Standort auf dem DEKT in Köln, der vom ursprünglich geplanten abweichen musste, erwies sich als zu abgelegen, was für die Höhe des Planungsaufwandes sehr bedauerlich war. Dennoch ist die Beteiligung der Wanderausstellung beim DEKT im Blick auf die Zielgruppe erfolgreich gewesen und hat den Bekanntheitsgrad erhöht.

Finanzen
Durch Mittel aus Referat 5 des Evangelischen Oberkirchenrates in Höhe von 8.000 € wurde die Ausstellung finanziell gefördert. Der dadurch nicht gedeckte Teil der Gesamtkosten in Höhe von 1400 € konnte refinanziert werden durch Einnahmen und Spenden vor Ort.

Ende der Wanderausstellung
Nach Abschluss der Wanderausstellung sind die Kunstwerke an die beiden Künstler zurückgeführt worden. Das Diakonische Werk Baden hat die Bilder das „Kaukasische Haus“ von Günter Hummel und „die Schaukel“ von Nikolaus Rode erworben. Die Fotodokumentation ist dauerhaft beim Diakonische Werk Lahr verblieben.

Dank
Besonderer Dank und Anerkennung geht an Herrn Norbert Kreuter für die sehr zeitaufwendige Ausstellungsbegleitung mit Auf- und Abbau vor Ort und teilweiser Beteiligung bei den jeweiligen Veranstaltungen.

Fazit
Die Erfahrung der Bevölkerungsgruppe der Russlanddeutschen ist sehr häufig, dass sie nirgends wirklich willkommen geheißen wurden, weder in Deutschland noch in Russland. Noch heute gilt es, Beheimatung für Spätaussiedler und ihre Familien zu verwirklichen. Durch die Ausstellung konnte an den jeweiligen Ausstellungsorten erreicht werden, die Geschichte der Russlanddeutschen stärker in das öffentliche Bewusstsein zu rücken und auch dadurch dazu beitragen, Vorurteile und Ängste abzubauen, den Verlust von Heimat und Identität sprachfähig zu machen. Ein Beitrag zur Integration von dem, was fremd erscheint, wurde durch Kennen lernen und Beschäftigung mit dem Leben und der Geschichte von Russlanddeutschen geleistet. Die Begegnung zwischen Einheimischen und Spätaussiedlern wurde auch durch die begleitenden Veranstaltungen gefördert.
Insgesamt kann man sagen, dass das Ausstellungskonzept stimmig war und eine angemessene Präsentation der Bilder und Kunstwerke gewährleistet war. Dadurch hat sich Kunst einmal mehr als hervorragendes Medium bewiesen, ein besseres Verstehen auf beiden Seiten zu ermöglichen.
Mit dem Überschreiten der landeskirchlichen Grenzen hat die Wanderausstellung „Nach Hause kommen…“ eine nachhaltige Wirkung in der gesamten Landschaft der EKD.

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Annette Stepputat

Landeskirchliche Beauftragte für die Seelsorge an Aussiedlern
Blumenstraße 1-7
76133 Karlsruhe

0721 9175 522
annette.stepputat@ekiba.de

Norbert Kreuter (Projektkoordinator)
Diakonisches Werk Lahr
Doler Platz 7
77 933 Lahr

07821 9237 630
kreuter@diakonischeswerk-lahr.de