Informationen über das Thema Flüchtlinge

 

 

"Hope generates Power" - Berichte von der 12. Europ. Asylrechtstagung in Malta Okt. 2009

 

Die Hoffnung treibt uns an
Berichte von der 12. Europäischen Asylrechtstagung in Malta


Mittelmeer wird zum "Gottesacker"

Das Mittelmeer ist - wie die Ägäis oder der Atlantik - vor den spanischen Inseln zum einzigen Zugangsweg für Flüchtlinge nach Europa geworden. Die Bilder seeuntüchtiger und mit Menschen überfüllter Boote sind vielen Fernsehzuschauern bekannt. In der öffentlichen Debatte weitgehend ausgeschlossen bleiben die anrührenden Schicksale auf den Fluchtwegen, von denen vor allem Frauen und Kinder betroffen sind und die namenlosen Toten, für die das Mittelmeer zu einem "Gottesacker" wird.

Die 12. Europ. Asylrechtstagung der Evangelischen Kirchen in Malta hat sich mit der Flüchtlingssituation im mittleren Mittelmeerraum und auf der kleinen Insel Malta beschäftigt. 

Die europäische Grenzschutzagentur Frontex versucht, Flüchtlinge bereits an der Überfahrt nach Europa zu hindern. Die Situation der Flüchtlinge in Libyen ist besonders dramatisch. Wie Augenzeugenberichte belegen, werden in Libyen von den Polizeibehörden aufgegriffe Flüchtlinge inhaftiert, misshandelt und in die Wüste in Richtung ihrer Herkunfsländer am Horn von Afrika oder der Länder südlich der Sahara zurücktransportiert. Die Flucht in völlig überfüllten Booten über das Mittelmeer ist lebensgefährlich. Immer wieder ertrinken Menschen. Seit Sommer 2009 schiebt Italien im größeren Ausmaß Flüchtlinge nach Libyen zurück, ohne die Schutzgesuche individuell zu prüfen.

Werden die Flüchtlinge von Malta gerettet oder schaffen die Überfahrt nach Malta, können sie im Malta Asyl beantragen. Während des Asylverfahrens werden sie bis zu 12 Monate inhaftiert, wird der Asylantrag abgelehnt, dauert die Haft bis zu 18 Monaten, wenn sie nicht zuvor abgeschoben werden können. Ca. 50 % der Flüchtinge erhalten einen Schutzstatus. Werden sie aus der Haft entlassen, erfolgt die Unterbringung in sog. offenen Zentren, z.B. in einem ausrangierten Flugzeughangar mit über 500 Betten. Nur wenige finden Arbeit und verdienen genug, um sich eine private Wohnung leisten zu können. Malta bedeutet für viele eine Sackgasse ohne Intgrationsperspektive.

Weitere Berichte zu der Tagung finden Sie auf der Internetseite des Diakonischen Werks Rheinland-Westfalen-Lippe. 

http://www.diakonie-rwl.de/index.php/sID/b2a05491050087816282ecb125c181a7/lan/de

 http://www.diakonie-rwl.de